Aeroflot

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Aeroflot
Аэрофлот
Logo der Aeroflot
Airbus A320-200 der Aeroflot
IATA-Code: SU
ICAO-Code: AFL
Rufzeichen: AEROFLOT
Gründung: 25. Februar 1932
Sitz: RusslandRussland Moskau, Russland
Drehkreuz:

Moskau-Scheremetjewo

Heimatflughafen: Moskau-Scheremetjewo
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
ISIN: RU0009062285
Leitung: Waleri Michailowitsch Okulow (General Director)
Mitarbeiterzahl: 14.802
Bilanzsumme: + 384 Mio. Euro in den ersten 9 Monaten (2011)
Fluggastaufkommen: 10.200.000 (2007)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: Aeroflot Bonus
Flottenstärke: 127 (+ 135 Bestellungen)
Ziele: National und international

Aeroflot, eigentlich Aeroflot – Russische Luftfahrtlinien, (russisch Аэрофлот – Российские авиалинии/Transkription Aeroflot – Rossiskije awialinii) ist die größte russische Fluggesellschaft mit Sitz in Moskau und Drehkreuz auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und war mehrere Jahrzehnte lang die größte Fluggesellschaft der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Anfangsjahre [Bearbeiten]

Der 9. Februar 1923 wird amtlich als Geburtsdatum der russischen Zivilluftfahrt angesehen. Der Arbeiter- und Verteidigungsrat gab an diesem Tag eine Entschließung heraus, die die Verwaltung der zentralen Luftflotte bevollmächtigte, die technische Überwachung von Fluglinien und die Gründung eines Zivilluftfahrt-Rates vorzunehmen.[1] Am 8. März 1923 wurde in der jungen Sowjetunion der „Verein der Luftfahrtfreunde“ gegründet. Der neue Verein machte es sich zum Ziel, Geldmittel für den Bau von Flugzeugen zu sammeln und die Vorteile der Luftfahrt zu propagieren. Nur wenige Tage später, am 17. März, fand die konstituierende Versammlung der „Aktiengesellschaft Dobrolet“ statt – der ersten Luftfahrtgesellschaft der Sowjetunion. Neben den Vereinsmitgliedern kauften auch Funktionäre die zum Preis von je 1,05 Rubel emittierten Aktien. Selbst Lenin soll dabei 60 Aktien gekauft haben.

Im selben Jahr wurde die ukrainische Luftfahrtgesellschaft „Ukrwosduchput“ sowie die Kaukasische „SakAvia“ gegründet. Durch Parolen wie etwa „Wer nicht Aktionär von Dobrolet ist, der ist auch kein Bürger der Sowjetunion“ eingeschüchtert, spendeten die Arbeiter ihren Lohn und die Bauern ihre Erzeugnisse an den Verein unter Vorsitz von Felix Edmundowitsch Dserschinski und Michail Wassiljewitsch Frunse oder kauften Aktien von Dobrolet.

Für die erste Flotte der neuen Luftfahrtgesellschaft wurden 15 Flugzeuge vom Typ Junkers F13 gekauft. Die erste Linie von Moskau nach Nischni Nowgorod wurde am 15. Juli 1923 eröffnet. Bereits ein Jahr später stellte der Wegbereiter der russischen Flugzeugindustrie, Andrei Nikolajewitsch Tupolew seine aus Aluminium gebaute ANT-2 vor. Im gleichen Jahr flog mit der AK-1 das erste einheimische Modell bei Dobrolet. Auslandsflüge konnte Dobrolet immer noch nicht ausführen und so verlängerte die Regierung der UdSSR den Vertrag mit der ausländischen, halbstaatlichen Fluggesellschaft Deruluft für die Flüge von Moskau über Königsberg nach Berlin.

Am 29. Oktober 1930 fusionierte Dobrolet mit der Aktiengesellschaft Ukrwosduchput, die schon zuvor die SakAvia übernommen hatte, zur „Allunionsvereinigung der Zivilluftflotte“ (WOGWF).

Nach Entstehen der Aeroflot [Bearbeiten]

Eine Tupolew Tu-124 der Aeroflot im Jahr 1967

Am 25. Februar 1932 wurde die WOGWF zur „Hauptverwaltung der Zivilluftflotte“ (GUGWF) umgewandelt. Die mittlerweile zu einem riesigen Verband der zivilen Luftfahrt angewachsene GUGWF erhielt als Kurzbezeichnung den Namen „Aeroflot“.[1] Die aktive Flotte der Fluggesellschaft zählte nun über 100 Flugzeuge, darunter mittlerweile einige sowjetische wie ANT-9 und K-5.

Zu Sowjet-Zeiten war Aeroflot mit mehr als 10.000 Flugzeugen die größte Fluggesellschaft der Welt und versorgte das ganze Land flächendeckend.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ging auch der Zerfall der Aeroflot einher. Zahlreiche Gesellschaften wurden ausgegliedert und konkurrieren heute mit der Aeroflot. Seit 1992 ist die Aeroflot eine offene Aktiengesellschaft und im RTS-Index gelistet, im Jahr 1993 richtete sie sich neu aus und nennt sich seither „Aeroflot – Russian International Airlines“ (ARIA).

Seit dem 14. April 2006 ist Aeroflot Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam, der beispielsweise auch Air France angehört. Somit war sie zu diesem Zeitpunkt die erste russische Airline in einer weltweiten Allianz.

Im Februar 2010 wurde bekannt, dass Aeroflot binnen zwei Jahren mit Rossija sowie weiteren fünf kleineren russischen Regionalfluggesellschaften unter der Dachmarke Aeroflot fusionieren soll.[2] Dies sind die Vladivostok Avia, Kavminvodyavia, Orenair, Saravia und SAT Airlines.

