Admiral-Hipper-Klasse

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Admiral-Hipper-Klasse
Die Prinz Eugen im Juni 1946
Übersicht
Typ: Schwerer Kreuzer
Einheiten: Admiral Hipper
Blücher
Prinz Eugen
Seydlitz
Lützow
Technische Daten
Wasserverdrängung: offiziell: 10.000 ts
tatsächlich: 14.050 ts
Maximal: 18.600 ts
Länge: über alles: 205,9 m
KWL: 194,2 m
Breite: 21,3 m
Tiefgang: 5,8–7,2 m
Kesselanlage: 12 ölgefeuerte Wagner-La-Mont-Kessel (je vier in drei Kesselräumen)
Maschinenanlage: 3 Getriebeturbinen mit zusammen 132.000 PS
(auf Blücher von Blohm & Voß, auf den Anderen von Bauwerft),
drei E-Werke
Anzahl der Wellen: 3
Leistung an den Wellen: 44.000 WPS (Wellenpferdestärke)
Höchstgeschwindigkeit: 32,5 kn über 3 Propeller (Ø 3,15 m)
Marschgeschwindigkeit: 6.800 sm bei 19 kn
Brennstoffvorrat: maximal 3.700 t
Panzerung
Seitenpanzer: Wasserlinie: 80 mm
Deck: 30 mm
Vorderer Kommandoturm: 150 mm
Achterer Kommandoturm: 10–20 mm
Türme Schwere Artillerie: Turmschilde: 105 mm Decken: 70–105 mm Seiten: 70 mm
Bewaffnung
Schwere Artillerie: 8 × 20,3-cm-L/60 in 4 Doppeltürmen
schwere Flugabwehr:
  • 12 × 10,5-cm-Schnellladekanonen in Doppellafetten
leichte Flugabwehr:
bis 1944
  • 12 × 3,7-cm-Maschinenkanonen in Doppellafetten
  • 8 × (bei Indienststellung) bis max. 56 (November 1944) 2-cm-MK in Einzel-, Doppel und Vierlingslafetten
leichte Flugabwehr:[1]
1944
  • 8 × 3,7-cm-MK
    in Doppellafetten
  • 15 × 40-mm-Bofors-Fla-MK
    in Einzellafetten
leichte Flugabwehr:
1945

Admiral Hipper:

  • 16 × 40-mm-Bofors-Fla-MK
    in Einzellafetten
  • 14 × 20-mm-Fla-MK

Prinz Eugen:

  • 20 × 40-mm-Bofors-Fla-MK
    in Einzellafetten
  • 18 × 20-mm-Fla-MK
Torpedorohre: 12 × 53,3 cm in vier Drillingssätzen
Wasserbomben: in zwei Ablauframpen im Heck
Flugzeuge: 3 Arado Ar 196 (1 Katapult)

Die Admiral-Hipper-Klasse war eine Klasse von fünf Schweren Kreuzern der Deutschen Kriegsmarine, von denen nur drei fertiggestellt wurden. Das vierte Schiff mit dem vorgesehenen Namen Seydlitz sollte zum Flugzeugträger umgebaut werden, wurde jedoch nicht fertiggestellt. Die Lützow, das fünfte und letzte Schiff der Admiral-Hipper-Klasse wurde 1940 als Rohbau an die Sowjetunion verkauft und dort nicht fertiggestellt, sondern als Wohnhulk bis zum Abbruch 1960 genutzt.[2]

Den Namen bekam die Klasse von dem Schweren Kreuzer Admiral Hipper, der eigentlich das zweite Schiff der Klasse war. Nachdem es beim ersten Schiff, der Blücher, Verzögerungen gegeben hatte, wurde die Admiral Hipper früher fertiggestellt und nach alter Marinetradition Namensgeber der Klasse.

