Adobe Photoshop

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Adobe Photoshop

Photoshop CS4 Extended (Windows-Vista-64-Bit-Version)
Basisdaten
Entwickler: Adobe Systems
Aktuelle Version: CS4 und CS4 Extended (11.0.1)
(24. Februar 2009)
Betriebssystem: Mac OS X, Windows (frühere Versionen u. a. auch IRIX)
Kategorie: Bildbearbeitungsprogramm
Lizenz: proprietär
Deutschsprachig: ja
Adobe Photoshop

Adobe Photoshop [əˌdoʊbiˈfəʊtəʊʃɒp] ist ein kommerzielles Bildbearbeitungsprogramm des US-amerikanischen Softwarehauses Adobe Systems. Im Bereich der professionellen Bildbearbeitung (Druckvorstufe) ist das Programm Marktführer. Photoshop ist Teil der Adobe Creative Suite, einer Sammlung von Grafik- und Designprogrammen und wie die meisten anderen Adobe-Anwendungen für Mac OS X und Microsoft Windows verfügbar.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Entwicklung von Photoshop begann 1987, noch unter dem Namen Display, erst durch Thomas Knoll und etwas später mit seinem Bruder John Knoll gemeinsam. Letzterer arbeitete zu dieser Zeit für Industrial Light & Magic. Die Brüder verbesserten in den nächsten Jahren das Programm, die erste Auslieferung von 200 Kopien erfolgte für Barneyscan XP unter dem Namen Image Pro in der Version 0.87. Aldus entwickelte zur gleichen Zeit den Photostyler, und Adobe hatte gerade mit Letraset eine Übereinkunft zur Weiterentwicklung von Color Studio getroffen, als Photoshop von Adobes Art Director Russel Brown als das bessere Programm entdeckt wurde. 1988 schlossen daher die Knoll-Brüder und Adobe einen für die Software zukunftsweisenden Vertrag. Erst zwei Jahre später wurde das Programm zum ersten Mal von Adobe veröffentlicht. Von Beginn an war es für die Bearbeitung von Bildern vorgesehen, die von einem Scanner digitalisiert worden waren. Diese Geräte waren zur damaligen Zeit noch selten und teuer.

Obwohl es hauptsächlich für die Bearbeitung von Bildern zum Zwecke des Drucks entwickelt wurde, erfreute sich Photoshop auch zunehmender Beliebtheit, wenn es darum ging, Bilder für das World Wide Web zu produzieren. Ab der Version 5.5 wurde Photoshop mit einer separaten Anwendung namens ImageReady ausgeliefert, die spezialisierte Werkzeuge für diesen Zweck bot. Allerdings wurden diese Funktionen bis zur Version CS2 immer mehr in die Hauptanwendung integriert, und die Weiterentwicklung ergab keine ausschlaggebende Verbesserung bei ImageReady.

Seit 2003 liegt Photoshop in der Version 8 vor, die von Adobe CS genannt wird, um die Integration mit der Adobe Creative Suite widerzuspiegeln. Seit dieser Aktualisierung überprüft Photoshop beim Öffnen einer Datei den Inhalt auf bestimmte Merkmale, wie sie auf Abbildungen von Banknoten zu finden sind, und verhindert bei einem Fund jede Weiterverarbeitung.

Im April 2005 kam die Version 9 als CS2 heraus, die auch Teil des Programmpakets Creative Suite 2 (CS2) ist.

Die Version 10 oder CS3 wurde am 27. März 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt. Erhältlich ist sie seit dem 16. April 2007 (englische Version) bzw. 15. Mai 2007 (deutsche Version). Alle Teile des (nunmehr erweiterten) Programmpakets Adobe Creative Suite wurden auf den Versionsstand CS3 gehoben. In der Version CS3 wurde ImageReady in die Hauptanwendung integriert.

Am 23. September 2008 wurde Adobe CS4 (Version 11) erstmals öffentlich gezeigt und seit dem 4. November 2008 in Deutschland verkauft. Für Windows ist auch erstmals eine 64-Bit-Version verfügbar, nicht jedoch für den Macintosh.

[Bearbeiten] Wortbedeutung

Der Begriff photoshoppen ist ein Neologismus, den man in etwa mit ein Bild bearbeiten (wie beispielsweise Fotomontagen erstellen) übersetzen kann, unabhängig davon, welches Programm dazu benutzt wird. Adobe lehnt die Verwendung des Begriffs ab, weil das Warenzeichen Photoshop unterminiert wird. Es gibt die Bezeichnung Photoshop inzwischen auch als Nomen, das für das bearbeitete Bild steht. Diese Bedeutung wird häufig abwertend gebraucht, um Bilder zu bezeichnen, die stark nachbearbeitet wurden und daher einen typischen „Photoshop-Look“ haben.

Siehe dazu auch Gattungsnamen in juristischen Kontexten.

[Bearbeiten] Marktführerschaft

Photoshop wird generell als eines der besten Bildbearbeitungsprogramme angesehen. In der bildverarbeitenden und -bearbeitenden Branche hat es sich als Industriestandard durchgesetzt. Der sehr hohe Preis machte das Programm jedoch für Privatanwender unattraktiv. Diese Tatsache erlaubte es alternativen Programmen wie PhotoLine, Paint Shop Pro oder dem Open-Source-Programm GIMP, einen ansehnlichen Marktanteil zu erobern und zu halten.

Um den verlorenen Marktanteil nicht aufgeben zu müssen, führte Adobe günstigere Endverbraucher-Ausgaben, zuerst als Photoshop LT, dann mit dem Namen Adobe Photoshop Elements ein, deren Funktionen für die Belange von Heimanwendern optimiert wurden. Gegenüber den teureren und umfangreicheren Photoshop-Versionen fehlte einiges, was eher im professionellen Bereich notwendig sein könnte. Sie sind daher eher für Webgestaltung sowie Nachbearbeitung von Bildern aus Digitalkameras gedacht und bieten zum Beispiel keinen CMYK-Farbmodellmodus oder das Bearbeiten von Bildern in einer Farbtiefe von 48 Bit. Speziell auf einfachere Bedienung ausgerichtete Funktionen (Datei-Browser mit erweiterten Möglichkeiten, Rote-Augen-Werkzeug, Sofort-Reparatur-Pinsel) waren aber zuerst in Photoshop Elements zu finden, bevor sie dann im leistungsstärkeren Photoshop CS2 zur Verfügung standen. Die Elements-Ausgabe wird oft zusammen mit Digitalkameras oder Scannern ausgeliefert.

Weiter gab es von den Photoshop-Versionen 2 bis 5 Ausgaben mit den Buchstaben LE, für Limited Edition stehend, die, ähnlich dem nunmehrigen Photoshop Elements gegenüber Photoshop CS, eine funktional abgespeckte Variante des Programms darstellten. Diese wurden ebenfalls häufig zusammen mit Hardware als sogenannte Bundle- bzw. OEM-Version ausgeliefert.

[Bearbeiten] Entwicklung

Thomas Knoll beginnt 1987 mit den ersten Arbeiten an einem Grafikprogramm, später arbeitet er mit John Knoll zusammen, der dieses als VFX-Artist für den Film The Abyss einsetzt. Das entstehende Programm nennen sie Display. Ein Jahr später erscheint eine verbesserte Version von Display mit dem Namen ImagePro. Zusammen mit ihrem Scanner verkauft BarneyScan 1989 etwa 200 Exemplare von ImagePro. In diesem Jahr tritt Adobe Systems in Erscheinung; nach zehnmonatiger Entwicklung ist Photoshop geboren. Im Februar 1990 erscheint Photoshop 1.0 exklusiv für den Apple Macintosh.


