Ada Negri

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Ada Negri.

Ada Negri (* 3. Februar 1870 in Lodi, Italien; † 11. Januar 1945 in Mailand) war eine italienische Schriftstellerin, die vor allem durch ihr lyrisches Frühwerk zu sozialen Themen bekannt wurde.

Ada Negri entstammte ärmlichen Verhältnissen, der früh verstorbene Vater war Hilfsarbeiter, die Mutter Textilarbeiterin. Dank der Unterstützung der Mutter konnte Ada Negri studieren und Volksschullehrerin werden; sie unterrichtete ab 1888 zuerst in Motta Visconti (bei Pavia) und ab 1893 in Mailand. In dieser Zeit erschienen ihre ersten beiden Gedichtbände Fatalità (1892, deutsch Schicksal) und Tempeste (1894, deutsch Stürme), in denen sie mit kraftvoller Lyrik den Problemen der Armen, Entrechteten und Benachteiligten Ausdruck verlieh. Die in der Dichtung dieser Zeit neue soziale Dimension machte Ada Negri in kurzer Zeit – auch über die Grenzen Italiens hinaus – berühmt.

1896 heiratete sie den Unternehmer Federico Garlanda, 1904 kam die gemeinsame Tochter Bianca zur Welt. Nach der Trennung von ihrem Mann (um 1910) lebte Ada Negri häufig im Ausland, vor allem in der Schweiz. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kehrte sie nach Italien zurück. In dieser Periode wendete sie sich von den sozialistischen Ideen ihres Frühwerks ab und der katholischen Kirche zu, ihre Dichtung behandelte nun private Themen wie Liebe, Mutterschaft, Einsamkeit und Tod.

1940 wurde sie als erste Frau in die Accademia Nazionale dei Lincei, die Italienische Akademie der Wissenschaften, aufgenommen. Sie starb 1945 in der Wohnung ihrer Tochter in Mailand. Da sie heutzutage nahezu unbekannt ist, wird sie gelegentlich als »Die vergessene Königin der italienischen Poesie« bezeichnet.

Die Schauspielerin Barbara Apolonia Chałupiec nannte sich aus Verehrung für die italienische Dichterin Pola Negri.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Fatalità (1892), Gedichte; deutsch Schicksal
  • Tempeste (1894), Gedichte; deutsch Stürme
  • Maternità (1904), Gedichte; deutsch Mutterschaft
  • Il libro di Mara (1919), Gedichte; deutsch Das Buch Maras
  • Le solitarie (1917), Novellen; deutsch Einsame Frauen
  • Stella mattutina (1921), autobiografischer Roman; deutsch Frühdämmerung

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Heinz Ewers: Führer durch die moderne Literatur. 300 Würdigungen der hervorragendsten Schriftsteller unserer Zeit. Herausgegeben von H. H. Ewers unter Mitwirkung von Victor Hadwiger, Erich Mühsam und René Schickele. Globus-Verlag, Berlin 1906. Neuausgabe: Revonnah, Hannover 2006, ISBN 3-934818-23-4
  • E. Zollikofer: Ada Negri. In: Schweizerische Lehrerinnen-Zeitung. 1. Jg. 1896-1897, Nr. 7–9 (Digitalisat Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Weblinks[Bearbeiten]