Adrianus Herman van Luyn

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Bischof Adrianus Herman van Luyn

Adrianus Herman van Luyn SDB - kurz Ad van Luyn (* 10. August 1935 in Groningen) ist emeritierter Bischof von Rotterdam und seit Januar 2008 Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz. Sein Wappenspruch lautet: Collabora Evangelio.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Van Luyn wurde als fünftes von zehn Kindern in Groningen geboren. Er ging ab 1948 auf das kleine Seminar der Salesianer Don Boscos in Ugchelen und entschloss sich, wie auch zwei seiner Brüder, Salesianer Don Boscos zu werden. 1954 legte er seine ersten Gelübde ab. 1955 begann er seine philosophischen Studien für das Lehramt in Twello. Nach einigen praktischen Tätigkeiten setzte er seine Studien mit der Theologie am Athenäum der Salesianer Don Boscos in Turin und dann in Den Haag fort. 1964 schloss er mit dem theologischen Lizenziat ab und empfing am 9. Februar 1964 die Priesterweihe durch den Nuntius Beltrami in ’s-Heerenberg. Nach weiteren praktischen Tätigkeiten als Lehrer für Latein und Griechisch in ’s-Heerenberg und Den Haag schrieb er sich zum Promotionsstudium in Systematischer Theologie an der Katholischen Universität Nijmegen ein. Während dieser Zeit war er in der Niederlassung in Nijmegen Studienpräfekt. 1969 legte er sein dogmatisches Doktoratsexamen ab. Von 1969 bis 1974 war er Direktor des salesianischen Theologikums in Nijmegen und wirkte als Sekretär des Provinzials. Außerdem lehrte er am Albertinum Nijmegen Fundamentaltheologie.

Von 1969 bis 1975 war er Provinzialvikar und von 1975 bis 1981 Provinzial der holländischen Provinz der Salesianer Don Boscos. Bereits ab 1978 wurde er in die Arbeit der niederländischen Bischofskonferenz eingebunden. 1980 machte ihn Papst Johannes Paul II. zum Leiter der Besonderen Synode der Bischöfe in den Niederlanden in Rom. Die Kongregation der Salesianer Don Boscos ernannte ihn 1981 zum Verantwortlichen für die Studienhäuser der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom. Mit der Ernennung zum Generalsekretär der Römisch-katholischen Kirchengenossenschaft in den Niederlanden kehrte er 1991 in die Niederlande zurück. Papst Johannes Paul II. bestimmte ihn am 27. November 1993 zum Nachfolger von Ronald Philippe Bär OSB als vierten Bischof von Rotterdam. Die Bischofsweihe erfolgte am 12. Februar 1994 durch Kardinal Simonis, Monsignore Huub Ernst und Kardinal Tarcisio Bertone SDB. Im Januar 1995 übernahm er von Bischof Ernst das Amt als Vorsitzender der niederländischen Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi. Von 1999 bis 2006 wirkte der polyglotte Bischof als Vizepräsident, von 2006 bis 2009 als Präsident der 1980 ins Leben gerufenen EU-Bischofskommission COMECE.

Seit Januar 2008 ist er außerdem Vorsitzender der Bischofskonferenz der Niederlande. Van Luyn gehört außerdem dem Päpstlichen Kulturrat an. 2010 erhielt er den Ritterschlag zum Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[1]

Am 14. Januar 2011 nahm Papst Benedikt XVI. das von Adrianus Herman van Luyn aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch vom Amt des Bischofs von Rotterdam an.

Werke[Bearbeiten]

  • Subsidiarität – ein Baustein nicht nur für Europa (Kirche und Gesellschaft, Grüne Reihe, hrsg. von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Nr. 404), J. P. Bachem Medien, Köln 2013, ISBN 978-3-7616-2689-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

 Commons: Ad van Luyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. „Van Luyn grootofficier van Ridders van het Heilig Graf“, RKK, 31. Oktober 2010 (niederländisch)