Admiralitätsinseln

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Dieser Artikel befasst sich mit den Admiralitätsinseln in Papua-Neuguinea. Zu den gleichnamigen Inseln im Indischen Ozean siehe Amiranten. Zu Admiralty Island in Alaska siehe dort.
Admiralitätsinseln
Gebietskarte von Manus
Gebietskarte von Manus
Gewässer Bismarcksee
Archipel Bismarck-Archipel
Geographische Lage 2° 6′ S, 146° 56′ O-2.1052777777778146.93305555556Koordinaten: 2° 6′ S, 146° 56′ O
Admiralitätsinseln (Papua-Neuguinea)
Admiralitätsinseln
Anzahl der Inseln 40
Hauptinsel Manus
Gesamtfläche 2170 km²
Einwohner 58.000 (2011)
Lagekarte der Provinz
Lagekarte der Provinz

Die Admiralitätsinseln (englisch Admiralty Islands oder Manus Islands) gehören zum Bismarck-Archipel und bilden eine Inselgruppe im Pazifischen Ozean nordöstlich von Neuguinea. Die Inseln bilden zusammen mit den kleineren Westlichen Inseln die Provinz Manus in der Inselregion von Papua-Neuguinea

Geographie[Bearbeiten]

Die eigentlichen Admiralitätsinseln bestehen aus der Hauptinsel Manus (auf alten Karten auch als Taui bezeichnet), einer sehr gebirgigen und lange Zeit unerforschten Insel, sowie einer Anzahl kleiner Koralleninseln.

Die Inselgruppe umfasst etwa 40 Inseln, davon 18 größere, und hat ein Areal von 2.170 km². Die größeren Inseln bzw. Inselgruppen sind:

Meist rechnet man noch die Purdy-Inseln und die Baluan zu dem Gebiet.

Auf den Inseln leben im Jahr 2011 58.000 Einwohner. Die Hauptstadt der Provinz Manus ist Lorengau auf der Hauptinsel. Der höchste Punkt ist der Mount Dremsel (dt.: Dremselberg) mit 720 Metern.

Die Inseln sind hauptsächlich von Regenwald bedeckt und beheimaten eine große Anzahl von seltenen Pflanzen, Vögeln (unter anderen Großfußhühner) und Säugetieren (unter anderen Fledermäuse).

Geschichte[Bearbeiten]

Invasion der Admiralitätsinseln 1944: Vice Admiral Thomas C. Kinkaid (m.l.) mit General Douglas MacArthur (m.) auf der Brücke des Flaggschiffs USS Phoenix (CL-46) während des Bombardements von Los Negros Island, am östlichen Ende von Manus Island, 28. Februar 1944.

Gemeinsam mit Neuguinea, dem Bismarck-Archipel und den Salomonen wurden die Admiraltätsinseln ungefähr vor 40.000 Jahren in einer Wanderungswelle aus Südostasien erstmals besiedelt, in welcher auch Australien bevölkert wurde. Die frühen Einwanderer kultivierten Taro und führten Wildpflanzen und Tiere aus Neuguinea ein, wie z.B. Nasenbeutler. Obsidian wurde gesammelt und gehandelt..[1]

Die Lapita-Kultur entstand vor 3.500 Jahren und reichte von den Admiralitätsinseln bis Tonga und Samoa. Ihre Ursprünge sind umstritten, könnten jedoch das Ergebnis einer erneuten Migrationswelle aus Südostasien gewesen sein. Die Lapita-Kultur umfasste die Einführung von Keramik, Pfahlbauten und Haustieren(Schweine, Hunde und Hühner) sowie wesentliche Entwicklungen in Landwirtschaft und Bootsbau, welche einen großräumigen Handel erlaubten. Die Lapita-Gesellschaft verschwand vor 2.000 Jahren.[1]

Der erste Europäer, der die Inseln erreichte, war Álvaro de Saavedra im Sommer 1528.[2] Saavedra nannte die Inseln Urays la Grande.[3]

Die Inselgruppe wurde dann erneut von Schouten und Le Maire im Jahr 1616 entdeckt, bevor Carteret sie 1767 wiederfand. 1781 wurde sie von Maurelle gesichtet und als Don José Basco benannt.

Die Admiralitätsinseln wurden durch kaiserlichen Schutzbrief vom 17. Mai 1885 nebst den übrigen Besitzungen der Deutschen Neuguinea-Kompagnie im Bismarck-Archipel und auf Neuguinea unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt. Das Unternehmen Hernsheim & Co betrieb nach 1900 kleinere Kokospflanzungen und zwei Handelsniederlassungen auf den Admiralitätsinseln. 1911 richtete die Kolonialverwaltung von Deutsch-Neuguinea auf der Hauptinsel Manus eine Regierungsstation ein. Sie lag an dem Ort Seeadlerhafen im Osten der Insel.[4]

Im Laufe des Ersten Weltkrieges wurden die Inseln 1914 von Australien erobert, das dann später auch das Verwaltungsmandat für das gesamte Bismarck-Archipel vom Völkerbund (heute Vereinte Nationen) erhielt.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde die Inselgruppe von den Japanern besetzt, die hier im April 1942 eine Militärbasis errichteten. Am 29. Februar 1944 begann mit der Operation Brewer eine mehrwöchige Aktion, welche zur Eroberung der Inselgruppe durch alliierte Truppen aus den USA und Australien unter dem Kommando von Douglas MacArthur führte. Bald wurde eine Basis gebaut, die für das weitere Vorgehen in Neuguinea und den Philippinen wichtig wurde.

Nach dem Krieg wurde die Inselgruppe wieder von Australien verwaltet, bis Papua-Neuguinea am 16. September 1975 die volle Souveränität erreichte.

Heute gehören die Admiralitätsinseln zur Provinz Manus von Papua-Neuguinea.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Matthew Spriggs: The Cambridge History of the Pacific Islanders. Cambridge University Press, 1997, S. 52–69.
  2. Brand, Donald D. The Pacific Basin: A History of its Geographical Explorations The American Geographical Society, New York, 1967, S. 121
  3. Coello, Francisco "Conflicto hispano-alemán" Boletín de Sociedad Geográfica de Madrid, t.XIX. 2º semestre 1885, Madrid, S. 234, 309, 310
  4. Admiralitätsinseln. In: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Band 1: A – G. Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. 12 ff.

Weblinks[Bearbeiten]