Adjektivphrase

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Adjektivphrase (Symbol "AP") ist ein Begriff aus der Grammatik und bezeichnet eine Phrase, also eine abgeschlossene syntaktische Einheit, die aus einem Adjektiv und dessen Ergänzungen besteht, d.h. eine Phrase deren Kopf ein Adjektiv ist. Aus systematischen Gründen werden in der Grammatiktheorie auch einzeln vorkommende Adjektive schon als Phrasen genommen, wenn sie in Form eines einzelnen Wortes als Satzglied oder Attribut dienen.

Adjektive können zu einer Adjektivphrase erweitert werden, indem sie eine Ergänzung regieren oder mit einer Angabe modifiziert werden.[1] Beide Arten von Ausdrücken gehen im Deutschen dem Adjektiv immer voran, die Adjektivphrase ist mit anderen Worten im Deutschen also immer "rechtsköpfig". Beispiele:

(ein) [der Fledermaus] eng verwandtes (Tier)
(der) [seines Daseins] überdrüssige (Dichter)

Im ersten Beispiel regiert das Adjektiv verwandt(es) die Dativergänzung der Fledermaus, und ist zusätzlich um den Modifikator eng ergänzt; der kursiv gesetzte Ausdruck der Fledermaus eng verwandtes ist hier die Adjektivphrase. Im zweiten Beispiel regiert das Adjektiv überdrüssig(er) die Genitivergänzung seines Daseins.

Ebenso wie in der deutschen Verbalphrase bzw. dem Mittelfeld können in der Adjektivphrase Bestandteile umgestellt werden (sogenanntes Scrambling):[2]

der  [dem Briefträger] [in vielen Merkmalen] nicht unähnliche  Sohn der Nachbarin
der [in vielen Merkmalen]  [dem Briefträger] nicht unähnliche  Sohn der Nachbarin

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DUDEN. Die Grammatik. 8. Auflage, 2009. Mannheim: Dudenverlag. S. 832-834
  2. Hubert Haider: The Syntax of German. Cambridge University Press, 2010. Beispiel von S. 143