Aengenesch

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51.53256.380555555555627Koordinaten: 51° 31′ 57″ N, 6° 22′ 50″ O

Aengenesch
Stadt Geldern
Höhe: 27 m ü. NN
Postleitzahl: 47608
Vorwahl: 02831

Die Ortschaft Aengenesch liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und gehört zum Stadtteil Kapellen der Stadt Geldern.

Geographie[Bearbeiten]

Aengenesch liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland. Es wird durchflossen von der Issumer Fleuth, einem Zufluss der Niers.

Benachbarte Orte sind Issum im Osten, Kapellen im Norden, Geldern im Westen und Hartefeld im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Wallfahrtskapelle

Um das Jahr 1430 wurde in einer Esche ein Madonnenbild gefunden. An dieser Stelle wurde eine Wallfahrtskapelle gebaut, die am 3. Juli 1431 vom Kölner Weihbischof Konrad von Arnsberg eingeweiht wurde.[1] Der Name Aengenesch leitet sich von „An der Esche“ her und entstand erst nach dem Bau der Kapelle. Der Ort entwickelte sich seitdem zu einem besonders bei den Menschen aus der näheren Umgebung beliebten Wallfahrtsort. Jährlich kommen knapp 1000 Wallfahrer in den kleinen Ort.

Der Legende nach wurde das Madonnenbild von Einwohnern der Bauernschaft Boeckelt gefunden, die seit geraumer Zeit eine eigene Kirche wünschten. Sie verbrachten die Madonna zu einem zentraler gelegenen Hof, aber die Madonna verschwand und tauchte immer wieder in der Esche auf, bis die Bauern diese als Standort der Kirche akzeptierten.

1436 schenkte Herzog Arnold die Kapelle dem Karmeliterkloster zu Geldern. Ein Pastor aus diesem Kloster wohnte bei der Kapelle und versah den Gottesdienst.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Turmstumpf vom Haus Langendonk
Urkatasterkarte von 1846 mit Hs. Langendonk und Mühle

Wallfahrtskapelle Aengenesch Die Kapelle in Aengenesch ist ein einschiffiger gotischer Backsteinbau aus dem Jahr 1431. 1720 wurde sie um etwa 2 m verlängert. Sie besitzt einen neugotischen Altar, eine spätgotische Madonna aus der Zeit um 1480 und Altargemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das Gnadenbild, die Schmerzhafte Mutter, steht in der Seitenkapelle.[3]

Haus Langendonk Heute ist nur noch der Turmstumpf der Wasserburg Langendonk, die früher unmittelbar an der Fleuth lag, erhalten. Der Rittersitz wird 1391 erstmals erwähnt. Damals gehörte die Burg zum kurkölnischen Amt und Gericht Rheinberg und war kölnisches Lehen. Da Haus Langendonk im Besitz der Familie von Wyenhorst war, die später führende Ämter in der Verwaltung des Herzogtums Geldern übernahm, verlor sie ihre ursprüngliche Bedeutung als Grenzfeste gegen Geldern.[4] Der noch erhaltene dreigeschossige offene Turmstumpf mit schmalen Fensteröffnungen und hochgelegener Einstiegsöffnung lässt auf eine wehrhafte Burganlage schließen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Wüsten: Geschichte von Capellen und Aengenesch. Eigenverlag, Capellen 1960.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aengenesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Wüsten: Geschichte von Capellen und Aengenesch
  2. Der Oberkreisdirektor des Landkreises Geldern (Hrsg.): Heimatbuch des Landkreises Geldern. 1. Auflage. Butzon & Berker, Kevelaer 1964
  3. a b Karl-Heinz Hohmann: Bau- und Kunstdenkmäler im Kreis Kleve. 1. Auflage. Neuss 1995
  4. Kreis Kleve: Ruine Haus Langendonk. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 5. April 2014. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.kreis-kleve.de