Adolf Wohlbrück
Adolf Wilhelm Anton Wohlbrück (* 19. November 1896[1] in Wien; † 9. August 1967 in Garatshausen) war ein österreichischer Schauspieler, der sich im englischen Exil Anton Walbrook nannte.
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[Bearbeiten] Leben
Wohlbrück wurde als Sohn des Hamburger Zirkusclowns Adolf II. Wohlbrück geboren, er stammte aus einer jüdischen Familie mit langer Schauspieltradition. Nach dem Besuch einer Klosterschule in Wien und dem Gymnasium in Berlin nahm er Schauspielunterricht an der Schule von Max Reinhardt. Im Ersten Weltkrieg geriet er in französische Gefangenschaft, wo er das Aucher Gefangenschaftstheater gründete, und setzte danach seine Karriere am verschiedenen Bühnen in München, Dresden und Berlin fort. Er hatte 1915 sein Filmdebüt in Marionetten von Richard Löwenbein und spielte dann gelegentlich in Stummfilmen mit, doch erst mit dem Tonfilm trat er regelmäßig auf. Er verkörperte den eleganten, weltmännischen Gentleman, oft an der Seite von Renate Müller (Viktor und Viktoria, Die englische Heirat). Ab 1933 veränderte er sein Aussehen und trat mit Moustache auf.
Wohlbrück, nicht nur Halbjude und Homosexueller, sondern auch politisch ein vehementer Gegner des nationalsozialistischen Regimes, emigrierte 1936 über Frankreich und Hollywood nach England und arbeitete dort als Anton Walbrook – „Adolf“ hätte seinerzeit sicher Anstoß erregt. In dieser Zeit setzte er sich aktiv für jüdische Schauspieler und „nichtarische“ Angehörige deutscher Schauspieler ein, finanziell oder indem er ihnen die Wege zur Flucht ebnen half[2]. 1947 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand er auch wieder auf deutschen Bühnen, zuerst 1951 in Düsseldorf unter Gustaf Gründgens[2], dann auch in Hamburg und Stuttgart. Er wirkte außerdem in internationalen Filmproduktionen mit. 1967 erhielt er das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Er verstarb am 9. August desselben Jahres an den Folgen eines Herzinfarkts, nachdem er Ende März 1967 während einer Vorstellung in München auf der Bühne zusammengebrochen war.
[Bearbeiten] Filmografie
(Die folgenden deutschen Filme in der Reihenfolge der Zensur-Genehmigung)
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[Bearbeiten] Literatur
- Georg Seeßlen: L'homme fatale. Die Verführung der Melancholie: Der Schauspieler Adolf Wohlbrück und seine Filme. In: Christian Cargnelli, Michael Omasta (Hrsg.): Aufbruch ins Ungewisse. Österreichische Filmschaffende in der Emigration vor 1945. Band 1. Wespennest, Wien 1993, ISBN 3-85458-503-9, S. 29–38.
- Deutsches Bühnenjahrbuch 1968, Bühnenschriften-Vertriebs-Gesellschaft mbH Hamburg 1967
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Brigitte Stieghahn, Adolf Wohlbrück (1896–1967) - Daten zu seinem Leben, Berlin 1999, siehe auch Personalakte „RKK 2600 Adolf Wohlbrück“ im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde
- ↑ a b Deutsches Bühnenjahrbuch 1968 S. 149
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Adolf Wohlbrück im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Adolf Wohlbrück in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- filmportal.de
- Bilder von Adolf Wohlbrück In: Virtual History
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wohlbrück, Adolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Walbrook, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 19. November 1896 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 9. August 1967 |
| STERBEORT | Garatshausen |