Adriaen van der Donck

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Porträt von Adriaen van der Donck

Adriaen Cornelissen van der Donck (* um 1618; † September 1655) war ein Rechtsanwalt und Grundbesitzer in Neu Niederland nach dessen Standesbezeichnung Jongheer die Stadt Yonkers in New York benannt wurde. Er war nicht nur der erste Rechtsanwalt in der holländischen Kolonie, sondern auch ein Anführer im politischen Leben von Neu Amsterdam, dem heutigen New York City.

Leben[Bearbeiten]

Van der Donck erstellte Berechnungen des Landes auf, notierte seine Beobachtungen der Flora und Fauna, von Flüssen, der Topographie und vom Klima. Van der Donck verwendete dieses Wissen, um die Zuwanderung zur Kolonie zu fördern und veröffentlichte umfangreiche Beschreibungungen von Neu-Niederland. Charles Gehring, Direktor des Neu-Niederland-Projektes, bezeichnete es als „die beste Beschreibung der Provinz, ihrer Geographie und der Indianer, die sie bewohnten.“

Van der Donck ist die zentrale Figur in Russell Shortos „Insel in der Mitte der Welt“[1], die behauptet, begründet auf eben jenen von Gehring übersetzten Aufzeichnungen der Kolonie, dass er ein großer früher amerikanischer Patriot war, der nur wegen der englischen Eroberung der Kolonie von der Geschichte vergessen wurde.

Jugend[Bearbeiten]

Van der Donck wurde ungefähr 1618, in der Stadt Breda in den südlichen Niederlanden geboren. Seine Familie war mütterlicherseits wohlsituiert, ihr Vater, Adriaen Packwagen Bergen, war ein nationaler Held im Freiheitskampf um Breda gegen die Spanier.

1638 begann Van der Donck an der Universität Leiden ein Jura-Studium. Leiden war damals ein intellektuelles Zentrum. Dort wurde er vermutlich von einigen radikalen zugelassenen Denkern wie Hugo Grotius beeinflusst. Nach seinem Examen entschloss sich Van der Donck 1641, in die neuen Welt auszuwandern. Zu diesem Zweck heuerte er bei dem Grundbesitzer Kiliaen van Rensselaer als schout, eine Kombination aus Polizeichef und Strafverfolger, an.

Neu Niederland[Bearbeiten]

Rensselaerwyck[Bearbeiten]

1641 segelte Van der Donck an Bord der Den Eykenboom (Die Eiche) nach Amerika. Er war sofort von dem Land beeindruckt, das, im Gegensatz zu den Niederlanden, stark bewaldet war, hügelig, und voller Wildnis. Der Besitzer der Kolonie, Van Rensselaer, erwartete von Van der Doncks hauptsächlich, dass er den Profit der Kolonie steigere. Entsprechend Van Rensselaer, war es seine Aufgabe „meinen Vorteil zu suchen und mich gegen Verlust zu schützen.“[1] Stattdessen ignorierte Van der Donck Van Rensselaers Aufträge und kümmerte sich lieber um den Aufbau der Kolonie. So organisierte er den Aufbau einer Ziegelei, und errichtete Verbesserungen an Mühlen.[1]

Während dieser Zeit erforschte Van der Donck das Land und seine Einwohner, dabei vernachlässigte er seine Aufgaben als „schout“. Er traf Einwohner, wie Mohawks und Mohikaner, aß ihre Nahrung, und erlernte ihre Sprache. Van der Donck notierte ihre Gewohnheiten, Glauben, Medizin, die politische Struktur und Technologie objektiv und ausführlich.

Durch seine Kontakte zu den Indianern entschloss sich van der Donck schließlich selbst Land zu erwerben. Als das sein Auftraggeber Van Rensselaer erfuhr, verlängerte er den Vertrag mit Van der Donck 1644 nicht mehr.

Politik[Bearbeiten]

Einwohner von Neu Niederland rauchen die Friedenspfeife mit ansässigen Indianern

Nach seiner Zeit in Rensselaerwyck ließ sich Van der Donck in Neu Amsterdam nieder und konnte dort 1645 den amtierenden Generaldirektor der Kolonie New Amsterdam, Willem Kieft, bei seinen Friedensverhandlungen mit den Indianern als Übersetzer und Vermittler unterstützen. Dabei bewies er politisches Geschick. Kieft begab sich zu den Verhandlungen ohne die üblichen Gastgeschenke. Van der Donck hatte Kieft vorher nicht über diesen wichtigen Bestandteil der Vermittlungen informiert, aber er konnte ihm spontan passende Geschenke leihen.

Als Gegenleistung bewilligte Kieft 1646 Van der Donck 24.000 Morgen (97 Kilometer²) auf dem Festland im Norden von Manhattan. Er nannte das Gebiet Colen Donck. Das Gebiet war so groß, dass Einheimische ihn als Jonkheer („junger Herr“) nannte, davon leitet sich der Name „Yonkers“ ab. Van der Donck hatte bereits die Engländerin Mary Doughty geheiratet.

Van der Donck war wesentlich an der Absetzung von Kieft 1647 durch die Westindische Kompanie beteiligt. Er gab den Briefen und Petitionen den richtigen juristischen Schliff. Neuer Generaldirektor wurde Peter Stuyvesant.

Stuyvesant versuchte, die Kolonie mit harter Hand zu regieren. Auch aufgrund von Van der Doncks Wirken musste er jedoch 1647 einen Rat einrichten, den sogenannten Rat der Neun. Van der Doncks politische Bemühungen gingen auf, als er im Folgejahr in den Rat als „Präsident der Allgemeinheit“ gewählt wurde.

Rückkehr in die Niederlande[Bearbeiten]

Die Jansson-Visschwer-Karte von Nordamerika

Zurück in den Niederlanden engagierte sich Van der Donck, um in der amerikanischen Kolonie niederländisches Recht durchzusetzen. Er stellte den Generalstaaten die Zustände in Neu Niederland dar. Außerdem veröffentlichte er 1650 eine Remonstrance als Flugschrift. Seine enthusiastische Beschreibung des Landes und seines Potenzials verursachte Aufregung und sorgte für einen Wachsenden Strom an Auswanderern. Während dieser Zeit entstand unter Anleitung von Van der Donck auch die Jansson-Visscher-Karte, die noch fast 100 Jahre die genaueste Karte des nördlichen Amerikas bleiben sollte.

Die Entscheidung der Generalstaaten[Bearbeiten]

Im April 1650 erließen die Generalstaaten einen provisorischen Beschluss, der die Westindische Kompanie anwies in Neu Niederland eine liberalere Form der Regierung zu schaffen, um Auswanderung anzuregen. 1652 wurde beschlossen Stuyvesant abzuberufen, Van der Donck sollte diese Abberufung persönlich überbringen. Doch der englisch-niederländische Krieg kam dazwischen und alle Hoffnungen für Neu Amsterdam starben. Die Generalstaaten fürchteten sich, mit einer solchen liberalen Regierung während des Krieges zu experimentieren und widerrief ihre Entscheidung. Van der Donck gelang es erst 1655 wieder nach Amerika zurückzukehren.

Rückkehr nach Neu Amsterdam[Bearbeiten]

Um in die Heimat zurückzukehren, verzichtete Van Der Donck auf jede politische Betätigung, wie die folgende Petition an die Direktoren der Westindischen Kompanie bestätigt:

„Der Unterzeichnende, Adriaen van der Donck, bittet demütig um die Einwilligung, an Bord eines Schiffes gehen zu dürfen, das nach Neu-Niederland segelt; er bietet an, von dem Amt, das ihm zuvor als Präsident der Gemeinschaft bzw. als Deputierter übertragen worden ist, zurückzutreten, und verspricht, bei seiner Ankunft und Niederlassung in Neu-Niederland kein wie auch immer geartetes Amt anzunehmen, sondern dort friedlich und ruhig als normaler Bürger zu leben und den Anordnungen und Befehlen der Kompanie oder ihrer Direktoren zu folgen“. [2]

Diese Versprechung schien die Direktoren zu befriedigen und Van der Donck durfte in seine neue Heimat zurück. Es gibt keine Aufzeichnung von Adriaen van der Doncks Tod, aber er war während des Sommers von 1655 lebendig, und eine Aussage durch Stuyvesant Anfang 1656 zeigt, dass er zu diesem Zeitpunkt schon tot war. Er starb vermutlich auf seinem Bauernhof während indianischer Überfälle im September 1655, während des sogenannten Pfirsich-Krieges.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Russell Shorto: New York - Insel in der Mitte der Welt. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-4980-6360-X.
  2.  Charles Gehring: Correspondence, 1647-1653 (New Netherland documents). Syracuse University Press, 2000, ISBN 0-8156-2792-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adriaen van der Donck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien