Adelsried

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Adelsried, zum gleichnamigen Ortsteil von Bernried am Starnberger See siehe Adelsried (Bernried)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Adelsried
Adelsried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Adelsried hervorgehoben
48.42527777777810.719444444444485Koordinaten: 48° 26′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 485 m ü. NHN
Fläche: 9,7 km²
Einwohner: 2270 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86477
Vorwahl: 08294
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dillinger Str. 2
Webpräsenz: Gemeinde Adelsried
Bürgermeisterin: Erna Stegherr-Haußmann (SPD)
Lage der Gemeinde Adelsried im Landkreis Augsburg
Ammersee Baden-Württemberg Augsburg Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dachau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Donau-Ries Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Günzburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Ostallgäu Landkreis Starnberg Landkreis Unterallgäu Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Schmellerforst Adelsried Allmannshofen Altenmünster Aystetten Biberbach (Schwaben) Bobingen Bonstetten (Schwaben) Diedorf (Schwaben) Dinkelscherben Ehingen (Landkreis Augsburg) Ellgau Emersacker Fischach Gablingen Gersthofen Gessertshausen Graben (Lechfeld) Großaitingen Heretsried Hiltenfingen Horgau Kleinaitingen Klosterlechfeld Königsbrunn Kühlenthal Kutzenhausen Langenneufnach Langerringen Langweid am Lech Meitingen Mickhausen Mittelneufnach Neusäß Nordendorf Oberottmarshausen Scherstetten Schwabmünchen Stadtbergen Thierhaupten Untermeitingen Ustersbach Walkertshofen Wehringen Welden Westendorf (Landkreis Augsburg) ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

Adelsried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Geografie[Bearbeiten]

Adelsried liegt am Rande des Schwäbischen Holzwinkels im Naturpark Augsburg - Westliche Wälder im Landkreis Augsburg und etwa 20 Kilometer entfernt von der kreisfreien Stadt Augsburg.

Der Schwäbische Holzwinkel umfasst die fünf Gemeinden Adelsried, Bonstetten, Heretsried, Welden sowie Emersacker und ist ein noch heute dicht bewaldetes Gebiet.

Außerdem entspringt der Fluss Laugna im Adelsrieder Becken.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Adelsried, Hauptort, Gemarkung und Pfarrdorf
    • Kruichen, Dorf
    • Engelshof, Einöde

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Die Adelsrieder Bevölkerung setzte sich im Jahr 2012 laut Kommunalstatistik 2013 wie folgt zusammen (jeweils bezogen auf 2233 Einwohner).

Altersstruktur:

Altersklassen absolut in %
- 25 Jahre 564 25,26%
25 - 50 Jahre 749 33,54%
50-65 Jahre 483 21.63%
über 65 Jahre 437 19.57%

Geschlecht:

1126 Einwohner (50.43%) sind weiblich. 1107 Einwohner (49,57%) sind männlichen Geschlechts.

Religion (letzte Daten vom 9. Mai 2011; 2165 Einwohner):

70 % der Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens. 10,8 % der Adelsrieder Bevölkerung ist evangelisch-lutherischer Konfession.

Die verbleibenden Prozentpunkte verteilen sich auf andere Religionsgemeinschaften oder Bürger, die nicht Mitglied einer Kirche sind.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Seit 1840 kann die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde statistisch zuverlässig nachverfolgt werden. Hieraus zeichnet sich folgendes Bild:

Das Balkendiagramm stellt die Entwicklung der Bevölkerung und damit einhergehend der Bevölkerungsdichte der Gemeinde Adelsried zu verschiedenen Stichtagen dar.
Stichtag Bevölkerung insgesamt Einwohner je km²
01.12.1840 505 51
01.12.1871 533 53
01.12.1900 565 57
16.06.1925 596 60
17.05.1939 679 68
13.09.1950 1017 102
06.06.1961 1030 103
27.05.1970 1326 133
25.05.1987 1816 182
09.05.2011 2165 217
31.12.2012 2233 230


Geschichte[Bearbeiten]

