Adenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Adenau
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Adenau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 23′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 18,56 km²
Einwohner: 2904 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 53511–53518
Vorwahl: 02691
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Webpräsenz:
Stadtbürgermeister: Bernd Schiffarth (CDU)

Adenau ist eine Stadt in der Hocheifel. Die Stadt ist Sitz der Verbandsgemeinde Adenau.

Stadt Adenau 1978
Stadt Adenau 1978

Adenau trägt den Beinamen „Johanniterstadt“, da dieser Orden hier im Mittelalter ansässig war. Das Wappen der Stadt beherbergt einen Löwen und ein Kreuz. Bei Adenau befindet sich die Nordschleife des Nürburgrings, die zwischen den Streckenabschnitten Adenauer Forst und Exmühle in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Ortsrandes verläuft.

Der Stadtteil Breidscheid war bis 1952 eine selbständige Gemeinde. Die Herren von Breidscheid wurden bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Breidscheider Kapelle ist den hl. Rochus und Sebastianus geweiht und soll im Jahre 1630 als Pestkapelle gebaut worden sein. Breidscheid ist neben Nürburg, Quiddelbach und Herschbroich einer von vier Orten, die innerhalb der Nordschleife des Nürburgrings liegen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 20 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

[Bearbeiten] Geschichte

992 wurde Adenau erstmals unter dem mittelhochdeutschen Namen „Adenova“ urkundlich erwähnt. Graf Ulrich von Are schenkte 1162 seinen Herrenhof dem Johanniterorden (auch Malteserorden genannt). Damit wird Adenau nach Duisburg und Werben/Elbe zur drittältesten Niederlassung dieses Ordens in Deutschland. Unter ihrem Vorsteher (Komtur) bemühten sich die Ordensbrüder zunächst um die Pflege und Betreuung von Kranken und Pilgern. Bis zum Jahre 1518 war der Komtur gleichzeitig auch Pfarrer von Adenau in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer. Die ursprüngliche Priesterkommende kam Ende des 15. Jh. in die Hand ritterlicher Komture.

Adenau wurde 1816 Sitz eines eigenständigen Kreises, des Kreises Adenau oder auch Hocheifelkreises mit Landrat, Kreisverwaltung und allen dazugehörigen Aufgaben und Pflichten. Der Kreis Adenau war einer der ärmsten Kreise in Preußen. Der auf Initiative des damaligen Landrates Dr. Creutz gebaute Nürburgring wurde 1927 eröffnet. 1932 wurde der Kreis Adenau aufgelöst und mit dem Kreis Ahrweiler zusammengelegt.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 1.380
  • 1835 – 1.631
  • 1871 – 1.592
  • 1905 – 2.002
  • 1939 – 2.680
  • 1950 – 2.869
  • 1961 – 2.932
  • 1965 – 3.041
  • 1970 – 3.060
  • 1975 – 2.833
  • 1980 – 2.648
  • 1985 – 2.477
  • 1987 – 2.712
  • 1990 – 2.808
  • 1995 – 2.900
  • 2000 – 2.975
  • 2005 – 3.021
Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten in Adenau

Historischer Marktplatz mit Brunnen

Am Adenauer Marktplatz im Zentrum des Ortes befindet sich ein schönes Ensemble historischer Gebäude, wovon einige unter Denkmalschutz stehen. Der Marktbrunnen wurde aus Basaltsäulen errichtet.

Fachwerkhaus von 1630
Fachwerkhaus von 1630

Das Haus Stein am Markt 8, das im Jahr 1630 erbaut wurde, steht seit 1992 unter dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Das Fachwerkhaus wurde mit drei vorkragenden Geschossen über einem Gewölbekeller errichtet. Das mit Schiefer gedeckte Dachgeschoss besitzt einen imposanten, ebenfalls verschieferten Schweifgiebel. Die Dachfahne aus Schmiedeeisen, die die Initialen des Erbauers Theodor Hütten und die Jahreszahl 1630 zeigt, wird seit altersher Schwedenfahne genannt, vermutlich weil die Erbauung in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges fällt, wo zeitweise das schwedische Heer die Gegend besetzt hatte.

Eifeler Bauernhausmuseum

In der Schulstrasse kann man ein typisches Bauernhaus des 19. Jahrhunderts besichtigen - von der Milchküche bis zur Guten Stube ist alles originalgetreu eingerichtet.

Heimat- und Zunftmuseum

Das Heimatmuseum auf dem Kirchplatz beherbergt eine Nagelschmiede sowie eine reichhaltige Sammlung von Gegenständen und Werkzeugen der verschiedenen in Adenau ansässigen Handwerker, u.a. Sattler, Schuhmacher, Schreiner und Tuchmacher.

Johanniter-Komturei

Die Komturei (Synonym für Kommende) war bei dem geistlichen Ritterorden der Johanniter eine Niederlassung, als Verwaltungseinheit hauptsächlich für die Bewirtschaftung ihrer Güter zuständig, jedoch wurde dort auch für die Gastfreundschaft gegenüber Armen, Pilgern und durchreisenden Ordensangehörigen gesorgt. Heute dient das Gebäude als Begegnungsstätte. Es liegt - ebenso wie das Heimatmuseum - im Zentrum von Adenau, in unmittelbarer Nähe von Rathaus und Amtsgericht sowie der Pfarrkirche St. Johannes.

Buttermarkt

Im historischen Stadtteil Buttermarkt stehen mehrere interessante Häuser - das älteste von 1396 - im Originalzustand. Ein Fachwerkhaus wurde an anderer Stelle in Adenau abgetragen und am Buttermarkt originalgetreu wieder aufgebaut. Um an die frühere Nutzung des Platzes zu erinnern, der dem Viertel seinen Namen gab, steht dort die "Butterfrau", eine Plastik des Adenauer Künstlers Georg Gehring.

Pfarrkirche St.Johannes

Die katholische Pfarrkirche St.Johannes der Täufer besteht bereits seit 1224. Sie ist im Kern über 1000 Jahre alt. Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie mehrfach verändert, erweitert, umgebaut, in Kriegen zerstört und wieder aufgebaut. Im heutigen Zustand enthält sie romanische, spätgotische und neugotische Gebäudeteile.

Marienkapelle

Die Marienkapelle wurde 1893 in neugotischen Stil erbaut - an der Stelle einer älteren Kapelle, die der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht war.

[Bearbeiten] Ausflugsziele in der näheren Umgebung

- * Die Nürburg

- : Südlich von Adenau - in der Nähe der Ortschaft Nürburg - gelegene Burganlage mit mächtigem Bergfried aus dem 12. Jahrhundert ist auch noch als Burgruine mit ihren Gewölben und vielen Türmen aus Basalt, Tuffstein und Grauwacke ein eindrucksvolles Bauwerk.

- * Die Hohe Acht

- : Der höchste Berg der Eifel (747 m hoch) mit dem Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm

- * Der Nürburgring

- : Am 18. Juni 1927 wurde der Nürburgring eröffnet, nachdem zeitweilig bis zu 3000 Männer beim Bau der "Ersten Gebirgs- Renn- und Prüfungsstrecke" beschäftigt waren. Er brachte Arbeit und wirtschaftlichen Aufschwung in die arme, strukturschwache Gegend der Eifel.


[Bearbeiten] Veranstaltungen und Brauchtümer

[Bearbeiten] Heimatfest

Das Heimatfest ist das Stadtfest von Adenau und findet jedes Jahr am letzten August-Wochenende statt. Dieser Termin erklärt sich durch das Patronatsfest der Adenauer Pfarrkirche (kath.) „Enthauptung Johannes des Täufers“ am 29. August. Daher kann das Heimatfest auch als Patronatsfest bezeichnet werden. 2007 fand das Heimatfest zum 38. Mal statt.

Das Heimatfest beginnt mittlerweile fast traditionell freitags mit einer öffentlichen Tanzveranstaltung (Disco), die von der Adenauer Freiwilligen Feuerwehr in deren Feuerwehrhaus am Kirchberg durchgeführt wird. Samstags wird das Programm durch einen Staffellauf zugunsten eines guten Zweckes und anschließender Ansprache des Stadtbürgermeisters eröffnet. Das Fest findet am Adenauer Marktplatz von Samstag bis Montag statt.

Sonntags veranstaltet der Adenauer Gewerbeverein seit einigen Jahren einen verkaufsoffenen Sonntag.

[Bearbeiten] Karneval

Der Karneval in Adenau ist stark am Kölner Karneval orientiert. Der offizielle Karnevalsruf lautet „Adde Alaaf“ (Adde = Mundartbezeichnung von Adenau). Adenau hat einen Karnevalsverein (KG Rot-Weiß Adenau, gegr. 1959), der in der Karnevals-Session vom 11.11. bis Aschermittwoch neben vielen anderen Veranstaltungen zwei Karnevalssitzungen (Gala-Sitzung und Prunksitzung) sowie eine spezielle Kinder- und eine Seniorensitzung veranstaltet (Stand 2007).

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Erich Klausener (1885–1934), Landrat des Landkreises Adenau (1917–1919), erster christlicher Märtyrer in der Nazizeit, wurde wegen seiner Überzeugung 1934 von Nationalsozialisten erschossen
  • Otto Wemper (1894–1969), leitete von 1925 bis 1940 das Forstamt Adenau
  • Torsten Jansen (* 1976 in Adenau), deutscher Handballnationalspieler

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Adenau – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge