Adolphe Guillaumat

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Adolphe Guillaumat
General Adolphe Guillaumat beim Einholen der Trikolore vor dem Deutschhaus Mainz 11:30 30. Juni 1930
Hochkommissar Paul Tirard (Mitte) und Adolphe Guillaumat (Rechts)

Marie Louis Adolphe Guillaumat (* 4. Januar 1863 in Bourgneuf, Charente-Maritime[1] ; † 18. Mai 1940 in Nantes) war ein französischer General während des Ersten Weltkriegs, danach Oberkommandierender der alliierten Besatzungstruppen in Deutschland.

Familie[Bearbeiten]

Adolphe Guillaumat heiratete am 17. Juli 1906 Louise Bibent aus Toulouse. Er hatte zwei Söhne, Louis, der Ophthalmologe wurde und Pierre, der zum ersten Verteidigungsminister der Fünften Republik avancierte und der Gründer des Unternehmens Elf Aquitaine war. Adolphe Guillaumat war praktizierender Katholik und Bewunderer von Frédéric Bastiat.

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Adolphe Guillaumat erhielt seine Ausbildung an der Militärschule Saint-Cyr, die er 1884 als Unterleutnant verließ, um sich im 65e régiment d'infanterie de ligne in Nantes zu bewähren. Weitere Karrierestationen waren in Übersee (Algerien, Tunesien, Tonkin, China), im Oktober 1913 wurde er zum Brigadegeneral ernannt.

Bei Beginn des Ersten Weltkrieges war er Leiter des Militärischen Kabinetts von Kriegsminister Adolphe Messimy. Als Messimy abgelöst wurde, wurde Guillaumat am 30. August 1914 zum Kommandeur der 33. Infanterie-Division und am 9. Dezember 1914 der 4. Infanterie-Division ernannt. Das I. Armeekorps führte er vom 25. Februar 1915, und ab 15. Dezember 1916 ersetzte er Robert Nivelle als Kommandeur der 2. Armee.

Im Dezember 1917 wurde er als Kommandeur der französischen Streitkräfte an die mazedonische Front gesandt und löste dort General Maurice Sarrail in dieser Funktion ab. Zunächst musste er die durch seinen Vorgänger beschädigten Beziehungen zu den anderen Alliierten reparieren. Guillaumat wurde am 17. Juni 1918 nach Paris zurückbeordert.

Dort löste er Auguste Dubail als Gouverneur von Paris ab, das durch den deutschen Durchbruch an die Marne bedroht war. Am 7. Oktober übernahm er als Befehlshaber die 5. Armee in den Ardennen, welche er bis zum Waffenstillstand führte.

Nach dem Krieg diente wurde er zum Generalinspekteur des Heeres ernannt und 1920 in den Conseil supérieur de la Guerre berufen. Ab Oktober 1924 fungierte er als Oberkommandierender der französischen Besatzungstruppen in Deutschland. Als 1925 die Kommission zur Landesverteidigung (Commision de Défense du Territoire) aufgehoben wurde, entstand unter seinem Vorsitz als neue Organisation die Kommission der Grenzverteidigung (Commision de Défense des Frontières), welche die Festlegung der genauen Lage und Ausbaustufe der Maginot-Linie zum Ziel hatte. Ein Ministerialerlaß vom 30. September 1927 setzte die Commision d'Organisation des Régions Fortifiées (C.O.R.F.) ein, die zunächst unter dem Vorsitz von Guillaumat arbeitete.[2]

Guillaumat war für kurze Zeit (23. Juni bis 19. Juli 1926) auch Kriegsminister in der Regierung von Premierminister Aristide Briand (der einst am Lyzeum von Nantes eine Klasse über ihm war).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spencer C. Tucker, Priscilla Mary Roberts: The Encyclopedia of World War I. ABC-Clio, Santa Barbara 2005, ISBN 1-576-07999-6, S. 525. (online)
  2. cheminsdememoire.gouv.fr