Ackermann-Mengenlehre
Die Ackermann-Mengenlehre ist eine axiomatische Mengenlehre, die 1955 von Wilhelm Ackermann angegeben wurde. Er versuchte in ihr, Cantors Mengendefinition in ein präzises Axiomensystem umzusetzen.
Die Ackermann-Mengenlehre erweitert die Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre ZFC um Klassen (dort: Gesamtheiten), unterscheidet sich aber von der bekannteren Neumann-Bernays-Gödel-Mengenlehre dadurch, dass echte Klassen auch Elemente anderer Klassen sein können und es daher auch kleine echte Klassen gibt. Die ZFC-Axiome gelten dort nur in einem echten Teilbereich, der das Fundierungsaxiom erfüllt (man kann ihn mit Neumanns kumulativer Hierarchie aussondern). Die Ackermann-Mengenlehre enthält daher einen erweiterten Mengenbereich mit nicht-fundierten Mengen und kann als Verallgemeinerung der üblichen ZFC-Mengenlehre und der Zermelo-Mengenlehre angesehen werden.
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[Bearbeiten] Die Ackermann-Axiome
Ackermanns Axiomensystem beruht auf der Prädikatenlogik erster Stufe mit Identität, der zweistelligen Elementrelation
und dem einstelligen Prädikat
und hat je ein Axiomenschema und ein Axiom für Klassen und für Mengen:
- Klassen-Komprehension: Klassen von Mengen sind existent:
-
- Für einstellige Prädikate
gilt: 
- Die Klasse
wird mit
bezeichnet.
- Für einstellige Prädikate
- Klassen-Extensionalität: Klassen mit denselben Elementen sind gleich:
- Mengen-Komprehension: Ausschließlich mit Mengen belegte Klassen von Mengen sind Mengen:
-
- Für Formeln
, in der genau die Variablen
frei vorkommen und in der das Prädikat
nicht vorkommt, gilt: 
- Für Formeln
- Elemente und Teilklassen von Mengen sind Mengen:
-

- Nota bene: Dieses Axiom schließt aus, dass echte Klassen Mengenelemente sind, jedoch nicht, dass echte Klassen Elemente echter Klassen sind.
[Bearbeiten] Varianten
Das Auswahlaxiom ist in obiger Liste nicht enthalten. Durch Hinzunahme erhält man die Ackermann-Mengenlehre mit Auswahlaxiom, das er selbst in einer Formulierung mit Hilberts Auswahloperator hinzufügte.
Ackermann formulierte in seiner Arbeit auch eine Variante seines Axiomensystems, die Urelemente berücksichtigt, sowie eine an die Typentheorie angelehnte Version.
gilt:
wird mit
bezeichnet.
frei vorkommen und in der das Prädikat 
