Adolf Helbok

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Adolf Helbok (* 2. Februar 1883 in Hittisau, Vorarlberg; † 29. Mai 1968 in Götzens, Tirol) war ein österreichischer Historiker und Volkskundler und nationalsozialistischer Rassenkundler, der 1933 erstmals die „völkische Blutsgemeinschaft“ als Subjekt der Geschichte definierte.[1]

Leben[Bearbeiten]

Adolf Helbok absolvierte ein Freiwilligenjahr in der k.u.k. Armee (1904–1905) und begann 1905 das Studium der Geschichtswissenschaften und der Klassischen Philologie in Innsbruck, das er 1910 mit Auszeichnung abschloss. Während des Ersten Weltkrieges war er beim Roten Kreuz in Vorarlberg tätig.

1919 wurde ihm die Venia für „Österreichische Geschichte und Wirtschaftsgeschichte“ an der Universität Innsbruck verliehen. Im selben Jahr heiratete er seine Frau Dora. Die Ehe blieb kinderlos. 1924 wurde er zum außerordentlichen Professor ad personam ernannt. Seit diesem Jahr war er auch Herausgeber der Zeitschrift Volk und Rasse.[2]

Im Jahr 1933 traten er und seine Frau der NSDAP bei (Mitgliedsnummern 1.531.808 und 1.531.807). 1934 wurde er aufgrund seiner NS-Tätigkeiten von seinem Amt enthoben und ging nach Berlin, wo er beim Atlas der deutschen Volkskunde arbeitete. Ab 1935 war er Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Leipzig. Nachdem er von 1941 bis 1945 in Innsbruck gelehrt hatte, wurde er am 23. Juli 1945 durch Anordnung der provisorischen Landesregierung für Tirol wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft von der Universität Innsbruck relegiert und ab 1950 in den dauernden Ruhestand versetzt.

Sein zweibändiges Hauptwerk Deutsche Volksgeschichte erschien in den Sechzigerjahren im rechtsextremen Grabert-Verlag und wird bis heute neu aufgelegt.

Seit 1905 war er Mitglied des Corps Athesia Innsbruck.[3]

Werke[Bearbeiten]

  • Regesten von Vorarlberg und Liechtenstein bis zum Jahre 1260. Bern: Wyss, 1920
  • Volk und Staat der Germanen. In: Historische Zeitschrift 154 (1936), S. 229–240
  • Deutsche Siedlung. Wesen, Ausbreitung und Sinn. Halle (Saale): Niemeyer, 1938 (Volk, Bd. 5)
  • Die Ortsnamen im Deutschen, siedlungs- und kulturgeschichtlich betrachtet. Berlin: de Gruyter, 1939. Durchges. ND 1944 (Sammlung Göschen, Bd. 573)
  • Deutsche Geschichte auf rassischer Grundlage. Halle (Saale): Niemeyer, 1939 (Volk in der Geschichte, Bd. 1)
  • Die Germanen in Böhmen und Mähren. In: Das Böhmen und Mähren-Buch. Volkskampf und Reichsraum. Prag/Amsterdam/Berlin/Wien: Volk und Reich, 1943, S. 135–139
  • Deutsche Volksgeschichte. Wesenszüge und Leistungen des deutschen Volkes. 2 Bde. Tübingen: Verlag der Deutschen Hochschullehrer-Zeitung, 1964–67

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Meixner: „... eine wahrhaft nationale Wissenschaft der Deutschen...“. Der Historiker und Volkskundler Adolf Helbok (1883–1968), in: politisch zuverlässig - rein arisch - Deutscher Wissenschaft verpflichtet. Die geisteswissenschaftliche Fakultät in Innsbruck 1938–1945 (Skolast 1-2/1990), S. 126–133.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laurenz Müller, Diktatur und Revolution: Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des "Dritten Reiches" und der DDR, Lucius & Lucius 2004, S.78
  2. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 242.
  3. Kösener Corpslisten 1930, 78, 134