Adolf Hühnlein
Adolf Hühnlein (* 12. September 1881 in Neustädtlein bei Kulmbach; † 18. Juni 1942 in München) war Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps im Rang eines Generalmajors.
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Leben [Bearbeiten]
Hühnlein absolvierte das Gymnasium in Bayreuth und schlug danach eine Laufbahn als Offizier der bayerischen Armee bei der Pioniertruppe ein. Zwischen 1909 und 1912 besuchte er die Kriegsakademie in München. Im Ersten Weltkrieg war Hühnlein Kompaniechef, Bataillonskommandeur und zuletzt Generalstabsoffizier.
Nach dem Krieg wurde er Kompanieführer im Freikorps von Franz Ritter von Epp. Ihm gelang bald darauf die Wiederaufnahme in die Reichswehr. Als er Soldaten seiner Einheit als Saalschutz für den damals noch unbekannten „Bierkellerredner“ Adolf Hitler einsetzte, sollte Hühnlein nach Jüterbog versetzt werden. Daraufhin verließ er im Herbst 1923 die Reichswehr. Als Angehöriger des „Bundes Reichskriegsflagge“ agierte Hühnlein im November 1923 beim Hitler-Ludendorff-Putsch und musste sechs Monate Festungshaft in Stadelheim und Landsberg am Lech verbüßen.
1924 wurde er nach seinem Abschied aus der Reichswehr in die „Oberste SA-Führung“ berufen, 1925 wurde er Quartiermeister der NSDAP. Ernst Röhm ernannte Hühnlein zum SA-Obergruppenführer und 1927 zum Chef des SA-Kraftfahrwesens. 1930 gründete er die SA-Motortrupps sowie das Nationalsozialistische Automobilkorps (NSAK), 1931 das NSKK als Unterabteilung der SA.
Im Juni 1933 wurde er als NSKK-Korpsführer mit der Aufgabe betraut, die Zusammenlegung des SA-eigenen Kraftfahrwesens und jenes des NSKK zu organisieren. Auch erfolgte im selben Jahr seine Wahl als Mitglied des Reichstages. Am 1. September 1934, nach der Ermordung Ernst Röhms, ernannte Hitler ihn zum Korpsführer des neuen, zur selbständigen NSDAP-Gliederung aufgewerteten, NSKK. Auch erfolgte Hühnleins Berufung zum Präsidenten der „Obersten Nationalen Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt“.
1936 wurde Hühnlein zum Generalmajor befördert. Am 8. November 1938 erschien ein Bericht im Völkischen Beobachter, wonach Hühnlein zusammen mit dem Oberingenieur Winfelmann in einem Kraftfahrzeug (5,4 l) eine „Rekordfahrt“ auf der Reichsautobahnstrecke Berlin-München unternahm. Die Gesamtstrecke von 527 Kilometern legte er in rund vier Stunden zurück. Am 22. Februar 1940 wurde Hühnlein die Funktion eines „Beauftragten für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft“ übertragen. Sein direkter Vorgesetzter war Hermann Göring. Hühnlein gehörte außerdem als Verwaltungsrat der Gesellschaft Reichsautobahnen an und war Mitglied des Reichsverkehrsrates und der Reichsarbeitskammer. Während des Zweiten Weltkrieges war er Beauftragter für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft.
Als Adolf Hühnlein verstarb, erhielt er ein Staatsbegräbnis und postum die höchste NSDAP-Auszeichnung, den Deutschen Orden.
Unter der Führung von Adolf Hühnlein wurde das NSKK zu einer paramilitärischen Hilfsorganisation der Wehrmacht bzw. des Staates, die sich um die Ausbildung des Kraftfahrer- und Kraftfahrsportnachwuchses kümmerte und während des Zweiten Weltkriegs als Transportorganisation auch in den besetzten Gebieten und bei Deportationen in die Vernichtungslager eingesetzt wurde. Sein Nachfolger als NSKK-Korpsführer wurde Erwin Kraus.
Hühnlein war Ehrenbürger der Stadt Bayreuth und der Stadt Ahrweiler. Die Motorsportschule des NSKK Nordmark in Nordoe trug den Namen „Adolf Hühnlein“.[1] Das Gebäude wird heute von der Bundesnetzagentur genutzt.
Literatur [Bearbeiten]
- Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. de Gruyter, Berlin, New York 2000, ISBN 3-11-016888-X, S. 439.
- Dorothee Hochstetter Motorisierung und „Volksgemeinschaft“. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931–1945. Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-57570-8.
- Till Bastian: High Tech unterm Hakenkreuz. Von der Atombombe bis zur Weltraumfahrt. Militzke, Leipzig 2005, ISBN 3-86189-740-7, S. 45.
- Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-13086-7.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Adolf Hühnlein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Adolf Hühnlein in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hühnlein, Adolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (NSDAP), MdR, Führer des Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps (NSKK) |
| GEBURTSDATUM | 12. September 1881 |
| GEBURTSORT | Neustädtlein bei Kulmbach |
| STERBEDATUM | 18. Juni 1942 |
| STERBEORT | München |
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- SA-Mitglied
- NSDAP-Mitglied
- NSKK-Mitglied
- Teilnehmer am Hitlerputsch
- Freikorps-Mitglied
- Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)
- Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich 1933–1945)
- Träger des Deutschen Ordens
- Ehrenbürger von Bayreuth
- Deutscher
- Geboren 1881
- Gestorben 1942
- Mann