Adam Jerzy Czartoryski

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Fürst Adam Jerzy Czartoryski, unbezeichnetes Gemälde
Fürstin Anna Czartoryska geb. Fürstin Sapieha, Gemälde

Fürst Adam Jerzy Czartoryski, auch Adam Georg Czartoryski, (* 14. Januar 1770 in Warschau; † 15. Juli 1861 in Montfermeil, Frankreich) war russischer Außenminister unter Zar Alexander I. und Regierungschef der polnischen Revolutionsregierung von 1830.

Leben[Bearbeiten]

Er gehörte einer alten Adelsfamilie an, die zur Zeit der Teilungen Polens mit Russland und Kaiserreich Österreich zusammengearbeitet hatte, und war der Sohn des Generals und Feldmarschalls Adam Kazimierz Czartoryski und seiner Frau Izabella Czartoryska. Nach dem Scheitern des polnischen Kościuszko-Aufstandes von 1794 kam er als Geisel an den russischen Hof. Dort freundete er sich mit Alexander I. an und wurde von 1804–1806 sein Außenminister. Er begleitete ihn zum Wiener Kongress und erreichte, dass Alexander Polen 1815 eine Verfassung gab.

Am 25. September 1817 heiratete er in Radzyń Fürstin Anna Zofia Sapieha (* 17. Oktober 1799 in Saint-Germain-en-Laye; † 24. Dezember 1864 in Montpellier). Sie war eine gute Freundin von Frédéric Chopin, der ihr den 1828/29 entstandenen Krakowiak F-Dur für Klavier und Orchester op. 14 widmete.

Der Fürst war in Warschau Mitglied der Freimaurerloge Les trois frères. Nach dem Scheitern des polnischen Aufstandes von 1830 musste er aus Polen fliehen. Zunächst ging er nach England, ließ sich dann aber dauerhaft in Paris nieder, wo er über seine politischen Kontakte, insbesondere zur englischen Freimaurerloge, dem österreichischen und russischen Vordringen in Südosteuropa entgegenzuarbeiten versuchte. Der Stammsitz der Familie Czartoryski in Paris, das Hôtel Lambert, entwickelte sich zum politischen Zentrum der polnischen Emigration in Europa.

Als Zufluchtsort für seine Anhänger, die nach dem gescheiterten Aufstand von 1830 aus Polen fliehen mussten, begründete er 1842 die Siedlung Adampol - heute Polonezköy - bei Istanbul.

Czartoryski starb im französischen Exil. 1865 wurde der Sarg mit seinen sterblichen Überresten nach Polen überführt und in der Familiengruft im damals österreichischen Sieniawa beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marian Kukiel: Czartoryski and European unity. 1770–1861. Princeton University Press, Princeton NJ 1955, (Poland's millennium series of The Kościuszko Foundation).
  •  Paul N. Hehn: Prince Adam Czartoryski and the South Slavs. In: The Polish Review. 8, 1963, ISSN 0032-2970, S. 76–86.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adam Jerzy Czartoryski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien