Adam Adami

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Adam Adami als Verwalter des Hochstifts Hildesheim; Porträt in der Dombibliothek Hildesheim

Adam Adami OSB (* 1610 in Mülheim bei Köln; † 19. Februar 1663 in Hildesheim) war Prior von St. Jakob, Prior von Murrhardt, Titularbischof von Hierapolis und Weihbischof in Hildesheim.

Leben[Bearbeiten]

Adami war von einfacher Abstammung und studierte vermutlich in Köln. Im Alter von 19 Jahren trat er in die Benediktinerabtei Brauweiler ein und beschäftigt sich hier mit Theologie und dem Rechtsstudium. 1633 erhielt er die Priesterweihe und im folgenden Jahr die Ernennung zum Rektor des damaligen Benediktiner-Seminars in Köln, wo er zum Doktor der Theologie promovierte. 1637 wurde er Prior der Benediktinerabtei St. Jakob auf dem Mainzer Jakobsberg, 1639 Prior der restituierten württembergischen Abtei Murrhardt und 1647 bis 1650 Abt der Huysburg.

Adam Adami (links unten) mit den wichtigsten Beteiligten des Friedenschlusses von 1648 (Briefmarke der Deutschen Post von 1998)
Adam Adami.

Adam Adami erwarb sich den Ruf, ein geschickter Diplomat zu sein. Daher vertrat er 1645 bis 1648 als Gesandter den Fürstabt von Corvey und die schwäbischen Reichsprälaten bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster. Er gehörte mit Franz Wilhelm von Wartenberg und Johann von Leuxelring zur Gruppe der katholischen Maximalisten gegen Trauttmansdorff und den Kaiser. Adamis Engagement für die schwäbischen Klöster und ihren Erhalt für die katholische Kirche war nicht von Erfolg gekrönt, da 17 schwäbische Klöster und fünf Stifte dem Herzog von Württemberg zugeschlagen wurden.

1650 bis 1651 hielt sich Adami als Gesandter des Kölner Erzbischofs Maximilian Heinrich von Bayern in Rom auf. 1652 wurde er dessen Weihbischof in Hildesheim. Die Bischofsweihe zum Titularbischof von Hierapolis in Isauria erhielt er am 23. März 1653 vom Paderborner Weihbischof Bernhard Frick. Als Weihbischof in Hildesheim veröffentlichte er seine Aufzeichnungen über die Friedensverhandlungen in Münster, die 1698 unter dem Titel Arcana pacis Westphalicae erschienen. Diese Aufzeichnungen bilden ein wichtige historische Quelle zum Westfälischen Frieden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Dickmann: Der Westfälische Frieden, 2. Aufl., Münster 1965.
  • Friedrich Israel: Adam Adami und seine Arcana pacis Westphalicae, Berlin 1909 (Historische Studien 69).
  • Andreas Neuburger: Konfessionskonflikt und Kriegsbeendigung im Schwäbischen Reichskreis. Württemberg und die katholischen Reichsstände im Südwesten vom Prager Frieden bis zum Westfälischen Frieden (1635 - 1651), Stuttgart 2011.
  • Paulus Volk: Der Friedensbevollmächtigte Adam Adami aus Mülheim bei den Verhandlungen in Münster und Osnabrück (1645–1648). Aus unbekannten Briefen, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 142/143 (1943) S. 84ff.
  • Erich Wisplinghoff (Bearb.): Die Benediktinerabtei Brauweiler, Berlin – New York 1992 (Germania Sacra, Neue Folge 29, Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Erzbistum Köln 5), S. 296f.

Weblinks[Bearbeiten]