Adelheidsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Adelheidsdorf
Adelheidsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Adelheidsdorf hervorgehoben
52.56555555555610.06055555555641Koordinaten: 52° 34′ N, 10° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Wathlingen
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 33,24 km²
Einwohner: 2470 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29352
Vorwahlen: 05085, 05141
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 001
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schmiedeberg 1
29339 Wathlingen
Webpräsenz: www.wathlingen.de
Bürgermeister: Susanne Führer (CDU)
Lage der Gemeinde Adelheidsdorf im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Eschede Hohne Langlingen Eldingen Eschede Ahnsbeck Eschede Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild

Adelheidsdorf ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Wathlingen im Landkreis Celle in Niedersachsen. Die Gemeinde hatte am 31. Dezember 2008 insgesamt 2506 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 33,24 km².[2]

Geographie[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören neben der Ortschaft Adelheidsdorf die Dörfer (Ortsteile) Dasselsbruch und Großmoor. Die Gemeinde liegt etwa 7 km südlich von Celle.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kolonie Adelheidsdorf wurde im Zuge der Besiedlung geeigneter Teile des Wietzenbruchs in den Jahren 1824 bis 1839 geschaffen. 16 Siedlungswillige aus weiten Teilen des Königreichs Hannover und aus Westfalen ließen sich „im Westerzeller Felde, an der Hannoverschen Straße“ nieder und wurden mittels so genannter Meierbriefe Eigentümer des Landguts. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit Recht behauptet, dass in Adelheidsdorf „die Pfannkuchen nur auf einer Seite gebacken“ werden.[3] Die Kolonie erhielt 1831 den Namen nach Adelheid von Sachsen-Meiningen, der damaligen Königin von Hannover sowie von Großbritannien und Irland.[4]

Bis 1834 besuchten die Kinder die Schule in Westercelle; zum Ende des Jahres wurde mit Ernst Quietmeyer, später in Hannover, ein eigener Lehrer in Adelheidsdorf angestellt.[5]

Die Ortschaft Dasselsbruch entstand ab 1850, in Großmoor wurden 1915 die ersten drei Massivhäuser errichtet.[6]

In Adelheidsdorf befindet sich seit 1975 die Hengstprüfungsanstalt des Niedersächsischen Landgestüts Celle.

Am 23. August 2009 wurden im Rahmen eines großen Straßen- und Dorffestes auf der alten B 3 die Fertigstellung des ersten Teils der Ostumgehung und die Umwandlung der B 3 in die Kreisstraße 84 gefeiert. 600 m der alten Straße waren zwischen Schule und dem Firmengelände Stankiewicz von zahlreichen Menschen bevölkert. Eigens zu diesem Anlass hatte man diesen Bereich für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Die Grundschule Adelheidsdorf feierte am 12. September 2010 ein großes Fest aus Anlass ihres 75-jährigen Bestehens. Das am 12. August 1935 eingeweihte Gebäude erstrahlte nicht nur in neuem Anstrich; es präsentierte sich zudem ordentlich beschmückt und mit einem Schriftzug, der auf das besondere Ereignis hinwies: „Die Grundschule Adelheidsdorf im Herzen Europas“.[7]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinde Großmoor und Teile der Gemeinde Westercelle (Gebiete südlich des Fuhsekanals) mit damals etwas mehr als 300 Einwohnern eingegliedert.[8]

Politik[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Adelheidsdorf setzt sich aus 13 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD WG Bürger für Adelheidsdorf (BfA) Blazek/Twelkemeyer-Gruppe Die Grünen FDP Die Piraten Gesamt
2001 6 5 2 nicht angetreten nicht angetreten 0 0 0 13 Sitze
2006 5 6 2 nicht angetreten nicht angetreten 0 0 0 13 Sitze[9]
2008 5 4 2 2 nicht angetreten 0 0 0 13 Sitze
2011 6 4 1 2 nicht angetreten 0 0 0 13 Sitze
2013 6 4 0 1 2 0 0 0 13 Sitze[10]

Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011[11]

Bürgermeisterin ist zurzeit Susanne Führer.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt zwei jeweils nahe dem Rand liegende weiße Längsstreifen sowie am Fuße des Wappenschildes zwei weiße Querstreifen auf grünem Grund. In der Schildmitte kreuzen sich ein Moorspaten und eine Hacke. Das Wappen stilisiert damit den Torfabbau und die grünen Wiesen der Gemeinde.

Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde Adelheidsdorf zeigt in Grün zwei schmale silberne Pfähle, in den Flanken ein Schildfuß mit zwei übereinander liegenden schmalen Balken vereint, im Freifeld gekreuzt Moorhacke (Twicke) und Spaten, beide mit goldenen Stielen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Adelheidsdorf

Vereine[Bearbeiten]

Das Adelheidsdorfer Dorfleben wird geprägt von zahlreichen Vereinen und Verbänden. Neben dem Schützenverein, verschiedenen Sportvereinen, Landfrauenvereinen und einem Gemischten Chor gibt es unter anderem eine DLRG-Ortsgruppe, einen DRK-Ortsverein, den Verkehrsverein in der Samtgemeinde Wathlingen und einen Verein für Freizeitreiter und -fahrer. Freiwillige Feuerwehren existieren in den Ortsteilen Adelheidsdorf und Großmoor, für die Jugendarbeit wurde eine gemeinsame Jugendfeuerwehr gegründet.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr

Die Gemeinde liegt in der Nähe der Bundesstraße 3 zwischen Hannover und Celle. Um nach Celle zu gelangen, benötigt man 7 Min., für den Weg nach Hannover maximal eine halbe Stunde, da man bei Burgdorf Anschluss an die Bundesautobahn 37 hat und im weiteren Verlauf die ausgebaute Bundesstraße 3 und die Bundesstraße 6, den Messeschnellweg Hannovers, benutzen kann. In den Jahren 2006–2009 wurde der erste Abschnitt der geplanten Ostumgehung Celle gebaut. Seit dem Sommer 2009 ist die Streckenführung zwischen Celle und Hannover fertiggestellt, sodass Adelheidsdorf weitestgehend vom Durchgangsverkehr verschont wird. Seit der Öffnung der Ortsumgehung ist die Wohnqualität deutlich gestiegen, da die Naherholung und auch der Wohnwert deutlich verbessert sind.

Schienenverkehr

Durch die Gemeinde führt die Eisenbahnstrecke Hannover–Celle, allerdings nicht an der Strecke über die „Hasenbahn“, sondern an der über Lehrte, die „Hasenbahn“ grenzt aber an Dasselsbruch (der nächste Bahnhof ist Ehlershausen (S-Bahn-Linie 6 und 7). Fernverkehrsanschlüsse bestehen in Celle (IC, einzelne ICE) und in Hannover (ICE, IC).

Buslinien

In Großmoor, Dasselsbruch und Adelheidsdorf Süd-West hält die Buslinie 7-75 (CeBus) sowie in Adelheidsdorf Nord und Ost die Linie 6-65 (CeBus). Von der Gemeinde aus führen die Buslinien nach Celle.

Kindergarten[Bearbeiten]

Der Großmoorer Kindergarten ist eine der letzten Einrichtungen der Gemeinde Adelheidsdorf. Seit dem 7. September 1970 werden dort die Kinder aus Adelheidsdorf, Dasselsbruch und Großmoor betreut. Anfangs waren auch Kinder aus Ehlershausen darunter. Prominenter Kindergartenbesucher damals: der Rundfunkmoderator Hinnerk Baumgarten. Leiterin war von 1970 bis 2009 Inge Schrock, dann folgte Renate Ruthe, und seit 2011 leitet Sandra Höhle die Kindertagesstätte.[13]

Unternehmen[Bearbeiten]

