Adolph Francis Alphonse Bandelier

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Adolph Bandelier

Adolph Francis Alphonse Bandelier, auch Adolphe-François Bandelier (* 6. August 1840 in Bern; † 18. März 1914 in Sevilla) war ein schweizerisch-amerikanischer Archäologe, der sich besonders für die Erforschung des amerikanischen Südwestens einen Namen gemacht hat. Das Bandelier National Monument in New Mexico ist nach ihm benannt.

Leben[Bearbeiten]

Bandelier wurde in Bern in der Schweiz geboren und wanderte mit seiner Familie früh in die Vereinigten Staaten aus, wo er die Schule besuchte. Er studierte in der Schweiz (was genau ist nicht überliefert) und kehrte dann in die USA zurück. Dort entdeckte er als Schüler des bekannten Anthropologen Lewis H. Morgan die Archäologie und die Ethnologie und begann seine Arbeit unter den Indianern Nordamerikas. Er durchstreifte lange Zeit zusammen mit Charles F. Lummis den Südwesten der Vereinigten Staaten auf der Suche nach den Zeugen längst vergangener Kulturen. Er reiste von Sonora aus durch Arizona und New Mexico und beschrieb sämtliche Beobachtungen, die er unterwegs machte, sehr genau. Tausende von Meilen zog er zusammen mit Lummis durch die trockensten Gegenden der Welt, durch den Grand Canyon und den Pecos, sowie zu verschiedenen Pueblos. Diese Gegend sollte zum Kerngebiet der Nordamerikanischen Archäologie werden. Bandelier wurde zur führenden Autorität in Bezug auf die prähistorische Bevölkerung Amerikas.

1890 publizierte er sein erstaunlichstes Werk: The Delight Makers, ein „Roman im Bereich der Wissenschaft“[1]. Er packt seine archäologischen und völkerkundlichen Erkenntnisse in einen Liebesroman, dessen Hintergrund, die Beschreibungen der Sitten und Gebräuche, des Glaubens und der Riten auf tatsächlichen Beobachtungen beruhen. Er selbst hatte noch die Indianer gesehen und mit ihnen gesprochen, die die letzten Pueblos bewohnten – ein Privileg, das seinen Nachfolgern wegen der Zerstörung der Pueblos und der Vertreibung oder zwangsweisen Assimilierung ihrer Bewohner weitgehend verwehrt blieb. Er verwertete hierfür auch alte spanische Quellen.

1892 verliess er den Südwesten um in Ecuador, Bolivien und Peru ethnologische, archäologische und geschichtliche Untersuchungen vorzunehmen. Zunächst arbeitete er für die Hemenway Archaeological Expedition und später für Henry Villard und für das American Museum of Natural History in New York. Bandelier konnte viele alte historische Mythen widerlegen, insbesondere über die Inka.

Bandelier sprach fliessend englisch, französisch, spanisch und deutsch und auch diverse Indianersprachen und -dialekte. Er starb während einer Reise 1914 in Sevilla in Spanien. Die Zeitschrift El Palacio in Santa Fé schrieb: „Tod Bandeliers, ein unersetzlicher Verlust!“

Werke[Bearbeiten]

  • Harvard University, Peabody Museum of American Archaeology and Ethnology, Annual Reports, 1877, 1878, 1879:
    • On the Art of War and Mode of Warfare of the Ancient Mexicans
    • On the Distribution and Tenure of Lands and the Customs with respect to Inheritance among the Ancient Mexicans
    • On the Social Organization and Mode of Government of the Ancient Mexicans
  • From the Papers of the Archaeological Institute of America, American Series, constituting vols. i.-v.:
    • Historical Introduction to Studies among the Sedentary Indians of New Mexico, and Report on the Ruins of the Pueblo of Pecos (1881)
    • Report of an Archaeological Tour in Mexico in 1881 (1884)
    • Final Report of Investigations among the Indians of the South-western United States (1890—1892, 2 vols.)
    • Contributions to the History of the South-western Portion of the United States carried on mainly in the years from 1880 to 1885 (1890)
  • "The Romantic School of American Archaeologists" (New York Historical Society, 1885)
  • The Delight Makers, 1890; ISBN 9780156252645
  • The Gilded Man (El Dorado) and other Pictures of the Spanish Occupancy of America (1893) * On the Relative Antiquity of Ancient Peruvian Burials (American Museum of Natural History, Bulletin, v. 30, 1904)
  • Aboriginal myths and traditions concerning the island of Titicaca, Bolivia. (1904)
  • The Journey of Alvar Nuñez Cabeza de Vaca ... from Florida to the Pacific, 1528-1536 (Redakteur, von seiner Frau ins Englische übersetzt; 1905).

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ceram, Seite 88