Adriaan Vlok

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Adriaan Johannes Vlok (* 11. Dezember 1937 in Sutherland, Kapprovinz, Südafrika) ist ein südafrikanischer Politiker der Nationalen Partei (NP), der von 1986 bis 1991 Südafrikas Minister für öffentliche Ordnung war. Er ist der erste Minister des früheren Apartheid-Regimes, der sich in einem Prozess gegen frühere Mitglieder der Sicherheitsbehörden vor einem Gericht für Verbrechen, die er während seiner Amtszeit begangen hatte, verantworten musste und dafür rechtskräftig verurteilt wurde. Seine Bewährungsstrafe löste jedoch landesweite Kontroversen aus.[1]

Leben und Leistungen[Bearbeiten]

Vlok verantwortete als Minister für öffentliche Ordnung die Durchsetzung von Gesetzen zur Unterdrückung der Schwarzen, der während seiner Amtszeit über 30.000 Aktivisten zum Opfer fielen und interniert wurden.[2] Des Weiteren befürwortete er Bombenanschläge auf seine Gegner, sowie fragwürdige Vergeltungsmaßnahmen und Mordanschläge gegen Freiheitskämpfer und Menschenrechtsaktivisten wie dem damaligen Generalsekretär des südafrikanischen Kirchenbundes Frank Chikane, der offen gegen die unterdrückerische Staatsform predigte. Im Jahr 1989 versuchte Vlok gemeinsam mit Johan van der Merwe, dem damaligen Chef der südafrikanischen Sicherheitskräfte, sowie drei weiteren Sicherheitsbeamten Chikane zu vergiften, indem sie seine Unterwäsche mit einem Nervengift tränkten. Chikane, der sich zu diesem Zeitpunkt in den Vereinigten Staaten aufhielt, überlebte den Giftanschlag, da ihm eine rasche medizinische Behandlung zuteilwurde.

1991 wurde Vlok seines Postens durch Präsident Frederik Willem de Klerk enthoben und zum obersten Gefängnisverwalter degradiert, ein Amt das er bis 1994 bekleidete. Im Zuge der Aufarbeitung der Apartheids-Straftaten durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC), wurde ihm 1999 für seine gestandenen Straftaten, die Bombenanschläge gegen den Sitz des südafrikanischen Kirchenrates und gegen den Sitz des Gewerkschaftsbundes Congress of South African Trade Unions (Cosatu), durch eine erlassene Verordnung Amnestie garantiert. Voraussetzung war jedoch das Ablegen eines umfassenden Geständnisses sowie der Nachweis einer politisch motivierten Straftat. Er verschwieg damals jedoch seine Beteiligung am Mordversuch an Chikane.

Im August 2006 wurde bekannt, dass er der Kommission Straftaten verschwiegen hatte, woraufhin er mit öffentlichen Entschuldigungen für Aufsehen sorgte. In einer dramatischen Geste wusch er die Füße von Frank Chikane, der den ehemaligen Staatschef Thabo Mbeki beriet[3] und bekannte sich schuldig, den Anschlag gemeinsam mit van der Merwe angeordnet zu haben. Es gelang ihm, mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren. Sein Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, dauerte nur wenige Stunden und endete am 17. August 2007 mit einer zehnjährigen Bewährungsstrafe.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. http://www.fepafrika.ch/download/fepa_Oktober_07.pdf
  2. vgl. Judith Raupp in Süddeutsche Zeitung; Nr. 189 vom Samstag/Sonntag, 18./19. August 2007; S. 4
  3. vgl. Feet washed in apartheid apology, BBC News, 28 August 2006, abgerufen am 28. Oktober 2007