Adhäsionsbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bernina-Express auf dem Kreisviadukt von Brusio
Pöstlingbergbahn

Im Bahnwesen spricht man von einer Adhäsionsbahn (auch Reibungsbahn), wenn der Antrieb alleine über die Haftreibung der Räder erfolgt. Bei Eisenbahnen ist die Haftung bzw. Adhäsion zwischen den Eisenbahnrädern des Fahrzeugs und den Schienen des Fahrwegs gering, sodass wenig Reibungsverluste auftreten, dafür aber starke Steigungen ohne Hilfsmittel wie bei Zahnradbahnen oder Standseilbahnen nicht mehr überwunden werden können.

Als problematisch erweist sich nicht nur die Begrenzung der Haftreibung bei Traktion hoher Lasten, sondern auch die Addition talwärts wirkender Reibkräfte und der Schwerkraftkomponente bei Bergfahrt und bei Bremsungen auf der Talfahrt. Bei Überschreiten der Reibungsgrenze gerät das Rad ins Gleiten. Durch Besandung des Gleises kann der Arbeitsbereich vergrößert werden, durch Nässe verkleinert sich der Arbeitsbereich der Haftreibung.

Hauptbahnen werden üblicherweise mit einer Steigung bis zu 30  gebaut. Auf kurzen Strecken sind höhere Steigungen möglich, beispielsweise 135  bei der Straßenbahn in Lissabon. Als steilste Adhäsionsbahn auf einer längeren Strecke gilt die Pöstlingbergbahn in Linz, die nahezu auf der gesamten Strecke mit einer Steigung von 105  angelegt ist, insbesondere gibt es einen durchgehenden Streckenabschnitt von 1315 m Länge mit Steigung 105 . Als steilste Normalspur-Adhäsionsbahn Europas mit 85 ‰ gilt der Südast der Linie U15 der Stadtbahn Stuttgart; vor dem Umbau dieser ehemaligen Straßenbahnlinie auf Normalspur war die Uetlibergbahn in Zürich Rekordhalterin mit 79 . Die 60 Kilometer lange Berninabahn, die auf 2'253 m ü. M. steigt, hat eine maximale Steigung von 70  und gilt als höchste Adhäsionsbahn der Alpen.

Hauptbahnen mit einer Steigung von mehr als 25  und Nebenbahnen mit einer Steigung von mehr als 40  gelten in Deutschland als Steilstrecke.

Weblinks[Bearbeiten]