Ziele [Bearbeiten]

Aeroflot bedient ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Russlands und fliegt darüber hinaus zahlreiche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an. Des Weiteren werden mehrere Langstreckenziele, darunter Bangkok, Hong Kong, Los Angeles, Havanna und Tokio angeflogen.

In Deutschland werden Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Stuttgart und Hannover angesteuert, während in Österreich Wien sowie saisonal auch Salzburg und Innsbruck und in der Schweiz Zürich und Genf Flugziele der Aeroflot sind.

Flotte [Bearbeiten]

Ein Airbus A330-200 der Aeroflot
Ein Suchoi Superjet 100 der Aeroflot

Mit Stand Dezember 2012 besteht die Flotte der Aeroflot aus 126 Flugzeugen[3] mit einem Durchschnittsalter von 4,9 Jahren:[4]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[5][6][7] Anmerkung
Airbus A319-100 015
Airbus A320-200 043
Airbus A321-200 021 005
Airbus A330-200 005
Airbus A330-300 017 00
Airbus A350-800 018 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[8]
Airbus A350-900 004 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[8]
Boeing 737-700 015 Auslieferung voraussichtlich ab 2013[9]
Boeing 737-800 025 Auslieferung voraussichtlich ab 2013[9]
Boeing 737-900ER 010 Auslieferung voraussichtlich ab 2013[9]
Boeing 767-300ER 007
Boeing 777-300ER 002 015
Boeing 787-8 022 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[8]
Iljuschin Il-96-300 006
McDonnell Douglas MD-11F 003 Frachtmaschinen der Aeroflot Cargo
Suchoi Superjet 100 0010 020
Gesamt 126 136

Um hohe Importsteuern für im Ausland hergestellte Flugzeuge zu vermeiden (die zwischenzeitlich die Mehrheit der Flotte ausmachen), lässt Aeroflot ihre Airbus- und Boeing-Flugzeuge auf den Bermuda-Inseln registrieren. Diese haben daher die entsprechende Luftfahrzeug-Kennung VP-B oder VQ-B anstelle der Kennung RA- für in Russland registrierte Flugzeuge.

Zwischenfälle [Bearbeiten]

Die Unfall-Datenbank von AirDisaster.com listet insgesamt 127 Unfälle seit 1953 auf, in die Maschinen der Aeroflot verwickelt waren. Insgesamt kamen dabei 6.875 Menschen an Bord der Maschinen sowie 20 Menschen am Boden ums Leben. Bei der Einordnung dieser Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, dass zu Zeiten der Sowjetunion die russische Luftfahrt eine völlig andere Struktur hatte als im Westen üblich: Die Aeroflot umfasste die komplette zivile Luftfahrt sowie einen großen Teil der militärischen Flugzeuge, zeitweise trugen um 10.000 Flugzeuge des zivilen Fluggeräts den Namen Aeroflot. Die meisten Piloten waren Offiziere der Reserve, und insgesamt war diese Fluggesellschaft sehr eng mit den russischen Luftstreitkräften verwoben.[10]

Seit den frühen 1990ern jedoch hat Aeroflot ihre bis dahin sehr negative Sicherheitsbilanz, und somit auch ihr Image, wesentlich verbessern können. Nach dem Ende der Sowjetunion und der damit einhergehenden Restrukturierung der Gesellschaft gab es lediglich zwei Unglücke mit Todesopfern:

  • Nahe dem sibirischen Meschduretschensk stürzte am 23. März 1994 ein Airbus A310-300 der Aeroflot (Aeroflot-Flug 593) ab, nachdem der Pilot seinen Sohn ans Steuer gelassen hatte. Dieser deaktivierte versehentlich einen Kanal des Autopiloten, wodurch das Flugzeug allmählich in eine abnormale Fluglage geriet, die von der Besatzung zu spät bemerkt wurde.
  • Am 14. September 2008 ist Flug 821 aus Moskau kommend während des Landeanflugs auf den Flughafen von Perm abgestürzt. Alle 88 Insassen der Boeing 737-500 (Kennung VP-BKO) kamen dabei ums Leben.[11] Obwohl der Flug aus dem Flugplan von Aeroflot stammte, war er nicht von Aeroflot selbst, sondern von deren Tochtergesellschaft Aeroflot-Nord im Rahmen eines gegenseitigen Beförderungsabkommens durchgeführt worden.

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Geschichte von Aeroflot auf der offiziellen Webpräsenz des Unternehmens, abgefragt am 21. November 2012
  2. airliners.de: Aeroflot auf dem Weg zu alter Größe? 3. Februar 2010
  3. Flotte der Aeroflot. ch-aviation.ch, abgerufen am 13. Dezember 2012 (englisch).
  4. Flottenalter der Aeroflot. airfleets.net, abgerufen am 13. Dezember 2012 (englisch).
  5. Orders, Deliveries, Operators. Airbus, 30. November 2012, abgerufen am 13. Dezember 2012 (XLS-Datei, englisch).
  6. Customer Summary. Boeing, 13. Dezember 2011, abgerufen am 13. Dezember 2011 (englisch).
  7. Aeroflot has performed the first commercial flight using Sukhoi Superjet 100. ruaviation.com, 16. Juni 2011, abgerufen am 9. Oktober 2011 (englisch).
  8. a b c aeroflot.ru - Company Profile (englisch) abgerufen am 13. August 2011
  9. a b c [1] (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  10. Soviet Union – Aeroflot Operations. Library of Congress Country Studies, 1989, abgerufen am 30. Juli 2010 (englisch).
  11. FAZ.NET: 88 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland 14. September 2008

Weblinks [Bearbeiten]