Achtzylinder

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Achtzylinder-Reihenmotor eines Duesenberg J

Als Achtzylinder bezeichnet man Hubkolben-Motoren, die acht Zylinder haben.

Bauarten[Bearbeiten]

Achtzylinder-V-Motor

Der Achtzylinder wird vor allem als Verbrennungsmotor hergestellt. Er kann als Otto- oder als Dieselmotor ausgelegt sein. Heute wird er zumeist als V-Motor gebaut. Selten geworden sind Boxermotoren und, wegen der Baulänge, Reihenmotoren.

Anwendungen[Bearbeiten]

Der Achtzylinder-Verbrennungsmotor wird am häufigsten als Antrieb von Lastkraftwagen, von Personenkraftwagen der oberen Mittelklasse und der Oberklasse sowie von Sportwagen eingesetzt. Daneben dient er dem Antrieb von Schienenfahrzeugen, leichten Flugzeugen (Boxermotoren US-amerikanischer Bauart), Schiffen (als Reihen- und V-Motor) sowie als stationärer Kraftwerksmotor.

Automobilbau[Bearbeiten]

Im Automobilbau ist der Achtzylindermotor fast immer flüssigkeitsgekühlt. Luftgekühlte Modelle (z. B. der V8 im Tatra 77) waren Ausnahmen. Achtzylinder-Reihenmotoren haben vor allem als Ottomotoren eine exzellente Laufruhe, da wie beim Sechszylinder-Reihenmotor die freien Massenkräfte erster und zweiter Ordnung ausbalanciert sind. Außerdem sind die Zündabstände geringer. Kurbelwellen von Reihenmotoren haben jedoch wegen ihrer Länge Probleme mit Drehschwingungen und dem zu übertragenden Drehmoment. Im Automobilbau wurden Achtzylinder-Reihenmotoren daher nur in den 1920er und 1930er Jahren für Luxusfahrzeuge gefertigt und leisteten z. B. im Bugatti Royale bis zu 220 kW (300 PS) Siehe hierzu auch: Reihen-Achtzylinder.

Die übliche Form von V8-Motoren ist der sogenannte Crossplane-V8 mit einer jeweils um 90 Grad gekröpften Kurbelwelle. Er hat mit geeigneten Gegengewichten an der Kurbelwelle einen vollkommenen Ausgleich von freien Massenkräften und -momenten erster und zweiter Ordnung. Zwar ist der Zündabstand insgesamt gleichmäßig, doch nicht innerhalb einer Zylinderbank. In Verbindung mit einer zweiflutigen Abgasanlage (rechte und linke Zylinderbank haben je ein unabhängiges System) führt das zum „sonoren“ und „brabbelnden“ Klang der typischen V8-Motoren US-amerikanischer Hersteller, aber auch moderner deutscher V8-Motoren. Der Crossplane-V8 ist als typischer „Cruiser-Motor“ sehr laufruhig, für hohe Drehzahlen jedoch nicht geeignet.

Seltener ist der hauptsächlich in Hochleistungssportwagen (Ferrari F430, Lotus Esprit V8) verwendete Flatplane-V8 mit einer um 180 Grad gekröpften Kurbelwelle. Die Zündfolge innerhalb einer Zylinderbank ist regelmäßig wie bei einem Vierzylinder-Reihenmotor, es sind kleinere Gegengewichte an der Kurbelwelle als bei Crossplane-Motoren erforderlich und hohe Drehzahlen können erreicht werden. Die Laufruhe ist jedoch schlechter, da Massenkräfte zweiter Ordnung auftreten.

Jede geschmiedete V-Achtzylinder-Kurbelwelle ist beim Schmiedevorgang zunächst „flat“; die Crossplane-Bauform mit 90 Grad versetzten Hubzapfen entsteht durch einen nachfolgenden, aufwendigen Twist-Vorgang, bei dem in einer weiteren Gesenkvorrichtung zwei der vier V-Kröpfungen aus der Schmiedeebene bei Schmiedehitze herausgepresst oder verdreht werden. Eine Crossplane-Kurbelwelle ist somit teurer herzustellen, wenn sie nicht gegossen wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Gerigk, Detlev Bruhn, Dietmar Danner: Kraftfahrzeugtechnik. 3. Auflage, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 2000, ISBN 3-14-221500-X
  • Max Bohner, Richard Fischer, Rolf Gscheidle: Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik. 27.Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2001, ISBN 3-8085-2067-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Achtzylinder – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen