Adieu

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Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe
Adieu mit Tuch und Tränen

Adieu (auch Ade, Adjö, Ädi) ist ein französischer Abschiedsgruß, der in Frankreich und in den meisten Regionen der Schweiz sowie vereinzelt in Süddeutschland und Österreich benutzt wird. Auch Tschüs hat seinen etymologischen Ursprung im Adieu.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Das Wort setzt sich aus den beiden französischen Wörtern à „bei“ und dieu „Gott“ zusammen, deren Wurzeln im lateinischen ad deum „zu Gott (hin)“ liegen. Das Wort hat kein gleichstämmiges Verb oder Adjektiv. Andere romanische Sprachen kennen synonyme Worte, z. B. spanisch ¡Adiós!, hier auch el adiós „Abschied“, portugiesisch Adeus! oder italienisch addio. Grammatikalisch ist es eine Interjektion.

Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Propaganda-Verschlussmarke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs

Im Deutschen war Adieu bis 1914 der geläufigste Abschiedsgruß, wurde aber bei der damals einsetzenden antifranzösischen Sprachpropaganda recht erfolgreich außer Gebrauch gesetzt („Fort mit dem welschen Gruß ‚Adieu‘! Wir grüßen deutsch ‚Auf Wiedersehn‘!“).

Der Gebrauch im deutschsprachigen Raum in der im Süd- und südwestdeutschen entwickelten Form Ade ist noch aktuell. Aus diesem Grund kommt es vor allem im alemannischen und schwäbischen Mundartbereich häufig vor. Im schwäbischen Raum ist auch die abgewandelte Form „adet“ gebräuchlich. In Württemberg wird meist von älteren Menschen der Abschiedsgruß ada oder adele verwendet. Im fränkischen Raum ist Ade ebenfalls noch in allen Generationen als alltäglicher Abschiedsgruß etabliert, wird aber zunehmend vom norddeutschen Tschüss verdrängt. Besonders im oberfränkischen Raum wird, wie dort bei vielen Worten üblich, oft die verkleinerte Form Adela verwendet.

In weiten Teilen des deutschen Sprachraums außer dem Süden sind Abwandlungen wie das norddeutsche Tschüss (adjüs) oder das rheinische Tschö gebräuchlicher, die beide ihren Ursprung im französischen Adieu während der französischen Annexion der deutschen Küstengebiete bis Hamburg unter Napoléon Bonaparte haben. Mittlerweile ist unter Jugendlichen in ganz Deutschland vor allem das italienische ciao gebräuchlich. In Südbayern sowie in Österreich Servus.

In der Deutschschweiz ist Adieu neben Auf Wiedersehen sehr verbreitet. Beide Abschiedsgrüße werden verwendet, wenn man per Sie ist. (Beim Duzen wird Ciao/Tschau oder Tschüss gesagt.) Interessanterweise wird in der Romandie, also der französischsprachigen Westschweiz, eher Au Revoir (Auf Wiedersehen) gesagt. Das Adieu gilt dort eher als definitiver Abschied.

Adieu wird heutzutage oft auch im Sinne von „Auf Nimmerwiedersehen“ bzw. „Lebe wohl“ verwendet, wenn man davon ausgeht, dass man die zu verabschiedende Person/Sache nicht wiedersieht bzw. nicht wiedersehen möchte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: adieu – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen