Acrisol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verbreitungskarte der Acrisole

In der FAO-Bodenklassifikation sind Acrisole (Ac) rotgefärbte, saure, durch Tonverlagerung (Lessivierung) geprägte Böden. Sie kommen auf alten Landoberflächen der feuchten Tropen, Subtropen und warm-gemäßigten Klimazonen vor. Als diagnostischer Horizont dient der, gegenüber dem darüber liegenden, tonangereicherte Bt-Horizont (argic horizon).

Die typische Horizontabfolge[1] ist:

  • Ah - humoser Oberboden
  • E - Tonauswaschungshorizont (eluvial)
  • Bt1 - Tonanreicherungshorizont im Unterboden
  • Bt2 - durch Ferralitisierung geprägter Unterboden
  • Cw - saures Ausgangsgestein (tiefgründig verwittert)

Subtypen[Bearbeiten]

Nach Merkmalen werden verschiedene Typen unterschieden:

  • ferric Acrisols (ACf)
  • gleyic Acrisols (ACg)
  • haplic Acrisols (ACh)
  • plinthic Acrisols (ACp)
  • humic Acrisols (ACu)

Beschreibung[Bearbeiten]

Bodenprofil eines Haplic Acrisol

Acrisole haben eine geringe Basensättigung < 50 %. Dies ist zurückzuführen auf den meist geringen pH-Wert, woher sich auch der Name (lat. acer sauer) ableitet[2]. Die langandauernde, starke Verwitterung führte zur Dominanz gering aktiver Tonminerale (low-activity clay). Dominierende Tonminerale sind Kaolinit und Halloysit, aber auch ein geringer Gehalt an 3-Schicht-Tonmineralen. Die Kationenaustauschkapazität ist in Teilen des Bt-Horizonts < 240 mmolc/kg[3]. Die Rotfärbung des Bodens ist auf die Bildung des Eisenoxides Hämatit zurückzuführen. Im Unterboden kommt es durch die Auswaschung von Kieselsäure und die gleichzeitige Akkumulation von Sesquioxiden zur Ferrallitisierung.

Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nur eingeschränkt im Wanderfeldbau möglich, da der Nährstoffgehalt rasch abnimmt und das instabile Bodengefüge zur Verschlämmung führt. In Plantagenwirtschaft sind sie am ehesten für Aluminium-tolerante Kulturen wie Tee, Kautschuk oder Ölpalmen geeignet.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Die WRB steht vollständig als Download zur Verfügung:

Quellen[Bearbeiten]

  1. Zech, W. & Hintermaier-Erhard, G., 2002: Böden der Welt - Ein Bildatlas, Spektrum Akademischer Verlag.
  2. Deutsche Übersetzung der World Reference Base for Soil Resources 2006, korrigierte Version 2007 (PDF-Datei)
  3. Systematik von Böden, Universität Hohenheim (PDF-Datei; 353 kB)
  4. Blume, H.-P. et al. (Hrsg.), 2010: Scheffer/Schachtschabel, Lehrbuch der Bodenkunde, 16. Auflage, Heidelberg.