Acta diurna

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Unter dem Namen Acta diurna (Plural von actum diurnum) (lat. Tagesgeschehen) führte der römische Konsul Gaius Julius Caesar ein tägliches Nachrichtenbulletin ein, gleichsam eine Vorform der Zeitung, die von 59 v. Chr. bis mindestens 235 n. Chr. (wahrscheinlich nicht immer täglich) erschien.

Die acta berichteten über die Verhandlungen in den öffentlichen Körperschaften und waren zunächst rein nachrichtlich gehalten. Später wurden sie unter Kaiser Augustus auch zum Sprachrohr für Propaganda. Auch soft news wie Gesellschaftsklatsch, sensationelle Ereignisse oder Kriminalitätsberichterstattung waren enthalten.[1]

Vervielfältigt wurden die Tagesberichte durch Abschreiben durch private Unternehmer, die den amtlichen Nachrichten auch andere aktuelle Informationen hinzufügten. Diese Unternehmer kümmerten sich gleichfalls um den Versand des Blattes in die Provinzen.

Nicht völlig geklärt ist die Veröffentlichungsform. Während KOLB anmerkt, dass für eine Veröffentlichung auf Papyrus keine Belege vorliegen und die Texte auf Tafeln geschrieben wurden,[2] geht WILKE davon aus, dass es sich um öffentlich ausgehängte Anschlagzettel handelte.[3] Das Webprojekt Professional Journalism[4] zeigt einen entsprechenden Papyrus.

In den Acta diurna gab es bereits erste Bildberichte, die etwa in der Art der Darstellung auf Triumphbögen kaiserliche Kriegstaten zeigten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Jürgen Wilke: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte, S. 8 (hier Passage online)
  2. Vgl. Anne Kolb: Wege der Übermittlung politischer Inhalte im Alltag Roms, S. 140 (hier Passage online), genauso auch die Encyclopedia Britannica online
  3. Vgl. Jürgen Wilke: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte, S. 7.
  4. Katrina Goldammer: History. In: Prossional Journalism, online 2009 (aufgerufen 10. September 2011)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Wilke: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte, 2. durchges. u. erg. Aufl. Verlag Böhlau/UTB, Köln 2008, ISBN 978-3-8252-3166-8.
  • Anne Kolb: Wege der Übermittlung politischer Inhalte im Alltag Roms. In: Gregor Weber, Martin Zimmermann (Hrsg.): Propaganda – Selbstdarstellung – Repräsentation im römischen Kaiserreich des 1. Jhs. n. Chr. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-515-08251-8, S. 127-144.

Weblinks[Bearbeiten]