Adam Kuckhoff

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Adam Kuckhoff auf einer Briefmarke der Deutschen Post der DDR (1964)

Adam Kuckhoff (* 30. August 1887 in Aachen; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten]

Adam Kuckhoff war der Sohn des Nadelfabrikanten Bernhard Kuckhoff. Nachdem er 1906 in Aachen am Kaiser-Karls-Gymnasium das Abitur bestanden hatte, studierte er Jura, Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten in Freiburg/Breisgau, München, Heidelberg, Berlin und Halle (Saale). 1912 promovierte er in Halle (Saale) mit einer Arbeit über Friedrich Schiller zum Doktor der Philosophie. Ab 1913 absolvierte er an der Theaterschule Louise Dumonts in Düsseldorf eine Ausbildung zum Schauspieler und Regieassistent. Nachdem er zu Beginn des Ersten Weltkriegs denselben noch aus patriotischer Überzeugung begrüßt hatte, wandelte er sich im Verlauf des Kriegs zum Pazifisten. Ab 1918 war er Mitglied der USPD.

Von 1917 bis 1920 wirkte Kuckhoff als Dramaturg am Frankfurter Neuen Theater und von 1920 bis 1923 ebenfalls in Frankfurt als Intendant des Künstlertheaters, an dem u. a. der junge Günther Haenel engagiert war. Mit dem Schauspieler Hans Otto war er seitdem freundschaftlich und später auch familiär verbunden.

Zwischen 1927 und 1929 war er Lektor im Jenaer Eugen-Diederichs-Verlag, für den er auch die Zeitschrift Die Tat herausgab. Da Kuckhoffs Vorstellungen über die linksliberale Tendenz dieser Zeitschrift auf Widerstand bei der konservativen Verlagsleitung stießen, musste er seinen Redakteurposten räumen. Ab 1930 arbeitete er als Dramaturg am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin. Nach 1933 war er als freier Lektor und freier Schriftsteller tätig.

Von 1925 bis 1932 sind acht Rundfunksendungen von ihm zu verschiedenen Themen nachgewiesen, vor allem im SWR Frankfurt, so unter anderem am 3. März 1928 über Laienspiel und Arbeiterbühne.[1]

Bereits seit Beginn des Dritten Reichs hatte Kuckhoff Verbindung zu linken Widerstandskreisen. Er gehörte mit seiner dritten Frau Greta Kuckhoff, mit der er seit 1937 verheiratet war, zum Widerstandszirkel um Arvid Harnack und später zur Roten Kapelle, einer Widerstands-Organisation, für die er während des Zweiten Weltkriegs Flugblätter und Beiträge zur Untergrundzeitschrift Die innere Front verfasste.

Nach der Enttarnung der Gruppe wurde Kuckhoff am 12. September 1942 in Prag von der Gestapo verhaftet. In einem Prozess vor dem Reichskriegsgericht wurde er im Februar 1943 zum Tode verurteilt. Ein halbes Jahr später wurde er in Plötzensee hingerichtet.

Nach 1945 erfuhr Kuckhoff in der DDR offizielle Anerkennung als aktiver Widerstandskämpfer.

Adam Kuckhoffs Werk besteht aus Theaterstücken, Romanen, Erzählungen, Essays und Lyrik. Ein Großteil seiner während der Weimarer Republik entstandenen Erzählungen wurde erst postum veröffentlicht. In seinen – während des Dritten Reichs veröffentlichten – Romanen Der Deutsche von Bayencourt und Strogany und die Vermißten verbarg sich unter einer durchaus regimetreuen Oberfläche eine zweite, antifaschistische Lesart.

Kinder[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Der Erikabrunnen auf dem
Adam-Kuckhoff-Platz

Werke[Bearbeiten]

  • Schillers Theorie des Tragischen bis zum Jahre 1784. Halle 1912.
  • Scherry. Frankfurt 1931.
  • Wetter veränderlich! Berlin 1932 (zusammen mit Eugen Gürster).
  • Disziplin. Berlin 1933.
  • Till Eulenspiegel. Berlin 1933.
  • Der Deutsche von Bayencourt. Berlin 1937.
  • Strogany und die Vermißten. Berlin 1941 (zusammen mit Peter Tarin).
  • Adam Kuckhoff zum Gedenken. Berlin 1946.
  • Adam Kuckhoff. Halle 1967.
  • Adam Kuckhoff. Berlin 1970.
  • Fröhlich bestehn. Aachen 1985.

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingeborg Drewitz: Leben und Werk von Adam Kuckhoff. Berlin 1968
  • Karlheinz Jackste (Hrsg.): Adam Kuckhoff – Tradition und Aufgabe. Halle (Saale) 1977
  • Greta Kuckhoff: Vom Rosenkranz zur Roten Kapelle. Berlin 1972
  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. Mit einer Einführung von Heinrich Scheel; ergebnisse, Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0
  • Gerald Wiemers (Hrsg.): Ein Stück Wirklichkeit mehr. Berlin 1968
  • Gertraude Wilhelm: Kuckhoff, Adam. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. 163 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adam Kuckhoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schriftsteller im Rundfunk – Autorenauftritte im Rundfunk der Weimarer Republik 1924–1932
  2. Artikel in Neues Deutschland, 23. Dezember 1969, S. 4.
  3. Adam-Kuckhoff-Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  4. Kaiser-Karls-Gymnasium und zur Kuckhoffstraße in Aachen, abgerufen am 12. August 2012