Aiakos
Aiakos (griechisch Αἰακός, latein Aeacus), ist in der griechischen Mythologie Sohn des Zeus und der Aigina, einer Tochter des Flussgottes Asopos. Als König auf Aigina beherrscht er die Myrmidonen und ist Stammvater der Aiakideis, zu denen seine Söhne Peleus und Telamon und seine Enkel Achilleus und Ajax gehören. Wegen seiner Gerechtigkeit wurde er nach dem Tod zu einem der Richter in der Unterwelt berufen.
Als Asopos und Hera Aigina bedrohten, versetzte sie Zeus auf die Insel Oinone (auch Oinoe, Oinopia), wo Aiakos geboren wurde; die Insel hieß seitdem Ägina. Hier herrschte Aiakos weise und gerecht über das aus Ameisen entstandene Geschlecht der Myrmidonen, ein Liebling der Götter, die, wie die Menschen, ihn oft zum Schiedsrichter ernannten. Nach seinem Tod wurde Aiakos mit Minos und Rhadamanthys Richter der Schatten und Türhüter des Hades, weshalb er mit Schlüssel und Zepter abgebildet wurde. Auf Ägina, wo man ihn im Aiakeionals Halbgott verehrte, prangte ihm zu Ehren das Äakeion mit Mauern von weißem Marmor.
Seine Gemahlin Endeis gebar ihm zwei Söhne, Telamon und Peleus. Pindar besingt den Ruhm des Aiakos und der Aiakiden, zu denen als des Peleus Sohn auch Achilleus gehört.
Im 22. Gesang der Dionysiaka des Nonnos von Panopolis wird geschildert, wie Aiakos auf dem Indienfeldzug des Dionysos in der Schlacht am Hydaspes die Inder wütet, ähnlich wie sein Nachkomme Achilleus am Skamandros gegen die Trojaner im 21. Gesang der Ilias.
[Bearbeiten] Literatur
- Emil Wörner: Aiakos. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 109–114 (Digitalisat).
- Johannes Toepffer: Aiakos 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 923–926.
- Alwine Zunker: Untersuchungen zur Aiakidensage auf Aigina. St. Ottilien: EOS-Verlag, 1988. ISBN 3-88096-854-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Aiakos im Greek Myth Index (englisch)