Adolf Dirr (Leibwächter)

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Adolf Dirr (* 14. Februar 1907 in München; † 1998[1]) war ein deutscher SS-Führer und Leibwächter. Als Mitglied des sogenannten Führerbegleitkommandos war er von 1932 bis 1945 einer der engsten Leibwächter Adolf Hitlers.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte Dirr das Schmiedehandwerk. In seiner Freizeit widmete er sich mit großem Erfolg dem Boxsport, so hielt er von 1929 bis 1936 den Titel des Münchener Leichtgewichtchampions.

Am 1. Mai 1929 trat Dirr in die NSDAP ein, um an den Boxwettkämpfen der Sturmabteilung (SA), dem Straßenkampfverband der Partei, teilnehmen zu können. Der SA gehörte er bereits seit dem 1. April 1929 an. Am 1. März 1932 wurde Dirr von Heinrich Himmler als einer von acht Leibwächtern für den Parteichef Adolf Hitler ausgewählt, die sich fortan als sogenanntes Führerbegleitkommando ständig in unmittelbarer Nähe Hitlers aufhielten und auch nach seinem Aufstieg zum Regierungschef und Diktator nach 1933 seine engsten Personenschützer blieben. Offiziell gehörte er dem Kommando seit dem 4. März 1932 an. In seiner Eigenschaft als Mitglied des Führerbegleitkommandos gehörte Dirr bis 1945 – zeitweise als stellvertretender Chef des Kommandos[2]– zur Entourage Hitlers.

Nachdem Dirr im März 1932 zunächst Angestellter der Parteileitung der NSDAP geworden war (Mitgliedsnummer 129.997), wurde er ab dem 1. Mai 1934 verwaltungsmäßig im Stab der Leibstandarte Adolf Hitler als SS-Führer geführt und bezog von dort auch seinen Sold. Der SS selbst gehörte er indessen bereits seit dem 4. März 1933 an (Mitgliedsnummer 54.958). Aus der SA schied er offiziell am 3. März 1932 aus. In der SS wurde er nacheinander zum SS-Untersturmführer (1. Juli 1934) und SS-Hauptsturmführer der Waffen-SS (20. April 1944) befördert.

Nachdem Dirr im April 1945 bei der Schlacht um Berlin verwundet worden und am 22. April 1945 aus der Stadt ausgeflogen worden war, verrichtete er in den folgenden Wochen Aufgaben in Hitlers Berghof in Berchtesgaden. Dort wurde er am 22. Mai 1945 von Angehörigen der US-Armee verhaftet. Anschließend war er bis 1947 in Kriegsgefangenschaft.

In der Nachkriegszeit wurde Dirr verschiedentlich von Historikern und Journalisten, wie z.B. Anton Joachimsthaler, als historischer Zeuge zu der Person Hitlers befragt.

Beförderungen[Bearbeiten]

  • 4. März 1932: SS-Anwärter
  • Mai 1933: SS-Unterscharführer
  • 9. November 1933: SS-Oberscharführer
  • 1. Juli 1934: SS-Untersturmführer
  • 15. September 1935: SS-Obersturmführer
  • 20. April 1944: SS-Hauptsturmführer der Waffen-SS

Archivalien[Bearbeiten]

  • Bundesarchiv Berlin: Ehemaliges BDC: PK-, RS- und SSO-Akten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Hoffmann: Die Sicherheit des Diktators, 1975.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anton Joachimsthaler: Hitlers Liste. Ein Dokument persönlicher Beziehungen, 2003, S. 235.
  2. Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat, 1969, S. 646.