Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg

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Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg

Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg (* 10. April 1803 in Berlin; † 8. Januar 1868 auf Schloss Boitzenburg) war ein preußischer Staatsminister, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Domdechant in Brandenburg, Kammerherr und Major der Landwehr-Kavallerie.

Er war der Sohn von Friedrich Abraham Wilhelm von Arnim (1767–1812) und Gräfin Georgine von Wallmoden-Grimborn (1770–1859) (geschieden 1806). Seine Mutter war die Tochter des kurhannoverschen Feldmarschalls Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn. Sein Vater war Gesandter in Dresden und Kopenhagen.

Leben[Bearbeiten]

Adolf Heinrich von Arnim

Zunächst erhielt er Privatunterricht und war dann am Joachimsthalschen Gymnasium und von 1819 bis 1821 am Friedrichwerderschen Gymnasium in Berlin.[1] Nach seinem Jurastudium in Berlin und Göttingen war er 1825 als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Ulanen.

1825 trat er in den preußischen Justiz- und Staatsdienst, zunächst als Auskultator am Stadtgericht und als Referendar am Kammergericht Berlin. 1830 wurde er Landrat im Kreis Uckermark und 1833 Vizepräsident im Regierungsbezirk Stralsund. Ab 1834 war er Regierungspräsident des Regierungsbezirks Aachen und ab 1838 des Regierungsbezirks Merseburg.

1840 wurde von Arnim-Boitzenburg Oberpräsident der Provinz Posen. 1842 wurde er mit knapp 40 Jahren jüngster Preußischer Innenminister. Als solcher kämpfte er vergeblich für eine Verfassungsreform. Da er die romantisch-irrealen Pläne von Friedrich Wilhelm IV. nicht mittragen wollte, trat er 1845 zurück. Auch deswegen holte ihn der König nach dem Scheitern seiner Verfassungspläne und dem Ausbruch der Deutschen Revolution 1848/49 zurück in die Regierung. Vom 19. März 1848 bis 29. März 1848 war Arnim für wenige Tage erster Preußischer Ministerpräsident. Er trat erneut zurück, weil der König wiederum gegen seinen Rat eigene Pläne verfolgte, diesmal mit dem Versuch sich an die Spitze der Nationalbewegung zu stellen.

Arnim gehörte von 1839 bis 1868 dem brandenburgischen Provinziallandtag und 1847 dem Vereinigten Landtag[2] an. Vom 18. Mai bis zum 10. Juni 1848 war er Abgeordneter für Prenzlau in der Frankfurter Nationalversammlung. 1850 gehörte er dem Erfurter Unionsparlament, 1849–1868 erst der Zweiten Kammer des preußischen Landtags, dann dem Herrenhaus an.

Arnim starb am 8. Januar 1868 in Boitzenburg im Alter von 64 Jahren am „gastrischen Fieber“. Er wurde am 11. Januar im Arnim'schen Erbbegräbnis bestattet.[3]

Bis heute bekannt ist Arnim durch seine Äußerung als preußischer Innenminister zu Heinrich Heines Werk Die schlesischen Weber. Er bezeichnete das Werk in einem Bericht an König Friedrich Wilhelm IV. als „eine in aufrührerischem Ton gehaltene und mit verbrecherischen Äußerungen angefüllte Ansprache an die Armen im Volke“. Daraufhin ordnete das Königlich Preußische Kammergericht ein Verbot des Gedichts an, was 1846 zu einer Gefängnisstrafe eines Rezitators führte.

Abstammung[Bearbeiten]


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abraham Wilhelm von Arnim (1712–1761)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Wilhelm von Arnim (1739–1801)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna Elisabeth von der Schulenburg (???–1741)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Abraham Wilhelm von Arnim (1767–1812)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friederike Antoinette von Cramm (1747–1817)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Adolf Heinrich von Arnim (1803–1868)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg II., König von Großbritannien u. Irland (1683–1760)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Ludwig von Wallmoden (1736–1811)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Amalie Sophie Marianne von Wendt (1710–1765)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georgine Charlotte Auguste von Wallmoden (1770–1859)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Charlotte Christiane Auguste Wilhelmine von Wangenheim (1740–1783)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Familie[Bearbeiten]

Wappen derer von Arnim

Er war seit 4. August 1830 mit Anna Caroline von der Schulenburg (1804–1886) verheiratet. Das Paar hatte unter anderem folgende Kinder:

∞ 6. Juli 1865 Mathilde von Schweinitz und Krain (* 11. Oktober 1841; † 9. September 1874)
∞ 30. November 1875 Helene von Schweinitz und Krain (* 25. April 1846; † 9. Januar 1930)
  • Sophie (* 21. August 1836: † 30. November 1918) ∞ Harry von Arnim (* 3. Oktober 1824; † 19. Mai 1881)
  • Traugott Hermann (* 20. Juni 1839; † 22. Januar 1919) Diplomat
∞ Laura von Lotzbeck (* 27. September 1852; † 11. September 1886)
Karoline von Bismarck-Bohlen (Witwe von Georg Werner)
  • Georg Karl Albrecht (* 17. Januar 1841; † 3. Dezember 1903) ∞ Gräfin Anna von der Schulenburg (* 24. Juni 1858; † 11. Oktober 1911)
  • Georg Werner (* 3. Mai 1845: † 6. September 1881) ∞ Gräfin Karoline von Bismarck-Bohlen (* 31. März 1851; † 12. August 1912)
  • Freda Anna Karoline (* 17. April 1842; † 1916) ∞ 28. Juli 1870[4] Theodor von Bethmann-Hollweg (1829–1886)
  • Marie Henriette Elisabeth, genannt Elisabeth, (* 13. Juni 1849; † 31. März 1917), Palastdame der Kaiserin ∞ 26. Juli 1871[5] Graf Udo zu Stolberg-Wernigerode (1840–1910)

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographien zur deutschen Geschichte von den Anfängen bis 1945, Berlin 1991, S. 27
  2. Eduard Bleich (Hrsg.): Der erste vereinigte Landtag in Berlin 1847. Karl Reimarus, Berlin 1847, S. 733 (Google Books).
  3. Vgl. Todeseintrag im Boitzenburger Kirchenbuch. Siehe Kirchenbücher auf ancestry.de, Boitzenburg 1863–1874, S. 106.
  4. Vgl. Heiratseintrag im Boitzenburger Kirchenbuch. Siehe Kirchenbücher auf ancestry.de, Boitzenburg 1863–1874, S. 133.
  5. Vgl. Heiratseintrag im Boitzenburger Kirchenbuch. Siehe Kirchenbücher auf ancestry.de, Boitzenburg 1863–1874, S. 149.

Weblinks[Bearbeiten]