Legende: Ältere Version; nicht mehr unterstützt Ältere Version; noch unterstützt Aktuelle Version Aktuelle Vorabversion Zukünftige Version
Version Codename Plattform Veröffentlichung Wichtigste Neuerungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.63 Mac OS (bis 9) Oktober 1988
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.0 Mac OS (bis 9) Februar 1990
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.0 Fast Eddy Mac OS (bis 9) Juni 1991
  • Pfad-Unterstützung
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.5 Merlin Mac OS (bis 9) November 1992
  • Native PowerPC-Unterstützung
  • Erste Windows-Version
Brimstone Windows
IRIX, Solaris November 1993
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.0 Tiger Mountain Mac OS (bis 9) September 1994
Windows, IRIX, Solaris November 1994
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.0 Big Electric Cat Mac OS (bis 9), Windows November 1996
  • Einstellungsebenen
  • Makros
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.0 Strange Cargo Mac OS (bis 9), Windows Mai 1997
  • Editierbare Texte (zuvor wurde Text sofort gerastert, nachdem er hinzugefügt wurde)
  • Undo-Funktion mit Historie
  • Farbmanagement
  • Magnetisches Lasso
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.5 Mac OS (bis 9), Windows 95 Februar 1999
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.0 Venus in Furs Mac OS (bis 9), Windows September 2000
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.0 Liquid Sky Mac OS (bis 9), Mac OS X, Win NT 4.0, Win 98 SE, Win ME März 2002
  • Texte nun völlig vektorisiert
  • „Healing Brush“
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.0.1 Mac OS (bis 9), Mac OS X, Win NT 4.0, Win 98 SE, Win ME August 2002
  • Camera-RAW-1.x-Plug-in (optional)
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: CS (8.0) Dark Matter Mac OS X, Windows Oktober 2003
  • Camera-RAW-2.x-Unterstützung
  • Stark modifizierte Slice-Funktion
  • Schlagschatten und Schein-Funktionen
  • „Lens Blur“-Effektfilter
  • Filtergalerie
  • Intelligente Hilfslinien
  • Echtzeit Histogramm
  • CDS-Modul (Counterfeit Deterrence System) – dieses System versucht gescannte Banknoten zu erkennen und soll das Drucken verhindern[1]
  • Macrovision-Kopierschutz basierend auf SafeCast-DRM-Technologie
  • Skripting-Unterstützung für JavaScript und andere Programmiersprachen
  • Hierarchische Ebenengruppen
  • Ebenenkompositionen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: CS2 (9.0)[2] Space Monkey Mac OS X, Win 2000, Win XP April 2005
  • Camera-RAW-3.x-Unterstützung
  • Smart Objects
  • Editierbare grafische Benutzeroberfläche
  • Adobe-Bridge-Unterstützung
  • HDRI-Support (16- und 32-Bit)
  • Verkrümmen (Warp)
  • Fluchtpunkt-Werkzeug
  • Linsenkorrektur
  • Selektives Scharfzeichnen
  • DNG-Konverter
  • Bessere Arbeitsspeicherverwaltung auf 64-Bit-Systemen (PowerPC G5)
  • Veränderte Ebenenhandhabung, erste Version in der mehrere Ebenen gleichzeitig ausgewählt werden können
Ältere Version; noch unterstützt: CS3, CS3 Extended (10.0) Red Pill Mac OS X
Windows XP SP2 (x32 und x64)
Windows Vista (x32 und x64)
16. April 2007
  • Zwei Photoshop-Versionen, die Extended-Version enthält zusätzliche Funktionen für 3D, Videos und Animationen, außerdem erweiterte Werkzeuge zur Bildanalyse
  • ImageReady wird abgeschafft und die Funktionen werden in Photoshop direkt integriert
  • Native Unterstützung für Apple Computer mit Intel Hardware
  • Verbesserte Windows-Vista-Unterstützung
  • Überarbeitete grafische Benutzeroberfläche
  • Smart Filter
  • Erweiterung der Camera-RAW-Unterstützung
  • Abgeänderter Umgang mit Kurven, Fluchtpunkten, Kanalmixer, Helligkeit, Kontrast und dem Druckdialog
  • Der Schwarzweiß-Funktion wurden Einstellungsmöglichkeiten hinzugefügt
  • Auto-Farbton-, Auto-Kontrast- und Auto-Farben-Funktionen
  • Optimierung der Bilddateien für tragbare Geräte
  • Optimierung der Klon- und Heilungsfunktionen
  • Optimierte 32-Bit-HDRI-Bearbeitung (Ebenen, Zeichnen, mehr Filter und Einstellungen)
  • Start der Anwendung wurde stark beschleunigt
Aktuelle Version: CS4, CS4 Extended (11.0) Stonehenge Mac OS X
Windows XP SP2 (x32 und x64)
Windows Vista (x32 und x64)
30. Oktober 2008
  • GPU- und OpenGL-Unterstützung für stufenloses Zoomen und schwenken[3][4]
  • Native Unterstützung für 64-Bit Windows Vista
  • „Intelligente Skalierung“, ermöglicht inhaltsabhängig zu skalieren, wobei bei Größenänderungen das Bild automatisch maßstabsgetreu neu erstellt wird und somit wichtige Bildbestandteile (wie zum Beispiel Personen) unverändert erhalten bleiben
  • 3D-Funktionalitäten wurden stark erweitert, so ist es nun möglich, direkt auf 3D-Objekten zu zeichnen (ähnlich ZBrush) oder animierte 3D-Szenen zu erstellen
  • Neue grafische Benutzeroberfläche
  • „Tabbed document display“, die verschiedenen geöffneten Dateien werden als Tabs oberhalb angezeigt
  • Es ist nun möglich, auch bei gezoomter Ansicht über den Bildrand hinaus zu gehen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Sibylle Mühlke: Adobe Photoshop CS3. Das Praxisbuch zum Lernen und Nachschlagen. Galileo, Bonn 2007 ISBN 978-3-89842-888-0
  • Winfried Seimert: Adobe Photoshop CS2 – das Einsteigerseminar. redline, Heidelberg 2005 ISBN 3826673921

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Adobe Photoshop – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikibooks Wikibooks: Bildbearbeitung mit Photoshop – Lern- und Lehrmaterialien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Photoshop und CDS. Adobe Systems, Inc.. Abgerufen am 24. Juni 2009.
  2. Adobe Support-Richtlinien: Unterstützte Produktversionen. Adobe Systems, Inc.. Abgerufen am 24. Juni 2009.
  3. GPU- und OpenGL-Funktionen und -Beschränkungen in Photoshop CS4. Adobe Systems, Inc., 25. Februar 2009. Abgerufen am 24. Juni 2009.
  4. List of tested graphics display cards for Photoshop CS4. Adobe Systems, Inc., 17. Oktober 2008. Abgerufen am 24. Juni 2009. (englisch)
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