Admiral

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Dieser Artikel behandelt den militärischen Dienstgrad Admiral und die Dienstgradgruppe der Flaggoffiziere (Admirale), zu anderen Bedeutungen siehe Admiral (Begriffsklärung).
Deutsche Marine, Admiral
Ärmelabzeichen der Jacke (Dienstanzug) eines Admirals der Deutschen Marine (Truppendienst) Kommandoflagge

Dienstgradabzeichen Ärmelstreifen/Kommandoflagge

Dienstgradgruppe Flaggoffizier/Admiralität
NATO-Rangcode OF-9
Dienstgrad Heer/Luftwaffe General
Dienstgrad Marine Admiral
Abkürzung (in Listen) Adm
Besoldungsgruppe B10 nach BBesO

Admiral ist der höchste militärische Dienstgrad in der Marine (entsprechend dem General des Heeres und der Luftstreitkräfte) sowie ein Oberbegriff für Angehörige der Dienstgradgruppe der Admiräle (Admirale) (entsprechend den Generälen), die in verschiedenen Ländern eine unterschiedliche Anzahl von Admiralsdienstgraden umfassen kann. In Deutschland umfasst sie vier Dienstgrade (s.u.). Die Admirale werden auch als Flaggoffiziere bezeichnet, weil sie als Zeichen ihres Ranges eine eigene (Admirals-)Flagge führen. In der Rangordnung unterstehen ihnen alle anderen Dienstgrade.

Ursprung des Begriffs[Bearbeiten]

Großadmiral Alfred von Tirpitz, Staatssekretär des Reichsmarineamts 1897–1916

Die Bezeichnung leitet sich ab vom arabischenأمير البحر‎ / amīr al-baḥr / ‚Befehlshaber zur See‘.

In Deutschland ist der Begriff Admiral erstmals anlässlich der Thronbesteigung Kaiser Otto III. im Jahr 983 überliefert, wo auf der Liste hoher Würdenträger auch ein „Oberst Admiral“ genannt wird.[1] Im 10. und 11. Jahrhundert führten Flottenführer in Griechenland (Byzantinisches Reich) die Bezeichnung Amiralios (entsprach etwa dem Grad des Admirals), während die Heeresführer Amiras (etwa General) hießen; beide Begriffe sind von derselben arabischen Wortwurzel amir abgeleitet. Im 12. Jahrhundert erhielten zunächst die Befehlshaber der Flotten von Genua und Sizilien die Bezeichnung, im 13. Jahrhundert dann auch die von England und Frankreich, denen die anderen europäischen Staaten später folgten.

Dabei ist die Bezeichnung Admiral, als letzte Instanz in einer Flotte, nicht nur auf militärische Verbände beschränkt. Bis ins 17. Jahrhundert konnten in Konvois, die nur aus Handelsschiffen bestanden, in einer Kapitäns- oder Schifferversammlung einer aus ihrer Mitte als Admiral gekürt werden. Dieser Verband segelte dann in einer Admiralschaft. Ebenso konnte ein Admiral auch der Befehlshaber des Konvoischiffes werden. Dieser Kapitän konnte der Befehlshaber eines städtischen, eines landesherrlichen oder auch privaten Kriegsschiffes sein. Wurde er von den Handelskapitänen zu ihrem Schutz angestellt oder angenommen, zahlten sie also entsprechende Abgaben, das so genannte Convoigeld, wurde er Admiral dieses geschützten Konvois. Auch hier segelte man dann in einer Admiralschaft.[2]

Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Admiralsdienstgrade entwickelt. So wurde es üblich, den Vertreter des Admirals, der zugleich die Vorhut führte, als Vizeadmiral zu bezeichnen. Für die Nachhut gab es einen weiteren Admiral, der im englischen als rear admiral (=rückwärtiger Admiral) bezeichnet (s. u.) wird, ein Dienstgrad, der in anderen Marinen als Konteradmiral bezeichnet wird. Er stand in der Hierarchie niedriger als der Vizeadmiral. In anderen Ländern gab es andere Bezeichnungen für die verschiedenen Admirale, so heißt z. B. in der niederländischen Marine der Konteradmiral Schout-bij-nacht, was etwa mit Nachtwächter übersetzt werden kann. Äußeres Erkennungszeichen der Admirale und ihrer Stellung in der Hierarchie waren die Flaggen, die sie am Topp des Mastes führten: Der Admiral am Großmast, der Vizeadmiral am Fockmast und der Konteradmiral am Kreuzmast.

