Aesch LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Aeschf zu vermeiden.
Aesch
Wappen von Aesch
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1021i1f3f4
Postleitzahl: 6287
Koordinaten: 660764 / 23409847.2549958.241391482Koordinaten: 47° 15′ 18″ N, 8° 14′ 29″ O; CH1903: 660764 / 234098
Höhe: 482 m ü. M.
Fläche: 5.80 km²
Einwohner: 1013 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 175 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,5 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.aesch-lu.ch
Karte
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Aesch ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Aesch liegt zwischen dem Süd-Ende des Hallwilersees und dem Lindenberg im luzernischen Teil des Seetals. Die Gemeindefläche von 580 ha besteht aus Anteilen am Hallwilersee und 465 ha Landgebiet. Von Letzterem sind 67,7 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 19,4 % Wald und Gehölz und 10,1 % Siedlungsfläche. Aesch besteht aus verschiedenen Dorfteilen (Vorderdorf, Hinterdorf, Lädergass, Unteräsch etc.).

Nachbargemeinden von Aesch sind im Kanton Luzern Altwis, Hitzkirch und Schongau, im Kanton Aargau Meisterschwanden und Fahrwangen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner betrug im Jahr 1798 584 Personen und wuchs bis 1837 auf 876 an. Danach sank sie bis 1960 auf 563. 1970 hatte Aesch wieder 670 Bewohner – und durch starkes Wachstum seit 1980 970 Einwohner am Ende des Jahres 2010.

Sprachen[Bearbeiten]

Dominant ist die deutsche Sprache, welche von (Stand 2000) 95,89 % der Einwohnerschaft als Hauptsprache verwendet wird. Kleinere Sprachminderheiten bilden Zuwanderergruppen aus dem ehemaligen Jugoslawien. 1,68 % sprechen Albanisch und 0,53 % Serbokroatisch als Umgangssprache.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Traditionell bestand die gesamte Bevölkerung aus römisch-katholischen Christen. Anlässlich der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgendes Bild: 73,37 % sind katholische, 15,37 % evangelisch-reformierte und 0,84 % orthodoxe Christen. Nichtchristliche Minderheiten sind die 4,32 % Konfessionslosen und die 3,68 % Muslime.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 besassen 93,37 % (ohne Doppelbürger 89,79 %) die Schweizer Staatsbürgerschaft. Von den Zuwanderern stammen 2,63 % (inklusive Doppelbürger 2,74 %) aus Serbien und Montenegro, 0,00 % (1,37 %) aus Grossbritannien und 0,95 % (1,37 %) aus Deutschland. Ende 2006 betrug der Ausländeranteil 7,0 % (oder 65 Personen der 931 Bewohner).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus fünf nebenamtlichen Mitgliedern. Diese sind:[3]

  • Hanspeter Schmid (CVP), Gemeindepräsident
  • Pius Höltschi (CVP), Gemeindeammann, Finanzen und Bau
  • Christine Hodel-Delaloye (parteilos), Sozialwesen
  • René Mettler (parteilos)
  • Christian Budmiger (parteilos), Bildung und öffentliche Sicherheit

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament (2011) erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: CVP 36,6 %, SVP 26,1 %, FDP 15,9 %, Grüne 14,0 %, SP 4,5 %, glp 2,1 % und andere Parteien 0,8 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 zählte man 488 Erwerbstätige. Die einst dominierende Beschäftigung in der Landwirtschaft ist durch den Bevölkerungsanstieg stark vermindert worden. Im 17. und 18. Jahrhundert dominierte der Weinbau, der jedoch im 19. Jahrhundert der Milchwirtschaft und dem Obstanbau wich. Nur noch 29,0 % der Einwohner arbeiten in Landwirtschaft und Fischerei, dagegen 43,8 % in Industrie und Gewerbe und 27,2 % in Dienstleistungsberufen. 134 Zupendlern (vor allem aus dem Kanton Aargau und Hitzkirch) stehen 379 Wegpendler (Kantone Aargau und Zürich, Hitzkirch und Hochdorf) gegenüber.

Verkehr[Bearbeiten]

Aesch liegt weit weg von den Hauptverkehrsachsen. Die nächsten Autobahnanschlüsse in Sursee und Hunzenschwil sind 19 km entfernt. Die Seetalbahn geht an Aesch vorüber (nächstgelegene Haltestelle Mosen). Es besteht ein Busbetrieb zwischen Hitzkirch und Schongau, welcher durch Aesch führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Jungsteinzeit und von keltischen und römischen Gräber belegen die lange Siedlungsgeschichte. Offiziell erstmals erwähnt, unter dem lateinischen Namen Aske inferior, wird der Ort im Jahr 853 in einer Schenkung Ludwigs des Deutschen. In einer weiteren Schenkungsurkunde taucht 1101 erstmals ein deutschsprachiger Ortsbegriff (Aschab), im Jahr 1150 der Name Esche auf. Von den süddeutschen Freiherren von Krenkingen ging die Herrschaft zuerst an die Grafen von Kyburg und dann an die Johanniterkommende Hohenrain. 1415 gelangte das gesamte Amt Richensee an Luzern, gehörte dann allerdings von 1425 bis 1803 zu den Freien Ämtern. 1528 wurde die Reformation eingeführt. Bereits im Jahr 1532 wurde die Gemeinde jedoch rekatholisiert. Alle evangelischen Bewohner, welche der Reformation nicht abschwören wollten, wurden in Luzern in der Reuss "geschwemmt" (ertränkt). Seit 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Luzern und wurde dem Amt Hochdorf zugeteilt.

Schulen[Bearbeiten]

In Aesch besteht ein Kindergarten und eine Primarschule für die 1. bis 6. Klasse, die im Schuljahr 2003/2004 von 10 respektive 105 Kindern besucht wurde. Für die weitere Schulbildung gehen die Schüler in die Orientierungsstufe nach Hitzkirch (Sekundarschule Niveau A, B, C oder D) oder nach Baldegg (Kantonsschule).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aesch beim Hallwilersee: St. Luzia-Kirche

Die katholische Ausrichtung widerspiegelt sich in den Sehenswürdigkeiten. Neben Kapellen und Wegkreuzen ist besonders die 1791/1792 von M. Elgus errichtete Dorfkirche St. Luzia hervorzuheben. Diese wurde im klassizistischen Stil mit Rokoko-Dekorationen gebaut. 1908 wurde ein Kirchturm angefügt. 1935 erfolgte eine Innenrenovation, 1980 eine Gesamtrestauration. Im Jahre 2003 wurde eine sanfte Innen- und Aussenrenovation durchgeführt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1021/w012_010t_gd1021_zz_d_0000_002_008.html
  3. Ergebnis der Wahlen 2012 (PDF; 11 kB)