Adolf Hühnlein

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Adolf Hühnlein
Adolf Hühnlein (rechts hinter Hitler) 1933 beim ersten Spatenstich zur Reichsautobahn

Adolf Hühnlein (* 12. September 1881 in Neustädtlein bei Kulmbach; † 18. Juni 1942 in München) war ein deutscher Offizier sowie Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps.

Leben[Bearbeiten]

Hühnlein war der Sohn eines Lehrers. Er verheiratete sich 1906 mit Paula Däumling. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Militärkarriere[Bearbeiten]

Hühnlein absolvierte das Humanistische Gymnasium in Bayreuth und trat im Oktober 1900 zunächst als Einjährig-Freiwilliger in das 7. Infanterie-Regiment „Prinz Leopold“ der Bayerischen Armee ein. Mitte Januar 1901 wurde er in das 1. Pionier-Bataillon versetzt und nachdem er die Kriegsschule erfolgreich besucht hatte, am 9. März 1902 zum Leutnant befördert. Nach Kommandierungen zur Gewehrfabrik Amberg sowie zur Artillerie- und Ingenieur-Schule wurde Hühnlein Anfang März 1907 in das Telegraphen-Detachement versetzt. Von 1909 bis 1912 absolvierte Hühnlein die Kriegsakademie, die ihm die Qualifikation für die Höhere Adjutantur und das Lehrfach aussprach.[1] Im Anschluss daran wurde er als Adjutant bei der Pionier-Inspektion verwendet und mit der Beförderung zum Hauptmann am 1. Oktober 1913 zur Inspektion des Ingenieurkorps kommandiert. Am 25. April 1914 folgte seine Versetzung hierher.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Hühnleim zum Stab des Generals der Pioniere beim Armeeoberkommando 6 versetzt. Am 1. April 1916 kehrte er in den Truppendienst zurück und wurde Führer der Reserve-Pionier-Kompanie 5. Mit der Kompanie beteiligte sich Hühnlein an den Kämpfen in Rumänien und Ende des Jahres war er an der Westfront in Frankreich im Einsatz. Er kam am 22. Januar 1917 kurzzeitig zum Stab des 1. Pionier-Ersatz-Bataillons und war vom 10. Februar bis 2. November 1917 Kommandeur des Pionier-Bataillons 15. Anschließend folgte seine Versetzung als Zweiter Generalstabsoffizier in den Stab der 15. Division. Im Mai 1918 wurde Hühnlein letztmals in diesem Krieg versetzt. Er kam zum Generalstab des Generalkommandos zbV 57, wo er das Kriegsende erlebte.

Nach dem Krieg wurde er Kompanieführer im Freikorps Epp. Ihm gelang bald darauf die Übernahme in die Vorläufige Reichswehr. Dort wurde er zunächst im Reichswehr-Pionier-Bataillon 21 verwendet. Nach der Bildung der Reichswehr kam Hühnlein in den Stab beim Infanterieführer VII und als Major 1923 in den Stab des Gruppenkommandos 1 nach Berlin. Im gleichen Jahr wurde er an die Artillerie-Schule Jüterbog kommandiert. Als Angehöriger des „Bundes Reichskriegsflagge“ agierte Hühnlein im November 1923 beim Hitler-Ludendorff-Putsch und musste sechs Monate Festungshaft in Stadelheim und Landsberg am Lech verbüßen. Daraufhin wurde er zum 31. Dezember 1923 aus der Reichswehr entlassen.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Nach seinem Abschied wurde Hühnlein in die „Oberste SA-Führung“ berufen und 1925 Quartiermeister der NSDAP. Ernst Röhm ernannte Hühnlein zum SA-Obergruppenführer und 1927 zum Chef des SA-Kraftfahrwesens. 1930 gründete er die SA-Motortrupps sowie das Nationalsozialistische Automobilkorps (NSAK), 1931 das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) als Unterabteilung der SA.

Im Juni 1933 wurde er als NSKK-Korpsführer mit der Aufgabe betraut, die Zusammenlegung des SA-eigenen Kraftfahrwesens und jenes des NSKK zu organisieren. Auch erfolgte im selben Jahr seine Wahl als Mitglied des Reichstages. Am 1. September 1934, nach der Ermordung Ernst Röhms, ernannte Hitler ihn zum Korpsführer des neuen, zur selbständigen NSDAP-Gliederung aufgewerteten, NSKK. Auch erfolgte Hühnleins Berufung zum Präsidenten der „Obersten Nationalen Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt“.

Am 14. Mai 1936 erhielt Hühnlein den Charakter als Generalmajor der Wehrmacht. Am 8. November 1938 erschien ein Bericht im Völkischen Beobachter, wonach Hühnlein zusammen mit dem Oberingenieur Winfelmann in einem Kraftfahrzeug (5,4 l) eine „Rekordfahrt“ auf der Reichsautobahnstrecke Berlin-München unternahm. Die Gesamtstrecke von 527 Kilometern legte er in rund vier Stunden zurück. Am 22. Februar 1940 wurde Hühnlein die Funktion eines „Beauftragten für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft“ übertragen. Sein direkter Vorgesetzter war Hermann Göring. Hühnlein gehörte außerdem als Verwaltungsrat der Gesellschaft Reichsautobahnen an und war Mitglied des Reichsverkehrsrates und der Reichsarbeitskammer. Während des Zweiten Weltkrieges war er Beauftragter für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft.

Hühnlein erhielt nach seinem Tod ein Staatsbegräbnis und postum zeichnete ihn Hitler mit der höchsten Auszeichnung der NSDAP, dem Deutschen Orden, aus.

Unter der Führung von Adolf Hühnlein wurde das NSKK zu einer paramilitärischen Hilfsorganisation der Wehrmacht beziehungsweise des Staates, die sich um die Ausbildung des Kraftfahrer- und Kraftfahrsportnachwuchses kümmerte und während des Zweiten Weltkriegs als Transportorganisation auch in den besetzten Gebieten und bei Deportationen in die Vernichtungslager eingesetzt wurde. Sein Nachfolger als NSKK-Korpsführer wurde Erwin Kraus.

Ehrungen[Bearbeiten]

Hühnlein war Ehrenbürger der Stadt Bayreuth und der Stadt Ahrweiler. Die Motorsportschule des NSKK Nordmark in Nordoe trug den Namen „Adolf Hühnlein“.[2] Das Gebäude wird heute von der Bundesnetzagentur genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adolf Hühnlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Othmar Hackl: Die Bayerische Kriegsakademie (1867–1914). C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung. München 1989. ISBN 3-406-10490-8. S. 482.
  2. Postkarte mit dem Gebäude