Um die Ränge in internationalen Organisationen wie etwa der NATO vergleichen zu können, bezeichnet man sie mit Sternen. Die NATO hat außerdem ein System einheitlicher Stufen eingeführt (OF für Offiziere und OR für other ranks, also Unteroffiziere und Mannschaften). Im Frieden ist der Admiral (OF-9) der höchste Admiral, wohingegen in einigen Marinen noch ein höherer Rang für Kriegszeiten vorgesehen ist, der als Flottenadmiral, Admiral der Flotte oder Großadmiral bezeichnet wird.

Deutschland[Bearbeiten]

Deutsche Marine[Bearbeiten]

In der Deutschen Marine (ehemals Bundesmarine) gibt es vier Admiralsdienstgrade:

Im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr lauten die entsprechenden Admiralsdienstgrade „Admiralarzt“ bzw. „Admiralapotheker“ (Flottillenadmiral), „Admiralstabsarzt“ (Konteradmiral) und „Admiraloberstabsarzt“ (Vizeadmiral).

Innerhalb der Deutschen Marine gibt es keinen Dienstposten für einen 4-Sterne-Admiral. Den Dienstgrad „Admiral“ können Marineoffiziere nur in Verwendungen wie Generalinspekteur der Bundeswehr oder in der militärischen Organisation der NATO erlangen. Bisher gab es vier Offiziere im Dienstgrad Admiral.

Der Inspekteur der Marine und der Befehlshaber der Flotte sind Vizeadmirale. Außerdem können Marineoffiziere in anderen Bereichen der militärischen Organisation (z. B. im Führungsstab der Streitkräfte) oder auf Dienstposten der NATO den Rang eines Vizeadmirals erreichen. Auch der Inspekteur des Sanitätsdienstes kann ein Marineoffizier sein, was mit den Admiraloberstabsärzten Hans-Georg Stemann (1972 bis 1976) und Karsten Ocker (2003 bis 2006) auch zweimal der Fall war.

Flaggoffiziere der Deutschen Marine
Admiral (Adm),
4 Sterne
Vizeadmiral (VAdm),
3 Sterne
Konteradmiral
(KAdm)
2 Sterne
Flottillenadmiral
(FltlAdm)
1 Stern
OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
Ärmelabzeichen der Jacke (Dienstanzug) eines Admirals der Deutschen Marine (Truppendienst)
Schulterklappe eines Vizeadmirals der Deutschen Marine (Truppendienst)
Ärmelabzeichen der Jacke (Dienstanzug) eines Konteradmirals der Deutschen Marine (Truppendienst)
Schulterklappe eines Vizeadmirals der Deutschen Marine (Truppendienst)

Volksmarine der DDR[Bearbeiten]

DDR-Admiral Wilhelm Ehm und Vizeadmiral Gustav Hesse 1979

In den Seestreitkräften bzw. der Volksmarine (ab 1960) der DDR gab es bis 1982 die drei Admiralsdienstgrade Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral. Mit Beschluss des Staatsrates der DDR vom 25. März 1982 wurde zudem der Dienstgrad des Flottenadmirals, äquivalent zum Armeegeneral, geschaffen, jedoch nie verliehen.

Der Admiral war in der Volksmarine der DDR der zweithöchste Dienstgrad im Admiralsrang und vergleichbar dem Drei-Sterne-Generalsrang. Er entsprach dem Generaloberst der NVA. Das Dienstgradabzeichen bestand aus Schulterstücken mit marineblauem Untergrund und darauf einer geflochtenen gold-silbernen Schnur, auf der drei fünfeckige silberfarbene Generalssterne („Pickel“) angebracht waren. Schulterstücke wurden zu allen Uniformteilen getragen.

Das Ärmelabzeichen bestand aus einem breiten gelbfarbigen Streifen und drei weiteren einfachen Streifen. Darüber war ein fünfzackiger Stern angebracht, in dessen Innerem sich das Wappen der DDR befand. Im Unterschied zu allen übrigen deutschen Marinestreitkräften bedeckten die Ärmelabzeichen nur zu ca. 40 % den Ärmelumfang.

Die Admiralskragenspiegel zeigten eine goldfarbene Ranke, die am unteren Ende einen Winkel von 90° aufwies. Das Mützenabzeichen entsprach dem des Admirals der Deutschen Marine.

Waldemar Verner, Wilhelm Ehm und Theodor Hoffmann waren die einzigen Admirale in der Volksmarine. In diesen Dienstgrad wurde man nur in Verbindung der Dienststellung des Ministers für Nationale Verteidigung oder seines Stellvertreters befördert. Bis 1989 war der Chef der Volksmarine gleichzeitig stellvertretender Minister. Theodor Hoffmann wurde anlässlich seiner Berufung zum Minister für Nationale Verteidigung zum Admiral befördert und behielt den Dienstgrad auch als Chef der Nationalen Volksarmee unter dem Minister für Abrüstung und Verteidigung Rainer Eppelmann. Waldemar Verner wurde während seiner Zeit als Chef der Politischen Hauptverwaltung, ebenfalls Stellvertreter des Ministers, zum Admiral befördert.

