Adolph Edwin Medlycott

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Bischof Adolph Edwin Medlycott

Adolph Edwin Medlycott (* 15. Mai 1838 in Chittagong, damals Britisch-Indien, heute Bangladesch; † 4. Mai 1918 in Bangalore, Indien) war ein katholischer Titularbischof sowie Apostolischer Vikar von Trichur, Kerala und ein bedeutender indischer Kirchenhistoriker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Adolph Edwin Medlycott wurde als Sohn englischer Eltern in Britisch-Indien geboren, sein früh verstorbener Vater trug den gleichen Namen wie er.[1] Er wuchs in Indien auf und ging dort zur Schule, später besuchte er das Kolleg der Propaganda (Glaubensverkündigung) in Rom, die heutige Päpstliche Universität Urbaniana.

Adolph Edwin Medlycott, koloriertes Foto

Am 17. März 1861 wurde Medlycott zum Priester des Apostolischen Vikariats Bengalen geweiht, das man später zum Erzbistum Kalkutta umgewandelte. Danach war er als Militärkaplan im Punjab tätig; man berief ihn schließlich als Professor der Rhetorik an die Urbaniana nach Rom zurück.

1887 wurden in Indien die katholischen Thomaschristen des ostsyrischen Ritus, die heutigen Syro-Malabaren, generell aus der lateinischen Jurisdiktion herausgelöst und exklusiv für sie (unter lateinischen Titularbischöfen) die Apostolischen Vikariate Trichur und Kottayam geschaffen.

Zum ersten Apostolischen Vikar von Trichur und zum Titularbischof von Tricomia ernannte Papst Leo XIII., am 13. September 1887, den lateinischen Anglo-Inder Adolph Edwin Medlycott, dem die Aufgabe zufiel, den neuen Sprengel komplett aufzubauen. Die Bischofsweihe erhielt er am 11. Dezember des Jahres in Ootacamund vom Apostolischen Delegaten und späteren Kardinal Andrea Aiuti.

Am 18. Dezember 1887 trat Medlycott sein Amt als Apostolischer Vikar an und leitete das Vikariat Trichur bis zum 11. August 1896, als sein einheimischer Sekretär und Vertrauter John Menacherry (1857–1919) die Nachfolge antrat, da der Papst ab diesem Zeitpunkt die Vikariate der Thomaschristen mit Bischöfen ihres eigenen Ritus besetzte.

Bischof Medlycott resignierte von seinem Amt und zog sich nach Bangalore zurück, wo er sich hauptsächlich wissenschaftlichen Arbeiten widmete. Sein besonderes Interesse galt der indischen Kirchengeschichte: Er publizierte nach eingehenden Studien 1905 das bis heute als Standardwerk geltende Buch India and the Apostle Thomas. Bei einem Besuch der Kirche von Parur[2] hatte Adolph Edwin Medlycott bereits 1888 das verschollene Grab von Francis Roz S.J. († 1624), dem ersten lateinischen Erzbischof von Angamaly entdeckt.[3]

Medlycott gründete 1889 in Trichur die renommierte Hochschule St. Thomas College.[4]

Adolph Edwin Medlycott starb 1918 in Bangalore, 1945 wurden seine Gebeine nach Trichur (jetzt Thrissur) umgebettet, wo sie seit 1950 in der Krypta der Lourdes-Kathedrale ruhen.[5]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogische Seite zu Bischof Medlycott
  2. Parur (jetzt North Paravur) in der englischen Wikipedia
  3. Zur Entdeckung des Grabes von Erzbischof Roz (ganz am Seitenende)
  4. Zur Geschichte der Hochschule mit Nennung von Bischof Medlycott
  5. Lourdes Kathedrale Trichur, Begräbnisstätte von Bischof Medlycott