In der Nähe der heutige Ortschaft Adelsried befanden sich bereits in der Epoche der Römischen Kaiserzeit eine zivile Ziegelei sowie eine römische Siedlungsstelle. Diesen Schluss lassen 1980 getätigte Funde von verbrannten und deformierten römischen Ziegeln und die Nähe zu einem Tonabbaugebiet, das noch bis lange in die Neuzeit hinein genutzt wurde zu.[2] Die Datierung der Funde ermöglicht es, den Beginn der Besiedlung um die 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts festzusetzen, wobei auch diese Ziegelei wie zahlreiche andere im Umland der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum (Augsburg) den zunehmenden Unruhen an den Grenzen des römischen Reiches und den Einfällen germanischer Völker wohl im Zuge des 4. Jahrhunderts zum Opfer fiel.[3]

Der erste Beleg des Siedlungsnamens findet sich in einer Urkunde des 12. Jahrhunderts, die allerdings eine Kopie eines Dokumentes aus dem Jahre 919 darstellt, weshalb von dem Bestehen der Siedlung bereits zu diesem Zeitpunkt ausgegangen werden könnte. Hier trägt Adelsried noch den Namen "Adeloldesried", welcher über unterschiedliche sprachliche Entwicklungsstufen wie "Adelhartzriet"(1309), "Adelharterieth"(1312) und "Adlatzried" (1399) schließlich 1480 erstmals zu "Adelsried" wurde und sich dann in dieser Schreibweise vermehrt in den zeitgenössischen Dokumenten wiederfindet. Der sich aus dem althochdeutschen Grundwort *reod (nhdt.: Rodung) entwickelte Zusatz -ried im Ortsnamen verweist zudem darauf, dass sich die Siedlung auf dem Gebiet gerodeten Urwalds befand.[4] In der Forschung umstritten ist hinsichtlich des Namens im Übrigen die Zuschreibung "Adelsbrehtsried", die Joachim Jahn für möglich hielt.[5] Hieraus würde folgen, dass Adelsried bevor es den Herren von Knöringen, einem burgauischen Dienstmannengeschlecht, unterstand, bereits dem Kloster Ursberg (nach Datierung des Ursberger Traditionsbuches in jedem Falle vor 1209)[6] gehört hätte. Ungeklärt bliebe, wie es den Besitzer gewechselt hätte.

Gesichert ist dahingegen, dass Egolf der Scharg von Knöringen 1309 dem Augustiner-Chorherrenstift Heilig-Kreuz aus Augsburg mehrere Güter und Rechte - etwa das Kirchamt, die Vogtei und Patronatsrechte sowie das Dorfgericht - der Siedlung veräußerte. Adelsried blieb so lange Zeit ein Amt des inkorporierten Klosters Heilig Kreuz/Hochstift Augsburg im Territorium der Markgrafschaft Burgau.[7] Die heutigen Eingemeindungen Engelhof und Kruichen gingen 1485 ebenfalls in den Besitz des Klosters Heilig Kreuz über.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde der Ort zum Teil des Königsreichs Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde unter Miteinbeziehung des Engelhofs und des Weilers Kruichen. 1862 bis 1929 gehörte Adelsried zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.[8]

Im Zuge der Gebietsreform 1972-1980 wurde Adelsried mit Bonstetten, Welden und Reutern sowie den Gemeinden Emersacker, Heretsried und Lauterbrunn aus dem ehemaligen Landkreis Wertingen zur Verwaltungsgemeinschaft Welden zusammengegefasst. Die Gemeinde trat nach kurzer Zugehörigkeit von 1978-1979 allerdings wieder aus und ist seit dem 1. Januar 1980 selbstständig. [9]

Bei Adelsried entstand 1958 als erste Autobahnkirche die Kirche Maria, Schutz der Reisenden.

Wappen[Bearbeiten]

Das Adelsrieder Wappen spiegelt denn auch die historische Entwicklung der Ortschaft wider. Auf blauem Grund befinden sich zwei gekreuzte, silberne Rodungsbeile über denen ein Tatzenkreuz abgebildet ist. Die Rodungsbeile symbolisieren die Entstehung der Siedlung in frei gelegtem Urwaldboden und ihr zunehmendes Wachstum im Zuge der fortschreitenden Rodungen des 11. und 12. Jahrhunderts. Das Tatzenkreuz symbolisiert die lange andauernde Herrschaft des Kloster Heilig Kreuz.

