Adam Friedrich von Löwenfinck

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Adam Friedrich Löwenfinck (* 1714 in Biała; † 13. November 1754 in Hagenau) war ein deutscher Porzellan- und Fayencemaler.

Porzellanmalerei von Adam von Löwenfinck

Leben und Werk[Bearbeiten]

Der älteste und wohl begabteste der drei Löwenfinck-Brüder wurde 1714 in einem kleinen Ort in namens Biała, einen Teil von Godziesze Wielkie in der Nähe von Kalisz in der heutigen Woiwodschaft Großpolen geboren. Sein Vater war ein unvermögender Unteroffizier namens Heinrich Wilhelm von Löwenfink, seine Mutter Anna Magdalena geb. Sachse (* vor dem 4. August 1687, dem Tag der Taufe, in Wiehe; † 1754 in Hagenau) die Tochter eines Würzkrämers. Sein Vater wird 1731 in der Meißner Porzellanmanufaktur als Geschirrmaler erwähnt.[1]

Löwenfinck gilt als einer der einflussreichsten Keramikmaler. Er begann 1727 als Dreizehnjähriger eine Lehre in der Meißner Porzellanmanufaktur, wo ihn Johann Gregorius Höroldt anleitete. 1734 wurde er Geselle und mit anspruchsvollen Arbeiten beauftragt. Zwei Jahre später floh er nach Bayreuth, später nach Ansbach und 1741 nach Fulda. 1746 wurde er zusammen mit Johann Christoph Göltz Begründer der Höchster Porzellanmanufaktur in Höchst am Main.

Der zum katholischen Glauben konvertierte Löwenfinck heiratet am 28. Oktober 1747 in Fulda Maria Schick, die Tochter des fürstäbtlichen Hoflackierers Philipp Schick, die selbst eine bedeutende Fayencemalerin war und nach seinem Tode zur Leiterin der Fayence-Manufakturen in Haguenau (deutsch: Hagenau) (1754–1760), Straßburg (1760–1761) und Ludwigsburg (1763–1795) wurde.

Nach finanziellen Querelen mit Göltz verließ Löwenfinck im Mai 1749 Höchst und ging nach Straßburg, wo er die Leitung der Hannongschen Fayencemanufaktur in Haguenau übernahm. Dort starb er im Alter von nur 40 Jahren.

Löwenfinck gilt als der originellste und vielseitigste Porzellanmaler, der aus der Höroldt-Werkstatt hervorgegangen ist. Seine Malerei zeichnet sich durch eine starke Konturierung aus, die kontrastreiche Farbflächen einfaßt - damit wirkt seine Malerei überaus klar. Seine Sujets sind märchenhaft und grotesk: flechtenbegangene Bäume, zottige Tiere, Paradiesvögel, komische Begebenheiten. Daneben malte er Jagd- und Reiterszenen. Heute sind noch etwa 200 von ihm bemalte Porzellane und Fayencen nachweisbar [2].

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Rückert: Biographische Daten der Meißner Manufakturisten des 18. Jahrhunderts. Bayrisches Nationalmuseum, München 1990, ISBN 3-925058-13-3, S. 171–173.
  • Otto Walcha: Meißner Porzellan. Bertelsmann-Lexikonverlag, Gütersloh 1975, ISBN 3-570-01638-2, S. 67–70 (Nachdr. d. Ausg. Dresden 1973).
  • Hermann Jedding: Löwenfinck, Adam Friedrich (von). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 92 f. (Digitalisat).
  • Ulrich Pietsch: PHANTASTISCHE WELTEN – Malerei auf Meissener Porzellan und deutschen Fayencen von Adam Friedrich von Löwenfinck (1714–1754), 384 Seiten, Hrsg. von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ISBN: 978-3-89790-420-0 (Katalog zur Ausstellung „Phantastische Welten“ in der Dresdener Porzellansammlung vom 1. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rückert (1990), S. 171.
  2. Lisa Werner-Art: Phantastisches auf Porzellan - Ausstellung zum 300. Geburtstag Adam Friedrich von Löwenfincks mit 100 Werken in Dresdner Porzellansammlung, in DNN, Nr. 229 vom 01. Okt. 2014, S. 9