Verwaltungsgliederung Indonesiens

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Provinzen Indonesiens

Die Republik Indonesien ist in 31 Provinzen, zwei Sonderregionen und den Hauptstadtdistrikt Jakarta unterteilt. Eine zweite Verwaltungsebene bilden Regierungsbezirke und direkt den Provinzen unterstellte Städte. Darauf folgen die Distrikte und schließlich die Dörfer.[1]

Provinzen, Sonderregionen und der Hauptstadtdistrikt[Bearbeiten]

Indonesien besteht aus 31 Provinzen (Propinsi-Propinsi – Ez. Propinsi), den beiden Sonderregionen (Daerah-Daerah Istimewa – Ez. Daerah Istimewa) Aceh und Yogyakarta sowie dem Hauptstadtdistrikt (Daerah Khusus Ibukota) Jakarta. Oberhaupt ist jeweils ein gewählter Gouverneur. Er und das Regionalparlament (Dewan Perwakilan Rakyat Daerah) werden alle fünf Jahre neu gewählt.

Die jüngsten Provinzen von Indonesien entstanden durch Abspaltung. Es sind dies: Papua Barat (West-Papua, 2003), Sulawesi Barat (West-Celébes, 2004) und Kalimantan Utara (Nordborneo, 2012).

Aceh hat eine größere Autonomie von der Zentralregierung. Hier wurde das islamische Recht der Schari'a eingeführt.

In Yogyakarta wird das Amt des Gouverneurs vom jeweiligen Sultan von Yogyakarta, dem Hamengkubuwono in Erbmonarchie ausgeübt. Die Teilautonomie von Yogyakarta und die Sonderregelung für den Sultan im Gouverneursamt wurden im August 2012 durch ein nationales Gesetz bestätigt. Demnach darf der Sultan keiner politischen Partei angehören.[2]

Der Gouverneur des Hauptstadtdistrikts Jakarta kann die untergeordneten Bürgermeister der Städte ernennen und entlassen. Außerdem darf die Regierung direkte Kooperationen mit Städten in anderen Ländern eingehen.

Regierungsbezirke und Städte[Bearbeiten]

In der Ebene unter den Provinzen gibt es 501 Regierungsbezirke (Kabupaten), die seit der Verwaltungsreform 2001 große administrative Bedeutung haben. Auf der gleichen Gliederungsebene stehen die Städte (Kota).

Den Regierungsbezirken steht ein Regierungspräsident (Bupati) vor, den Städten ein Bürgermeister (Walikota). Sie und die lokalen Parlamente werden alle fünf Jahre vom Volk gewählt.

Distrikte[Bearbeiten]

Regierungsbezirke und Städte werden in Distrikte unterteilt (Kecamatan). Ihnen steht der verbeamtete Distriktschef (Camat) vor, der dem Regierungsbezirk, beziehungsweise der Stadt untersteht. In den indonesischen Provinzen auf Neuguinea werden die Distrikte durch das Gesetz 21 von 2001 als Distrik und die Leiter als Kepala Distrik bezeichnet.[3]

In der Zeit vor der Errichtung der Republik Indonesien war ein Camat ein höherer javanischer Beamter adliger Herkunft. Somit geht diese Bezeichnung, ähnlich wie der Titel Bupati auf ehemalige aristokratische Adelstitel zurück, die von der Republik Indonesien übernommen wurden.

Dörfer[Bearbeiten]

Die Dörfer bilden die unterste Ebene der Verwaltungseinheiten. Sie können sowohl aus mehreren Ortschaften als auch nur aus Stadtteilen bestehen. Die indonesischen Bezeichnungen für diese Ebene variieren je nach Status und geographischer Lage, wobei in Gesamtübersichten die Bezeichnung Desa verwendet wird.[4]

So werden Desas in Aceh als Gampong bezeichnet, auf Neuguinea, in Teilen Kalimantans und in Lampung als Kampung, Pekon in Lampung und in Westsumatra als Nagari.

Kelurahans stehen auf derselben Verwaltungsebene wie Desas, haben aber weniger Autonomie gegenüber den Regierungsbezirken und Städten, denen sie angehören. Ihre Vorsteher (Lurah) werden ernannt, während die Vorsteher der Desas (Kepala Desa) gewählt werden.

In Aceh gibt es als Unterteilung der Distrikte noch das Mukim. Dieser fasst mehrere Dörfer (Gampong) zusammen.[5]

Namen[Bearbeiten]

Viele Verwaltungseinheiten werden nach ihrer geographischen Lage benannt:

  • Barat = West
  • Barat Daya = Südwest
  • Besar = Groß
  • Kecil = Klein
  • Kepulauan = Inseln, Inselgruppe
  • Laut = Meer
  • Pulau = Insel
  • Pulau-Pulau = Inseln
  • Selatan = Süd
  • Timur = Ost
  • Tengah = Zentral
  • Tenggara = Südost
  • Utara = Nord

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der Verwaltungseinheiten Indonesiens bis runter auf die Desas 2010 (indonesisch; PDF; 6,0 MB)
  2. Neue Zürcher Zeitung: Das Sultanat Yogyakarta entzieht sich der Demokratisierung, 9. Juli 2013, abgerufen am 14. Juli 2013
  3. Undang-Undang Republik Indonesia Nomor 21 Tahun 2001.
  4. Penduduk Indonesia menurut desa SP2010 (indonesisch) (PDF; 6,0 MB), abgerufen am 14. Juli 2013
  5. Qanun Provinsi Nanggroe Aceh Darussalam Nomor 4 Tahun 2003 (PDF; 38 kB)