Technik[Bearbeiten]

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die Hauptbewaffnung bestand aus acht 20,3 cm SK C/34-Geschützen in vier Doppeltürmen Drh.L C/34 [A 1]. Die Flakbewaffnung bestand aus schwerer Flak mit zwölf 10,5-cm-Geschützen S.K. L/65 C/33 in dreiachsig stabilisierten Doppellafetten vom Typ C/31. Die leichte Flak umfasste zwölf 3,7-cm-Geschütze im Doppellafetten sowie acht 2-cm-Geschütze in Einzellafette. Des Weiteren kamen zwölf Torpedorohre in vier Drillingssätze zum Einbau, zehn weitere Torpedos wurden in Reserve bereitgehalten. Für drei Bordflugzeuge gab es entsprechende Flugeinrichtungen, also Katapulte, Krananlagen und eine Flugzeughalle (bei Blücher und Admiral Hipper für ein Flugzeug, ansonsten für zwei Flugzeuge).

Dampfanlage[Bearbeiten]

Die bei der Admiral-Hipper-Klasse eingesetzte Hochdruck-Heißdampfanlage führte zu hohem Brennstoffverbrauch und damit geringem Aktionsradius. Störungen an den empfindlichen Turbinen machten der Mannschaft oft sehr zu schaffen. Auch die Unterbringung der beiden Turbinen der Seitenwellen in einem gemeinsamen Raum war eine konstruktive Schwäche. So kam es bei der Admiral Hipper einmal vor, dass durch einen Großbrand im Turbinenraum zwei Drittel der Maschinenkraft ausfielen.

Schiffe der Klasse[Bearbeiten]

Admiral Hipper[Bearbeiten]

siehe auch: Admiral Hipper

Blücher[Bearbeiten]

siehe auch: Blücher (Schiff, 1937)

  • Werft: Deutsche Werke in Kiel
  • Kiellegung: 15. August 1935
  • Stapellauf: 8. Juni 1937
  • Indienststellung: 20. September 1939
  • Einsätze: Unternehmen Weserübung
  • Erfolge: keine
  • Schicksal: Am 9. April 1940 im Oslofjord vor der Festung Oscarsborg durch Torpedo- und Artillerietreffer versenkt.

Prinz Eugen[Bearbeiten]

siehe auch: Prinz Eugen (1938)

  • Werft: Germaniawerft in Kiel
  • Kiellegung: 23. April 1936
  • Stapellauf: 22. August 1938
  • Indienststellung: 1. August 1940
  • Einsätze: Begleitung des Schlachtschiffes Bismarck beim Unternehmen Rheinübung, Unternehmen Cerberus, Evakuierung der Ostfront
  • Erfolge: Treffer auf HMS Hood und HMS Prince of Wales erzielt.
  • Schicksal: Die Prinz Eugen wurde am 7. Mai 1945 an die Alliierten übergeben, in USS Prinz Eugen (IX-300) umbenannt und für Atombombentests benutzt. Sie kenterte am 22. Dezember 1946 im Kwajalein-Atoll.[3]

Seydlitz[Bearbeiten]

siehe auch: Seydlitz (1939)

  • Werft: DeSchiMAG, AG „Weser" in Bremen
  • Kiellegung: 29. Dezember 1936
  • Stapellauf: 19. Januar 1939
  • Indienststellung: nie
  • Einsätze: keine, da 1942 Umbau zum Flugzeugträger
  • Erfolge: keine
  • Schicksal: im Januar 1943 wurde der Umbau abgebrochen und das unfertige Schiff am 10. April 1945 in Königsberg versenkt.

Lützow[Bearbeiten]

siehe auch: Lützow (Schiff, 1939)

  • Werft: DeSchiMAG, AG „Weser" in Bremen
  • Kiellegung: 8. Februar 1937
  • Stapellauf: 1. Juli 1939
  • Indienststellung: nie
  • Einsätze: keine
  • Erfolge: keine
  • Schicksal: Schiff wurde nicht fertiggestellt im Mai 1940 an die Sowjetunion verkauft, umbenannt in Petropavlovsk, später Tallinn und 1960 verschrottet.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Gröner, Dieter Jung und Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 Band 1. Bernard & Graefe Verlag, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8, S. 95
  2. Erich Gröner. Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe 1939-45 und ihr Verbleib. München 1976. ISBN 3-469-00297-5
  3.  Bauernfeind, Ingo: Radioaktiv bis in alle Ewigkeit – Das Schicksal der Prinz Eugen. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 2011, ISBN 978-3-8132-0928-0, S. 93.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Abkürzung für: Drehhauben-Lafette Construktion(sjahr) 1934