Adolf Seilacher

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Adolf Seilacher, auch Dolf Seilacher, (* 24. Februar 1925 in Stuttgart) ist ein deutscher Paläontologe.

Leben[Bearbeiten]

Adolf Seilacher, der schon als Jugendlicher Fossilien sammelte und darüber veröffentlichte, wurde 1951 bei Otto Heinrich Schindewolf an der Universität Tübingen promoviert (Zur Einteilung und Deutung fossiler Lebensspuren). Seine Habilitation erfolgte über Kalkschwämme (Sphinctozoa). Nach Stationen in Frankfurt am Main, Bagdad und Göttingen wurde er 1964 als Nachfolger von Schindewolf Professor für Paläontologie in Tübingen.

Seit 1987 war er über 20 Jahre lang zusätzlich Adjunct Professor an der Yale University.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Seilacher gilt als einer der profiliertesten und innovativsten Paläontologen weltweit. Er lieferte bedeutende Beiträge zur Palichnologie (Spurenfossilkunde), einem Gebiet, in dem er seit dem 1960er Jahren Maßstäbe setzte. Weitere Impulse gab er zum Thema Fossillagerstätten, natürliche Konstruktionen (Konstruktionsmorphologie) und der Deutung präkambrischer Organismen (Vendobionten).

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Adolf Seilacher wurde 1992 mit dem Crafoord-Preis ausgezeichnet. 1993 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. 1994 wurde ihm von der Geologischen Vereinigung die Gustav-Steinmann-Medaille verliehen und 2006 erhielt er die Lapworth Medal. 1995 wurde er Ehrenmitglied der Paläontologischen Gesellschaft, deren Präsident er 1977 bis 1979 war. Er war seit 1964 Herausgeber des Zentralblattes für Geologie und Paläontologie (Abteilung Paläontologie) und seit 1969 des Neuen Jahrbuchs für Geologie und Paläontologie.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Biographie in: Werner K. Weidert (Hrsg.): Klassische Fundstellen der Paläontologie. Band 2: 23 Fundgebiete und Aufschlüsse in Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Österreich, Schweiz und Tschechoslowakei. Goldschneck-Verlag, Korb 1990, ISBN 3-926129-05-0 (dort von Seilacher der Abschnitt Holzmaden).

Weblinks[Bearbeiten]