Politik[Bearbeiten]

Hauptamtliche Bürgermeisterin ist seit 2008 Erna Stegherr-Haußmann, die sich bei der Wahl 2014 mit 59 Stimmen Vorsprung gegen Herausforderer Karl Mayer (CSU) durchsetzen konnte. Bis 2008 war Ewald Zirch noch ehrenamtlicher Bürgermeister (Freie Wählergemeinschaft).

Sitzverteilung im 14-köpfigen Gemeinderat (Stand Kommunalwahl 2014):

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Adelsried

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrug das Haushaltsvolumen der Gemeinde Adelsried 4,38 Millionen Euro. Die Gemeindeverschuldung im selben Jahr betrug 3,03 Millionen Euro, was einer Verschuldung von 1382 Euro pro Einwohner gleichkommt.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahre 2012 gab es im ganzen Ort 497 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer. Hiervon entfielen auf die Land- und Forstwirtschaft keine, auf das Produzierenden Gewerbe 78, auf den Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 238 und auf Unternehmensdienstleister 116 Stellen.

Im Jahr 2010 bestanden in Adelsried noch 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 391 ha, wovon 257 ha Ackerfläche und 134 ha Dauergrünfläche waren. Die Landwirte hielten sich im Übrigen etwa 500 Rinder (inklusive der 140 Milchkühe), 75 Pferde und 100 Hühner.

Verkehr[Bearbeiten]

Adelsried hat eine optimale Anbindung (Anschlussstelle 71a) an die Bundesautobahn 8 Stuttgart - München, die derzeit zur dreispurigen Autobahn erweitert wird.

Bis zur Stilllegung der Weldenbahn (Augsburg-Welden) 1986 hatte Adelsried zudem einen Bahnhof. Heute führt der Landrat-Dr.-Frey-Radweg entlang der ehemaligen Bahnstrecke durch den Holzwinkel.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Kinderkrippe und eine Volksschule, die im Schulverband mit der Nachbargemeinde Bonstetten verwaltet wird.

  • Kindergarten und Kinderkrippe (Stand 1. März 2013): 107 Plätze mit 93 Kindern und 14 Betreuern
  • Volksschule (Stand Schuljahr 2012/13): 11 Lehrkräfte und 139 Schüler in 6 Klassen inklusive Nachmittagsbetreuung

Literatur[Bearbeiten]

  • Jahn, Joachim: Augsburg Land (Historischer Atlas von Bayern; Teil Schwaben; H. 11), München 1984.
  • Kießling, Rolf: Kleine Geschichte Schwabens, Regensburg 2009.
  • Plötzl, Walter: Märkte, Dörfer, Weiler, Einöden in der Markgrafschaft Burgau (Beiträge zur Heimatkunde des Landkreises Augsburg; Bd. 19), Augsburg 2004.
  • Wißner, Bernd/ Haidar, Ute (Hrsg.): Augsburger Land, Augsburg 2011.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben, Bd. 74 (1980), S. 43. (Fundmeldung)
  3. Vgl. Czysz, Wolfgang/ Maggetti, Marino/ Galetti, Giulio/ Schwander, Hans: Die spätrömische Töpferei und Ziegelei von Rohrbach im Landkreis Aichach-Friedberg, in: Bayerische Vorgeschichtsblätter, Jg. 49 (1984), S. 215-256, hier: S. 216f.
  4. Vgl. Reitzenstein, Wolf-Armin Freiherr von: Lexikon schwäbischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung, München 2013, S. 22.
  5. Vgl. Jahn, Joachim: Augsburg Land (Historischer Atlas von Bayern; Teil Schwaben; H. 11), München 1984, S. 49.
  6. Vgl. Schröder, Alfred: Das Traditionsbuch und das älteste Einkünfte-Verzeichnis des Klosters Ursberg, in: Jahresbericht des Historischen Vereins Dillingen, Bd. 7 (1894), S. 1-39, hier: S. 9.
  7. Vgl. Jahn: Augsburg Land, S. 74.
  8. Vgl. Jahn: Augsburg Land, S. 612f.
  9. Vgl. Jahn: Augsburg Land, S. 617f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adelsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien