Across the Universe

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Dieser Artikel erläutert das Lied von The Beatles; zum Filmmusical aus dem Jahr 2007 siehe Across the Universe (Film).
Across the Universe
The Beatles
Veröffentlichung 8. Mai 1970
Genre(s) Popmusik
Autor(en) Lennon/McCartney
Album Let It Be

Across the Universe (engl. ‚Durch das Universum‘) ist ein Lied der Beatles, das 1970 auf ihrem zwölften und letzten Studioalbum Let It Be erschien. Text und Komposition stammen von John Lennon, obwohl das Lied – wie zu Beatles-Zeiten üblich – dem Copyright Lennon/McCartney zugeschrieben wurde.

Entstehung[Bearbeiten]

Geschrieben hatte Lennon das Lied vermutlich Ende 1967, kurz nachdem die Band in Bangor (Wales) an einem Seminar Maharishi Mahesh Yogis teilgenommen hatten. Im Frühjahr 1968 sollten sie sich in dessen Meditationsakademie in Rishikesh (Indien) begeben, um dort mehrere Monate indische Philosophie und Maharishis Transzendentale Meditation zu studieren. Der Refrain des Lieds – Jai Guru Dev Om (Sanskrit) – ist eine Hommage an Maharishis Lehrer Guru Dev.

Aufnahme[Bearbeiten]

Am 3., 4. und 8. Februar 1968 wurde das Stück – etwa zur gleichen Zeit wie Paul McCartneys Lady Madonna und George Harrisons The Inner Light – in einer vergleichsweise rudimentären Fassung erstmals in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen. Aus einer Laune heraus wurden mit Lizzie Bravo und Gayleen Pease zwei der weiblichen Fans, die oft in großer Anzahl vor dem Studio warteten, eingeladen, den Hintergrundchor zu singen. Unter starkem Einsatz von Phaser-Effekten auf der Gitarre wurde eine Version abgemischt. Das Lied wurde schließlich noch mit Vogelgeräuschen versetzt, die Lennon selbst aufgenommen hatte.

Lennon war stolz auf dieses Stück, aber unsicher, was damit anzufangen sei, da es als Single nicht in Frage kam. Es erschien zuerst 1969 auf der Benefizplatte No One’s Gonna Change Our World zu Gunsten des WWF. 1978 wurde diese Version auf der Schallplatte Rarities veröffentlicht, die zunächst nur als Bestandteil der Sammlung The Beatles Collection erhältlich war, kurz darauf aber auch separat verkauft wurde. In den USA wurde 1980 eine alternative Fassung von Rarities veröffentlicht, die das Lied ebenfalls in der WWF-Version enthielt. 1988 erschien die WWF-Version auf Past Masters, Volume 2 erstmals auf CD.

Später wurde die Originalversion von Phil Spector durch eine Orchesteruntermalung und neuen Chorgesang ergänzt und verlangsamt. Diese Version erschien 1970 auf der letzten LP der Beatles, Let It Be. 1996 erschien auf Anthology 2 eine sehr ursprüngliche Version des Stücks (Stereo Remix, Take 2), aufgenommen am 3. Februar 1968. Auf Let It Be… Naked von 2003 wurde das Stück ohne Orchesteruntermalungen und mit einer neuen Abmischung wiederveröffentlicht.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • John Lennon befürwortete, das Lied 1968 als Single zu veröffentlichen. Stattdessen setzte sich McCartneys gefälligere Komposition Lady Madonna durch.[1]
  • John Lennon bezeichnete Across the Universe als eine seiner besten Kompositionen für die Beatles.[1]
  • Eine Coverversion des Liedes befindet sich auf dem 1975 erschienenen Album Young Americans von David Bowie. Sie entstand in einer gemeinsamen Session mit John Lennon in New York.
  • Es gibt zahlreiche weitere bekannte Coverversionen, darunter eine von Laibach, die das komplette Beatles-Album Let It Be mit Ausnahme des Titelstückes coverten, sowie Versionen von 10cc, Roger Waters, Fiona Apple (1998 auf dem Soundtrack zum Spielfilm Pleasantville), Rufus Wainwright, Scorpions (2011 auf dem Album Comeblack) und John Lennons Sohn Sean Lennon.
  • Element of Crime spielen Across the Universe traditionell als letzte Zugabe bei ihren Konzerten. Eine Studioaufnahme veröffentlichten sie 2005 als Bonustrack der iTunes-Version ihres Albums Mittelpunkt der Welt sowie 2010 auf dem Album Fremde Federn.
  • Anlässlich der Grammy-Verleihung im Februar 2005 entstand eine All-Star-Tribute-Version des Liedes, deren Erlös den Opfern des Erdbebens im Indischen Ozean vom 26. Dezember 2004 zugutekam. Beteiligt waren u. a. Bono, Stevie Wonder, Norah Jones, Alicia Keys und als Instrumentalisten Velvet Revolver. Die Aufnahme wurde zum meistgedownloadeten Lied der Musikgeschichte. Am Ende dieser Version änderten die Akteure die Refrainzeile “Nothing’s gonna change my world” in “Something’s gonna change my world” um.
  • Der Titel des Musical-Films Across the Universe aus dem Jahr 2007 geht auf das Lied zurück. In dem Film illustrieren neben Across the Universe 32 weitere neu eingespielte Beatles-Stücke die Handlung um den jungen Liverpooler Fabrikarbeiter Jude Ende der 1960er Jahre. Prominenteste Mitwirkende: Bono und Joe Cocker.
  • Am 4. Februar 2008 – 40 Jahre nach seiner Aufnahme – wurde das Lied von der US-Weltraumbehörde NASA in Richtung Polarstern ausgestrahlt. Der Anlass war das 50-jährige Bestehen der NASA und das 45-jährige Bestehen ihres „Deep Space“-Projekts. Das Lied wird, codiert als MP3 und von der Madrider Deep-Space-Antenne mit Lichtgeschwindigkeit abgestrahlt, die 4,08 Billiarden Kilometer entfernte Polarstern-Region nach 431 Jahren im Jahr 2439 erreicht haben.[2][3][4] Der 4. Februar wird seitdem als Across the Universe Day bezeichnet.[5]
  • Beady Eye veröffentlichte im April 2011 eine Coverversion des Stücks zugunsten der Opfer des Tōhoku-Erdbebens 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian MacDonald: The Beatles – Das Song-Lexikon, Bärenreiter-Verlag, ISBN 3-7618-1426-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Steve Turner – A Hard Day’s Write, Rockbuch Verlag Buhmann & Haeseler GmbH, Schlüchtern, 2002, ISBN 3-927638-10-2.
  2. Die Beatles singen am Montag im Weltall. In: Welt Online, 1. Februar 2008
  3. NASA sendet Beatles-Song ins All. In: Der Standard, 1. Februar 2008
  4. NASA Launching Beatles Tune Into Space. Associated Press, 1. Februar 2008
  5. Across The Universe Day. Across The Universe Day. 4. Februar 2008. Abgerufen am 5. Juli 2010.