Adolf Remane

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Adolf Remane (* 10. August 1898 in Krotoschin (Provinz Posen); † 22. Dezember 1976 in Plön) war ein deutscher Zoologe.

Leben[Bearbeiten]

Remane war ab 1929 Professor an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, von 1934 bis 1937 in Halle und ab 1937 erneut in Kiel. Dort gründete er im gleichen Jahr das Kieler Institut für Meereskunde, dessen Leiter er wurde. Nachdem er 1937 der NSDAP beigetreten war, wurde er in den Vorstand der Deutschen Zoologischen Gesellschaft berufen.[1] Am 27. Juli 1942 gehörte er zu den Unterzeichnern eines Briefes des Vorstands der Zoologischen Gesellschaft an die Reichskanzlei, worin alle nationalsozialistischen Maßnahmen gegenüber der „ungeheuren Schärfe des Kampfes des Judentums gegen das deutsche Volk“ ausdrücklich befürwortet wurden.[2]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Remane weiterhin Professor in Kiel. Er wurde Direktor des Zoologischen Instituts und des Museums für Völkerkunde.[1] 1952 entwickelte er die noch heute aktuellen Homologiekriterien, da er davon überzeugt war, aus der Feststellung der Homologie a priori die Verwandtschaft der Organismen herleiten zu können. In den Jahren 1956 und 1957 war er zudem Präsident des Verbands deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.. Später leitete er das universitätseigene Zoologische Museum in Kiel.

1963 wurde er korrespondierendes Mitglied der Paläontologischen Gesellschaft.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Grundlagen des natürlichen Systems, der vergleichenden Anatomie und der Phylogenetik. Leipzig: Geest & Portig K.-G., 1952 (2.Aufl. 1956, Nachdruck der 2.Auflage bei Verl. Otto Koeltz, Koenigstein/Taunus 1971)
  • Das soziale Leben der Tiere. Hamburg: Rowohlt, 1960 (rowohlts deutsche enzyklopädie 97)
  • Adolf Remane u. a.: Systematische Zoologie. Stämme des Tierreichs. Stuttgart: G. Fischer Verlag, 1976.
  • Adolf Remane, Volker Storch, Ulrich Welsch: Kurzes Lehrbuch der Zoologie. Stuttgart und New York: Fischer, 1985, ISBN 3437203371 (und diverse weitere Auflagen)

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Zachos, U. Hossfeld: Adolf Remane (1898-1976): Biographie und ausgewählte evolutionsbiologische Aspekte in seinem Werk. In: U. Hoßfeld und R. Brömer (Hgg.): Darwinismus und/als Ideologie. (Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie, Bd. 6). Berlin: Verlag für Wissenschaft und Bildung, 2001, S. 313-358.
  • Jürgen Remane: Remane, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 412 f. (Digitalisat)
  • Henrik Eberle: Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus. Mdv, Halle 2002, ISBN 3-89812-150-X, S. 432f

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 491.
  2. Zitat bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Fischer Taschenbuch 2005, S. 491.