Ad-hoc-Hypothese

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Eine Ad-hoc-Hypothese (lateinisch-altgriechisches Mischwort) ist eine Hilfshypothese, die ad hoc, also für einen Einzelfall aufgestellt wird, um Beobachtungen oder kritischen Argumenten zu begegnen, welche die angegriffene Theorie widerlegen könnten.

Paul Feyerabend widmet in seinem kritischen Standardwerk über Wissenschaftstheorie, Wider den Methodenzwang, das 8. Kapitel ausführlich der Ad-hoc-Hypothese. Er meint darin: „Die Ad-hoc-Hypothesen verschaffen neuen Theorien eine Atempause, und sie deuten die Richtung der zukünftigen Forschung an.“

Naturwissenschaftliche Beispiele[Bearbeiten]

Poppers Kritik der Bildung von Ad-hoc-Hypothesen[Bearbeiten]

Karl Popper sieht bei der Bildung von Ad-hoc-Hypothesen die Gefahr einer Form von Immunisierungsstrategien gegen Kritik, die er als konventionalistische Wendung oder konventionalistische Strategie brandmarkt. Nach Poppers Meinung geschehe die Aufstellung von Ad-hoc-Hypothesen oft in der Absicht, eine Lieblingstheorie retten zu wollen:

"(7) Some genuinely testable theories, when found to be false, are still upheld by their admirers - for example by introducing ad hoc some auxiliary assumption, or by re-interpreting the theory ad hoc in such a way that it escapes refutation. Such a procedure is always possible, but it rescues the theory from refutation only at the price of destroying, or at least lowering, its scientific status. (I later described such a rescuing operation as a 'conventionalist twist' or a 'conventionalist stratagem'.) [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Popper: Conjectures and Refutations: The Growth of Scientific Knowledge, 1963, 2nd edition 2002, ISBN 978-0415285940, Seiten 8- 9 http://worthylab.tamu.edu/Courses_files/Popper_ConjecturesandRefutations.pdf

Literatur[Bearbeiten]