Der Autozulieferer Stankiewicz GmbH mit seinen weltweit 2100 Beschäftigten wurde 1945 gegründet. Bis 2006 gehörte das Unternehmen zur Continental AG, Hannover und wurde danach an den niederländischen Finanzinvestor Gilde Buy-Out Fund verkauft. Am 13. November 2008 wurde bekannt, dass mangels weiterer Kredite der Banken durch die Finanzkrise eine Insolvenz drohte.[14] Am 29. Dezember 2008 wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet.[15] Im Juli 2009 übernahm der US-Konzern IAC Stankiewicz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Kurt Kühme (1885–1944), deutscher Offizier, Freikorpsführer sowie Politiker der NSDAP und SA-Obergruppenführer, siedelte mit dem Freikorps Kühme 1920 im Gebiet des heutigen Ortsteils Großmoor (Jägerheide)[17]
  • Ernst Quietmeyer (* 16. Dezember 1815; † 29. Juni 1896), Lehrer in Adelheidsdorf 1834–1838, danach in Hannover, darauf Rendant der Spar- und Leihkasse des Landkreises Celle, bekannt durch Herausgabe von Lesebüchern für Töchter- und Bürgerschulen[18]
  • Hildegard von Rheden (1895–1987), „Reichsbäuerin“ (ab 1934) und spätere niedersächsische DRP-Abgeordnete, verlebte ihre letzten Lebensjahre in Adelheidsdorf[19]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Blazek, Wolfgang Evers: Dörfer im Schatten der Müggenburg. Eigenverlag, Celle 1997.
  • Matthias Blazek: Die Geschichte der Ortsfeuerwehr Adelheidsdorf 1939–2014. Adelheidsdorf 2014, ISBN 978-3-00-041646-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adelheidsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsfortschreibung für die Gemeinden des Landkreises Celle, Amtsblatt für den Landkreis Celle, Nr. 21 vom 29. September 2009.
  3. Blazek, Matthias: 70 Jahre Schule in Adelheidsdorf in der Schulstraße – Schulchronik 1825–2005, Adelheidsdorf 2005, S. 5.
  4. Verfügung des Kabinettsministeriums zu Hannover vom 31. Mai 1831. Vgl. ausführlich: Blazek, Matthias: „Adelheid von Sachsen-Meiningen / Namenspatin von Adelheidsdorf und Adelaide – Spätere Königin von England bleibt kinderlos und ist wohl nie im Celler Raum gewesen“, Sachsenspiegel 45, Cellesche Zeitung vom 10. November 2012.
  5. Meyer, Gustav: Zur Geschichte der Neuenhäuser Kirche vor Celle – Eine Festgabe zur Feier ihres hundertjährigen Bestehens am 30. December 1851, Celle 1851, S. 35.
  6. Über die Poststraße, Fuhsekanal, Bahnstrecke Lehrte–Celle, Müggenburg, Adelheidsdorf, Dasselsbruch und Torfscheune in Großmoor siehe ausführlich: Blazek, Matthias: Die Anfänge des Celler Landgestüts und des Celler Zuchthauses sowie weiterer Einrichtungen im Kurfürstentum und Königreich Hannover 1692–1866, ibidem-Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8382-0247-1.
  7. www.cellesche-zeitung.de.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  9. Endergebnis der Kommunalwahlen am 10. September 2006.
  10. Feststellung der Fraktionen und Gruppen am 24. Januar 2013. Walter Twelkemeyer auch weiterhin Mitglied der WG.
  11. Endergebnis der Kommunalwahlen am 11. September 2011.
  12. Matthias Blazek: Die Geschichte der Ortsfeuerwehr Adelheidsdorf 1939–2014. Adelheidsdorf 2014, ISBN 978-3-00-041646-0.
  13. Ausführlich: Blazek, Matthias: Kindertagesstätte Moorwichtel – 40 Jahre Kindergarten Großmoor 1970–2010, Adelheidsdorf 2010, ISBN 978-3-00-031747-7.
  14. de.reuters.com.
  15. NDR Online: Celler Zulieferer insolvent: 1.250 Stellen gefährdet (Version vom 8. März 2009 im Internet Archive).
  16. Ausführlich: Wer ist wer? – Das deutsche Who's who, Schmidt-Römhild, Lübeck 2003, S. 1125.
  17. Ausführlich: Matthias Blazek: Jägerregiment Freikorps Kühme. In: Matthias Blazek, Wolfgang Evers (Hrsg.): Dörfer im Schatten der Müggenburg. Adelheidsdorf 1997, S. 437–444.
  18. Matthias Blazek: Spar- und Leihkasse für das Amt Celle gegründet/Ernst Quietmeyer von 1864 bis 1887 erster Leiter – Gebürtiger Bergener von 1834–1838 Lehrer in Adelheidsdorf/Hochangesehener Mann mit bester kaufmännischer Erfahrung, Sachsenspiegel 16, Cellesche Zeitung vom 21. April 2001.
  19. Vgl. Karin Ehrich, Christiane Schröder: Geschichte Schaumburger Frauen. 2. Aufl., hrsg. von der Schaumburger Landschaft, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001, S. 164–174.