Adamin

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Adamin
Adamite-139150.jpg
gelbgrüner Adamin aus der Ojuela Mine in Mexiko
Chemische Formel

Zn2[OH|AsO4] [1]

Mineralklasse Phosphate, etc., mit weiteren Anionen, ohne H2O
8.BB.30 (8. Auflage: VII/B.06) nach Strunz
41.06.06.03 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin orthorhombisch-dipyramidal  2/m\ 2/m\ 2/m
Farbe gelbgrün, gelb, grün, rosa, violett, farblos
Strichfarbe weiß
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 4,4
Glanz Glasglanz bis Diamantglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Spaltbarkeit gut bis vollkommen
Bruch muschelig bis uneben
Habitus prismatisch, dipyramidal, nadelig, radialstrahlig
Kristalloptik
Brechungsindex nα=1,708 bis 1,722 ; nβ=1,708 bis 1,722 ; nγ=1,763 bis 1,773 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
Δ = 0,055 [2]; zweiachsig, wechselnd
Optischer Achsenwinkel 2V = 78° bis 90° [2]
Weitere Eigenschaften
Besondere Kennzeichen Fluoreszenz und Phosphoreszenz

Adamin ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Zn2[OH|AsO4][1] und entwickelt vorwiegend kurze bis lange, prismatische Kristalle oft in Form einer Doppelpyramide (Oktaeder). Es kann auch den Habitus einer speroidischen Masse haben. Seine Farbe variiert zwischen farblos, gelb, gelbgrün, grün, rosa und violett.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Adamin (grün leuchtend) und Hemimorphit (blau) aus der Ojuela Mine, Mexiko - A: Tageslicht, B: UV-Licht

Adamin leuchtet unter UV-Licht grün bis gelbgrün auf.

Zusammen mit Olivenit bildet es eine Mischreihe mit nach Olivenit zunehmendem Kupfergehalt. Da Cuproadamin innerhalb der Mischreihe auftritt, wird es verschiedentlich nicht als eigenständige Varietät anerkannt.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals beschrieben wurde Adamin 1866 vom französischen Chemiker und Mineralogen Charles Friedel (1832–1899)[3]. Er benannte das Mineral nach dem französischen Mineralogen Gilbert Joseph Adam (1795-1881), der es 1866 erstmals in Chañarcillo/Atacama-Region in Chile fand.[2]

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Adamin bei den Phosphaten, Arsenaten und Vanadaten klassifiziert. Es wird zu den Phosphaten, Arsenaten und Vanadaten mit weitere Anionen, aber ohne Kristallwasser gezählt. In der achten Auflage bildet es mit Eveit, Libethenit, Olivenit, Paradamin, Tarbuttit und Zincolibethenit die Libethenit-Reihe, in der neunten Auflage mit Auriacusit, Eveit, Libethenit, Olivenit, Zinkolibethenit und Zinkolivenit eine Untergruppe der Phosphate, Arsenate und Vanadate mit mittelgroßen Kationen (OH, etc.) und einem Verhältnis von Anionen und RO4 von kleiner oder gleich 1:1.

In der Systematik der Minerale nach Dana bildet es mit Libethenit, Olivenit, Eveit, Zinkolibethenit und Zinkolivenit eine Untergruppe der Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl- oder Halogenionen und einer Zusammensetzung A2(XO4) Zq. [4]

Varietäten und Modifikationen[Bearbeiten]

Die Verbindung Zn2[OH|AsO4] ist dimorph und kommt in der Natur neben dem orthorhombischen Adamin noch als triklin kristallisierender Paradamin vor.

Bei den Varietäten Aluminium-Adamin, Cuproadamin, Cobaltadamin, Manganadamin und Nickeladamin ist das im Adamin enthaltene Zink teilweise durch die genannten Elemente in den Varietätnamen ersetzt.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Adamin findet sich zusammen mit Aurichalcit, Hemimorphit, Konichalcit und Smithsonit in der Oxidationszone arsenreicher Lösungen oder in Zinklagerstätten.

Es sind insgesamt 175 Fundorte (stand April 2010) des Adamins bekannt.[2] Zu diesen zählen unter anderem Cap Garonne in Frankreich, Laurion in Griechenland, Mapimí/Durango in Mexiko und Tsumeb in Namibia.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Adamin kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pnnm mit den Gitterparametern a = 8,30 Å, b = 8,51 Å und c = 6,04 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 444.
  2. a b c d e MinDat - Adamite (engl.)
  3. ADAMITE FROM GOLD HILL, TOOELE CO., UTAH from Lloyd W. Srapros, Stanford University, California (englisch; PDF; 320 kB)
  4. Liste der Minerale nach Dana bei webmineral.com

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adamin (Adamite) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien