Aelia Eudocia

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Darstellung der Kaiserin als heilige Eudokia auf einer Ikone des 10. Jahrhunderts
Abbildung der Aelia Eudocia auf einer Münze, Konstantinopel

Aelia Eudocia (* um 400 in Athen; † 20. Oktober 460 in Jerusalem), vor ihrer Taufe Athenaïs, war die Frau des oströmischen Kaisers Theodosius II., der von 408 bis 450 regierte.

Leben[Bearbeiten]

Athenaïs wurde in Athen als Tochter des paganen Rhetoriklehrers Leontios geboren und galt als hochgebildet. Nach dem Tod ihres Vaters nahm sie den christlichen Glauben an und erhielt bei der Taufe den Namen Aelia Eudocia. Dies war eine Voraussetzung für ihre Heirat mit Kaiser Theodosius II. Die Ehe wurde am 7. Juni 421 geschlossen. 422 gebar sie Licinia Eudoxia, vor 431 Flacilla; ein Sohn namens Arcadius wurde wohl ebenfalls geboren, verstarb jedoch in jungen Jahren. 423 wurde sie von Theodosius II. in den Rang einer Augusta erhoben. Anlässlich einer Wallfahrt im Jahr 438 nach Jerusalem, wobei sie großen Eindruck auf die Bevölkerung machte, als sie etwa vor dem „Grab Christi“ niederkniete, brachte sie Reliquien des heiligen Stephan und die Ketten Petri nach Konstantinopel. Ihr Einfluss auf den Kaiser hatte zu diesem Zeitpunkt den Höhepunkt erreicht und übertraf damit selbst den Einfluss der Schwester des Kaisers, der machtbewussten Aelia Pulcheria. Die Beziehung zu ihrem Ehemann verschlechterte sich jedoch im Laufe der Zeit. Wahrscheinlich aufgrund von Palastintrigen, womöglich aber auch auf eigenen Entschluss hin reiste sie wohl 443 erneut nach Jerusalem, wo sie bis zu ihrem Tod am 20. Oktober 460 lebte. Details über ihren Weggang aus Konstantinopel sowie das genaue Jahr sind in der Forschung umstritten.

Aelia Eudocia war maßgeblich am Aufbau der christlichen Universität von Konstantinopel beteiligt, die als sogenanntes Athenäum im Jahr 424 auf konstantinischen Anfängen basierend aufgebaut wurde und als erste große Geistesleistung die Sammlung der Gesetzeskompilation des Codex Theodosianus erbrachte. Aelia Eudocia selbst verfasste geistliche Dichtungen, die teilweise erhalten sind. Sie sympathisierte mit dem Miaphysitismus, wandte sich am Ende ihres Lebens jedoch der Orthodoxie zu. In der orthodoxen Kirche wird sie als Heilige verehrt, ihr Festtag ist der 13. August.

In Jerusalem ließ sie die Stadtmauern, die nun neben der alten Davidsstadt auch den Zionsberg umschlossen, wiederaufbauen und stiftete Spitäler, Pilgerherbergen, Klöster und Kirchen. Laut der historisch wenig zuverlässigen Vita des Barsauma soll sie auch den Juden größere Freiheiten gestattet haben, die Stadt an religiösen Festtagen zu besuchen, jedoch berichtet dies keine andere Quelle, etwaige Privilegien sind auch später nicht belegt. Sie wurde in der Stephanuskirche (unmittelbar vor dem Nordtor gelegen) bestattet, die sie selbst gegründet hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Burman: The Athenian Empress Eudocia. In: Paavo Castrén (Hrsg.): Post-Herulian Athens. Aspects of Life and Culture in Athens A.D. 267–529. Helsinki 1994, S. 63–87.
  • Peter van Deun: The poetical writings of the Empress Eudocia. An evaluation. In: J. den Boeft, A. Hilhorst (Hrsg.): Early Christian poetry. A collection of essays. Leiden 1993, S. 273–282.
  • Konstantin Klein: "The patronage of Aelia Eudokia in Jerusalem". In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte (60/61) 2011-2012, S. 85-95.
  • Mark David Usher: Homeric stitchings. The Homeric Centos of the Empress Eudocia.Lanham, Md. 1998

Weblinks[Bearbeiten]