Adenauerallee 124 (Bonn)

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Villa Adenauerallee 124 (Bonn)

Das Gebäude Adenauerallee 124 ist eine Villa im Bonner Ortsteil Gronau, die 1895 errichtet wurde. Sie liegt an der Westseite der Adenauerallee (Bundesstraße 9) Ecke Joachimstraße am Rande der Südstadt. Die Villa verfügt über eine dunkelrote Klinkerfassade und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Das Gebäude entstand nach einem Entwurf des Bonner Architekten Otto Penner (1845–1900[2]) für den Kaufmann Eugen Schuchard als ein südöstlicher Ausläufer der historischen Südstadtbebauung.[3] Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wurde, befand sich die Villa am Rande des neuen Parlaments- und Regierungsviertels. 1957 richtete hier die Republik Korea (Südkorea) die Kanzlei ihrer Gesandtschaft ein, die 1958 den Status einer Botschaft erhielt. In den 1960er-Jahren war dieser Standort unter dem Botschaftsrat Yang Gegenstand von CIA-Aktivitäten, die die Entführung koreanischer Staatsbürger beinhalteten[4][5]. In dem Kanzleigebäude waren bis zuletzt auch die Konsular- und die Militärabteilung der Botschaft untergebracht.[6]

Mit der Verlegung des Regierungssitzes zog die südkoreanische Botschaft 1999 nach Berlin um, beließ aber in Bonn an anderem Standort eine Außenstelle. Das bisherige Kanzleigebäude stand nun leer, wurde von einer Vermögensverwaltungsgesellschaft erworben und aufwändig saniert. Nach einem erneuten Verkauf um 2003 beherbergen die Büroräume der Villa Privatunternehmen.[3]

Die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Bonn erfolgte im Jahre 2000.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adenauerallee 124 (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 3, Nummer A 3638
  2. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer. 1819–1914. Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 3, Katalog (2), S. 323.
  3. a b Diplomaten und Beamte hinterließen leere Büros (Version vom 5. Mai 2014 im Internet Archive), General-Anzeiger, 10. August 2003
  4. Lage des K., Der Spiegel, 28. August 1967
  5. Heiner Emde: Verrat und Spionage in Deutschland: Texte, Bilder, Dokumente, Ringier, 1980, S. 206
  6. Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste der diplomatischen Missionen und anderen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland, Stand: April 1995

50.7248257.112228Koordinaten: 50° 43′ 29″ N, 7° 6′ 44″ O