Mineralbrunnen Überkingen-Teinach

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Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG
Ueberkinger-logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006614001 (Stammaktie); DE0006614035 (Vorzugsaktie)
Gründung 1923
Sitz Bad Überkingen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 939 (Konzern, Ø 2008)[1]
Umsatz 192 Mio. EUR (Konzern, 2008)[1]
Branche Lebensmittelindustrie
Produkte Getränke
Website www.mineralbrunnen-ag.de
Alte Mineralwasserflaschen mit Bügelverschluss aus den 1960er Jahren

Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG ist die Muttergesellschaft des gleichnamigen Konzerns mit Sitz im baden-württembergischen Bad Überkingen. Der Konzern stellt neben Mineralwässern, Heilwässern, Fruchtsäften, Fruchtsaftgetränken und Fruchtnektaren auch andere nicht-alkoholische Getränke auf Wasserbasis her und betreibt das Bad-Hotel in Bad Überkingen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die ersten urkundlichen Erwähnungen von Quellen des heutigen Unternehmens gehen zurück auf das 12. und das 13. Jahrhundert. Neben dem Trinken und Baden vor Ort entstand im 16. Jahrhundert ein Handel in Süddeutschland mit Hilfe von so genannten Sauerbrunnenträgern. Im Jahr 1896 kaufte Kommerzienrat Karl Haegele aus Geislingen das Überkinger Bad- und Hotelgebäude und vergrößerte Abfüllung und Versand. 1918 wurde die „Bad Überkinger Kurhaus- und Mineralwasserbetrieb deutscher Gastwirte GmbH“ gegründet. Im Jahr 1923 entstand durch Zusammenschluss der „Bad Überkinger Kurhaus und Mineralwasserbetrieb deutscher Gastwirte GmbH“ mit der Zweigniederlassung Imnau (Hohenzollern) und den Eigentümern der Teinacher Mineralquellen die „Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG“. 1926 erfolgte ein weiterer Zusammenschluss mit dem Brunnen in Bad Ditzenbach und die Umfirmierung zur „Mineralbrunnen Überkingen-Teinach-Ditzenbach AG“. 1927 wurde die „Remstalquellen GmbH“ mit Sitz in Beinstein übernommen. 1957 wurden die Apollo Quellen in Bad Imnau weiter ausgebaut. 1980 wurde die Kisslegger Quelle übernommen, 1989 die Mühringer Schlossquelle, 1991 bis 2006 die Güstrower Schlossquelle in Mecklenburg-Vorpommern sowie 1995 die Fachinger Quelle. Seit 27. November 1986 ist das Unternehmen börsennotiert. Seit 1994 besitzt das Unternehmen die Markenrechte an Bluna für den Großteil Europas; ab 1999 die Markenrechte an Afri-Cola weltweit. 2005 kamen weitere Marken hinzu sowie am 1. Januar 2008 das Fruchtsaftunternehmen Tucano Holding GmbH aus Merzig, das dem Großaktionär für 23,1 Mio. Euro abgekauft wurde.

Zum 31. Dezember 2008 wurden die „Remstal-Quellen“ in Waiblingen-Beinstein geschlossen. Ende 2010 wurde die Mineralbrunnen Überkingen GmbH an das Investorenkonsortium ProAqua GmbH verkauft.[2] Zum Anlagevermögen der GmbH gehören neben dem Produktionsstandort in Bad Überkingen einschließlich der Quellenrechte, die Abfüllanlagen sowie die Markenrechte für die Produkte Überkinger, Ü und Adelheidquelle.[3] Im Juni 2011 folgte der Verkauf des Fachinger Brunnens an die Sinalco GmbH aus Düsseldorf.[4]


Im März 2012 wurden im Rahmen eines Asset Deals zum 1. April 2012 das Bad-Hotel Bad Teinach nebst der Mineraltherme an die Pforzheimer HotelThermeTeinach GmbH & Co. KG verkauft, die sich im Besitz des Unternehmens Wolfgang Scheidtweiler befindet. [5] Am 29. Mai 2012 beantragte die Überkinger Mineralbrunnen GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie (Planinsolvenz).[6] Das vorläufige Insolvenzverfahren soll bis zum 1. August abgeschlossen werden, damit die Gläubigerversammlung über den Insolvenzplan abstimmen kann. Größter Gläubiger ist die Mineralbrunnen AG: Dieser frühere Eigentümer besitzt Forderungen in Höhe von ungefähr 800.000 Euro.[7]

[Bearbeiten] Standorte

[Bearbeiten] Aktionärsstruktur

Ende 2011 waren der Besitz der 6.314.700 Anteile als Stammaktien folgendermaßen verteilt:

  • 51,01 % Brasserie Karlsberg Holding S.A. (Karlsberg Brauerei Gruppe, Homburg/Saar)
  • 18,65 % Förderverein der Angehörigen des Württ.-Hohenz. Gaststättengewerbes e. V.
  • 10,49 % Versorgungshilfe für die Betriebsangehörigen der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG e. V.
  • 4,88 % Eigenbesitz der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach
  • 14,97 % Streubesitz

Dazu kommen noch 2.187.360 Anteile in Form von Vorzugsaktien.[8]

[Bearbeiten] Kennzahlen

Im Jahr 2008 stieg der Konzernumsatz auf rund 192 Mio. Euro. Dabei wurden 20 Mio. Euro Verlust (EBIT) gemacht. Der Konzern beschäftigte 2008 im Durchschnitt 939 Mitarbeiter. Es wurde für das Geschäftsjahr 2008 keine Dividende ausgeschüttet.[1]

2006[9] 2007[9] 2008[9] 2009[9] 2010[9] 2011[9]
Umsatz (Mio. €) 132,6 117,8 192,8 168,8 148,7 156,4
EBIT (Mio. €) 7,3 -4,3 -20,0 -6,4 -3,6 14,2
Beschäftigte (Anzahl im Durchschnitt) 832 769 939 832 760 596

[Bearbeiten] Produkte

Die Produkte werden unter folgenden Markennamen vertrieben:

[Bearbeiten] Mineralwässer

  • Hirschquelle vital
  • Imnauer Apollo
  • Kisslegger
  • Krumbach
  • Krumbach Naturell Pur
  • Mühringer
  • Teinacher
  • Teinacher Naturell
  • Teinacher Gourmet Medium

[Bearbeiten] Heilwässer

[Bearbeiten] Fruchtsäfte und -schorle

diverse Schorle der verschiedenen Mineralwasser-Marken sowie Fruchtsäfte der Tochter Tucano

[Bearbeiten] Brausen und Limonaden

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Geschäftsbericht 2008, S. 59
  2. ahgz.de: Mineralbrunnen Überkingen GmbH ist verkauft, Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, 21. Dezember 2010, Zugriff am 20. Mai 2012
  3. Bernhard Eck: Mineralbrunnen Bad Überkingen wird verkauft, Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, 14. Dezember 2010, Zugriff am 20. Mai 2012
  4. handelsblatt.com: Übernahme: Sinalco kauft Mineralwassermarke, 17. Juni 2011, Zugriff am 19. Mai 2012
  5. Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG: Hotel- und Kurbetrieb Bad Teinach mit neuem Besitzer, Pressemeldung, 14. März 2012, Zugriff am 20. Mai 2012
  6. Überkinger ist nicht mehr flüssig. Stuttgarter Zeitung, 29. Mai 2012
  7. Sabine Klotzbücher: Insolvenz angemeldet: Überkinger möchte sich aus eigener Kraft retten, Stuttgarter Nachrichten, 30. Mai 2012, abgerufen am 30. Mai 2012
  8. Finanzdaten (Konzern)
  9. a b c d e f Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG: Kurzportrait, Zugriff am 20. Mai 2012
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