Adlerwarte Berlebeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adlerwarte Berlebeck
Vollständiger Name Adlerwarte Berlebeck
Ort Hangsteinstraße (Parkplatz)
32760 Detmold
Eröffnung 1939
Tierarten 46 Arten
Individuen 200 Tiere
Artenschwerpunkte Greifvögel
Organisation
Leitung Klaus Hansen (Teamleiter)
Trägerschaft Stadt Detmold
Förderorganisationen Förderverein der Adlerwarte Berlebeck e. V.
Adlerwarte Berlebeck.jpg

Eingang zur Adlerwarte Berlebeck

http://www.adlerwarte-berlebeck.de
Adlerwarte Berlebeck (Nordrhein-Westfalen)
Adlerwarte Berlebeck
51.8916666666678.8733333333333Koordinaten: 51° 53′ 30″ N, 8° 52′ 24″ O

Die Adlerwarte Berlebeck ist ein Vogelpark im Detmolder Stadtteil Berlebeck. Sie wurde 1939 vom Ehepaar Kati und Adolf Deppe gegründet und ist heute eine Einrichtung der Stadt Detmold. Nicht nur aufgrund ihrer Lage nahe dem Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und in den letzten Jahren kamen jeweils mehr als 100.000 Besucher nach Berlebeck.

Landschaftlich schön und für den Vogelflug günstig auf einem Bergrücken gelegen, beherbergt die Adlerwarte Berlebeck 46 verschiedene Greifvogelarten mit insgesamt über 200 Exemplaren. Während der Saison finden mehrmals täglich Freiflugvorführungen statt. Zu diesem Zweck wurde eine Zuschauertribüne mit 160 Sitzplätzen eingerichtet. In einem Lehr- und Informationszentrum wird Wissenswertes über Greifvögel, die Geschichte der Falknerei und die Aufgaben der Adlerwarte im Artenschutz vermittelt.

Geschichte der Adlerwarte[Bearbeiten]

Der aus Milse stammende Adolf Deppe kam 1938 auf der Suche nach einem Standort für die Einrichtung nach Detmold. Das Hermannsdenkmal und die Externsteine waren damals schon beliebte Ausflugsziele und Deppe erhoffte sich Synergien. Nachdem die Grotenburg als Standort von der lippischen Landesregierung abgelehnt worden war, fiel die Wahl auf Berlebeck. Er bezeichnete die mit Heide bedeckte felsige Bergkuppe, damals Hitlerhöhe genannt, wie geschaffen für den Freiflug von Greifvögeln. Die Anlage wurde Pfingsten 1939 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) kamen nur wenige Besucher. Im April 1945 wurde die Anlage zerstört, nach der Währungsreform 1948 jedoch wieder aufgebaut.[1]

Während der 1950er-Jahre diente die Adlerwarte auch als Kulisse einiger zeitgenössischer Heimatfilme. So wurden dort beispielsweise Filme wie Die Schlangengrube und das Pendel, Die Geierwally und Valley of the Eagles (Im Tal der Adler) gedreht.

Im Jahr 1971 wurde die Adlerwarte von den Deppes an die Stadt Detmold übergeben. Die Einrichtung wuchs und entwickelte sich weiter. 1975 wurde eine Auffangstation für kranke und verletzte Greif- und Eulenvögel eingerichtet. Die Adlerwarte Berlebeck arbeitet aktiv am Artenschutz bedrohter Greifvögel mit. Sie befasst sich nicht nur mit der Ausgewöhnung einheimischer verletzter Greifvögel, sondern hilft auch im Ausland. So wurden unter anderem in Ecuador und in Kenia Auffang- und Auswilderungsstationen eingerichtet. Im Jahre 1981 schlüpfte im Tierpark Berlin erstmals in der Welt ein Harpyienküken in Gefangenschaft. Es entstand aus einer Zuchtgemeinschaft eines weiblichen Berliner Vogels mit einem männlichen aus Berlebeck. Europaweit erstmals brütete 1989 in Berlebeck ein Andenkondorpaar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adlerwarte Berlebeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jana Beckmann: Freifliegende Adler waren eine Sensation. In: Lippische Landeszeitung vom 18. April 2014.