Flaggoffiziere der Volksmarine
OF-9 bis 6 OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
Arabesken Lampassen Flottenadmiral Admiral Vizeadmiral Konteradmiral
GDR Navy Arab OF6-9.jpg
Spod 6pul.png
GDR Navy OF9 Flottenadmiral.gif
GDR Navy OF8 Admiral.gif
GDR Navy OF7 Vizeadmiral.gif
GDR Navy OF6 Konteradmiral.gif
Ärmelstreifen
VM Aermelstreifen 3-4 Flottenadmiral.svg
VM Aermelstreifen 3-3 Admiral.svg
VM Aermelstreifen 3-2 Vizeadmiral.svg
VM Aermelstreifen 3-1 Konteradmiral.svg
Dienstflaggen
Flag of minister of defence (admiral) - East Germany.svg
Flag of admiral of VM (East Germany).svg
Flag of vice admiral of VM (East Germany).svg
Flag of rear admiral of VM (East Germany).svg

Kriegsmarine[Bearbeiten]

In der Deutschen Kriegsmarine wurden von 1935 bis 1945 die Ränge Kommodore, Konteradmiral, Vizeadmiral, Admiral und Generaladmiral sowie Großadmiral Erich Raeder (1939), Karl Dönitz (1943) für die Oberbefehlshaber vergeben.

Zum Dienstgrad Admiral der Kriegsmarine war das Äquivalent der General der Waffengattung bei Heer und Luftwaffe.

Admirale der Deutschen Kriegsmarine bis 1945
Großadmiral
(GrsAdm)
Generaladmiral
(GenAdm)
Admiral
(Adm)
Vizeadmiral
(VAdm)
Konteradmiral
(KAdm)
OF-10 OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
Deutsche Marine epaulette Grossadmiral.svg
Kriegsmarine epaulette Generaladmiral.svg
Kriegsmarine epaulette Admiral.svg
Kriegsmarine epaulette Vizeadmiral.svg
Kriegsmarine epaulette Konteradmiral.svg
Kriegsmarine Grossadmiral OF10-s.png
Kriegsmarine GenAdmiral OF9-s.png
Kriegsmarine GenAdmiral OF9-s.png
Nazi Kriegsmarine Vizeadmiral.png
Nazi Kriegsmarine Konteradmiral.png

Reichsmarine[Bearbeiten]

In der Reichsmarine von 1922 bis 1935 wurden die Ränge Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral vergeben.

Kaiserliche Marine[Bearbeiten]

In der Kaiserlichen Marine wurden von 1872 bis 1918 die Dienstgrade Konteradmiral (bis 1898 Contreadmiral), Vizeadmiral und Admiral sowie Großadmiral (Hans von Koester (1905), Heinrich von Preußen (1909), Alfred von Tirpitz (1911) und Henning von Holtzendorff (1917)) vergeben. Der Großadmiral entsprach dem Generalfeldmarschall im Heer.

Frankreich[Bearbeiten]

In der Französischen Marine werden die vier Admiralsränge Contre-amiral (zwei Sterne), Vice-amiral (drei Sterne), Vice-amiral d’escadre (vier Sterne) und Amiral (fünf Sterne) vergeben.

Der Titel Amiral de France (Admiral von Frankreich) – manchmal auch Amiral de la flotte – wurde von 1302 bis 1870 an 28 Marineoffiziere verliehen. Er entsprach dem Rang eines Maréchal de France (Marschall von Frankreich).

Nur einmal wurde dann wieder der Titel Amiral de la flotte (Admiral der Flotte) 1939 an François Darlan verliehen.

Heute (Gesetz von 1972) ist der Titel Admiral von Frankreich eine staatliche Würde, die bisher nicht verliehen wurde.

Königlich-britische Marine (Royal Navy)[Bearbeiten]

Der erste englische Admiral der Royal Navy war William de Leyburn, der 1297 von König Edward I. zum Admiral of the sea of the King of England ernannt wurde. Der Admiral als Marineoffizier darf nicht verwechselt werden mit dem Amt des Admiral of England oder Lord High Admiral, dessen Inhaber die Verantwortung für die gesamte Marine hatte, also ein Marineminister im heutigen Sinne war.

In der Royal Navy gab es seit dem 16. Jahrhundert die Funktion der Vize- und Konteradmirale (Vice- beziehungsweise Rear-Admirals), die ursprünglich Stellvertreter des kommandierenden Admirals waren. Ein kommandierender Admiral konnte seine Flotte von der Spitze oder von der Mitte aus führen. Befand er sich auf einem Schiff in der Mitte der Flotte, hatte er in der Spitze einen Stellvertreter, den Vizeadmiral. Einen weiteren Stellvertreter hatte er im hinteren, der Spitze entgegengesetzten Bereich, den Konter- oder Rear-Admiral (von lateinisch contra, gegen, beziehungsweise englisch rear für hinten).

Im elisabethanischen Zeitalter wurde die Flotte so groß, dass sie in Geschwader (squadrons) unterteilt werden musste. Das Geschwader des Admirals führte einen roten Stander, das des Vizeadmirals einen weißen und das des Konteradmirals einen blauen. Nachdem auch diese Geschwader immer mehr angewachsen waren, wurde jedes davon von einem Admiral mit jeweils einem Vize- und Konteradmiral geführt. Die Bezeichnung für die Befehlshaber lautete dann Admiral of the White, Admiral of the Blue usw.

Die Rangfolge der Flotten und damit auch ihrer Admirale war in absteigender Folge: Rot, Weiß, Blau. Die Beförderung zum Admiral erfolgte in Abhängigkeit vom Dienstalter als Kapitän und galt auf Lebenszeit. Man konnte demnach erst dann weiterbefördert werden, wenn der Inhaber des höheren Ranges gestorben war oder seinen Abschied genommen hatte. Eine andere Möglichkeit war, einen unfähigen Admiral oder einen, der den Unwillen der Lords der Admiralität erregt hatte, ohne Kommando zu befördern. Man bezeichnete diese Praxis als Yellowing und den auf diese Weise aus dem Weg Geräumten als Yellow Admiral.

Die Rangfolge der Flaggoffiziere / Admirale (absteigend)

  1. Admiral of the Fleet
  2. Admiral of the Red (ab 1805)
  3. Admiral of the White
  4. Admiral of the Blue
  5. Vice Admiral of the Red
  6. Vice Admiral of the White
  7. Vice Admiral of the Blue
  8. Rear Admiral of the Red
  9. Rear Admiral of the White
  10. Rear Admiral of the Blue

Als Lord Nelson starb, war er Vice Admiral of the White.

Im 18. Jahrhundert begann man damit, die ursprünglich neun Dienststellungen mit mehreren Inhabern zu besetzen.

1864 wurde die Unterteilung der Flotte in verschiedenfarbige Divisions ganz aufgegeben. Die rote Flagge wurde der Handelsmarine zugewiesen, die weiße der Kriegsmarine und die blaue der Reserve und den Hilfsschiffen.

Heute sind die Dienstgrade der Flaggoffiziere der Royal Navy der Rear Admiral, Vice Admiral, Admiral und Admiral of the Fleet. Seit 1996 wird der Dienstgrad Admiral of the Fleet in Friedenszeiten nicht mehr vergeben. Ausnahmen von dieser Regel werden nur für Mitglieder der königlichen Familie gemacht. Die vor diesem Termin ernannten Flottenadmirale behalten aber ihren Rang auf Lebenszeit.

Der Rang des Commodore (deutsch bis 1945 Kommodore, heute in etwa Flottillenadmiral) war bis 1996 in der Royal Navy kein Admiralsdienstgrad, sondern eine an den Dienstposten gebundene Bezeichnung für einen dienstälteren Captain, die nach Verlassen des Dienstpostens wieder entfiel. Seit 1996 ist der Dienstgrad “Commodore” ein offizieller Dienstgrad in der Royal Navy. Er ist dem Captain übergeordnet und dem Rear Admiral untergeordnet (NATO-Code: OF 6).

Flaggoffiziere der Royal Navy
Admiral of the Fleet
(AdmF)
Admiral
(Adm)
Vice-Admiral
(VAdm)
Rear Admiral
(RAdm)
OF-10 OF-9 OF-8 OF-7
Generic-Navy-O12.svg
Generic-Navy-O11.svg
Generic-Navy-O10.svg
Generic-Navy-O9.svg

Österreich (-Ungarn)[Bearbeiten]

In der Österreichischen (k. k.) Kriegsmarine (ab 1868 k. u. k. Kriegsmarine) wurden von 1849 bis 1918 die Ränge Kontreadmiral (im 20. Jh. auch Konteradmiral), Viceadmiral , und Admiral sowie Großadmiral vergeben.

Bekannte österreichische bzw. österreichisch-ungarische Admirale waren:

Admiralsränge

Russische Seekriegsflotte[Bearbeiten]

Die Russische Seekriegsflotte hat seit 1992 folgende Admiralsränge.

Admirale der Russischen Seekriegsflottelar
Banner of the Armed Forces of the Russian Federation (obverse).svg Ärmelabzeichen RFNAVYSL-ADF.png RFNAVYSL-ADM.png RFNAVYSL-VAD.png RFNAVYSL-CAD.png
Schulterstücke RFNAVYSH-ADF.png RFNAVYSH-ADM.png RFNAVYSH-VAD.png RFNAVYSH-CAD.png
Dienstgrad
(deutsch)
Flottenadmiral Admiral Vizeadmiral Konteradmiral
NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
Dienstgrad
(russisch)
Адмирал флота Адмирал Вице-адмирал Контр-адмирал
Siehe auch

US-amerikanische Marine[Bearbeiten]

Schirmmütze eines US-Admirals mit doppelter Eichenlaubverzierung

Die United States Navy hatte bis 1862 überhaupt keine Admirale, obwohl die Einrichtung dieses Dienstgrades immer wieder gefordert wurde, unter anderem auch von John Paul Jones, der die Meinung vertrat, dass die kommandierenden Marineoffiziere mit den Armeegeneralen auf einer Stufe stehen sollten. Außerdem hielt er höherrangige Offiziere für nötig, um Streitigkeiten zwischen den rangälteren Kapitänen zu vermeiden oder zu schlichten.

Die verschiedenen Marineminister schlugen dem Kongress wiederholt vor, den Rang eines Admirals zu schaffen, um eine Gleichstellung mit den Marinen anderer Staaten herzustellen, weil die höheren Offiziere der US Navy immer wieder in protokollarische Schwierigkeiten mit Offizieren anderer Nationen gerieten. Schließlich stimmte der Kongress am 16. Juli 1862 zu, neun Konteradmirale (Rear Admirals) zu ernennen, was aber wohl weniger mit der Anpassung an internationale Erfordernisse zu tun hatte, als vielmehr mit der schnell anwachsenden Stärke der Marine im amerikanischen Bürgerkrieg. Zwei Jahre später erlaubte der Kongress, einen der neuen Konteradmirale, David Farragut, zum Vizeadmiral zu ernennen. Im Juli 1866 autorisierte er US-Präsident Johnson, Farragut zum Admiral und David Dixon Porter zum Vizeadmiral zu ernennen. Als Farragut 1870 starb, wurden Porter Admiral und Stephen C. Rowan Vizeadmiral. Nach dem Tod der beiden ranghöchsten Admirale wurden keine weiteren Beförderungen mehr bewilligt, so dass es bis 1915 keinen Admiral oder Vizeadmiral mehr gab, bis der Kongress zustimmte, je einen Admiral und Vizeadmiral für die Atlantikflotte, die Pazifikflotte und die Asiatische Flotte zu ernennen.

Trotzdem gab es in der Zwischenzeit einen höherrangigen Admiral. 1899 würdigte der Kongress George Deweys Verdienste im Spanisch-Amerikanischen Krieg, indem er Präsident McKinley ermächtigte, ihn zum Admiral of the Navy zu ernennen, was er bis zu seinem Tode 1917 blieb. Dewey war bis heute der einzige US-amerikanische Marineoffizier mit diesem Rang.

1944 genehmigte der Kongress den Rang des Flottenadmirals (Admiral of the Fleet). Die ersten und bisher einzigen Inhaber dieses Dienstgrads waren Ernest J. King, William D. Leahy, Chester W. Nimitz (alle im Dezember 1944) und William F. Halsey, der seinen fünften Stern im Dezember 1945 erhielt.

Flaggoffiziere der United States Navy
Fleet Admiral
FADM
Admiral
ADM
Vice Admiral
VADM
Rear Admiral (uh)
RADM
Rear Admiral (lh)
RDML
OF-10 OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
US Navy O11 insignia.svg
US Navy O10 insignia.svg
US Navy O9 insignia.svg
US Navy O8 insignia.svg
US Navy O7 insignia.svg

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Admiral – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Admiral – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John B. Hattendorf: Deutschland und die See: Historische Wurzeln deutscher Seestreitkräfte bis 1815. In: Werner Rahn (Hrsg.): Deutsche Marinen im Wandel – Vom Symbol nationaler Einheit zum Instrument internationaler Sicherheit. ISBN 3-486-57674-7, S. 17ff, S. 20.
  2. A. Bijl: De Nederlandse Convooidienst. Den Haag 1951, S. 71