Affäre

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Der Begriff Affäre bezeichnet einen Skandal in Politik und Wirtschaft,[1] ein sexuelles Liebesabenteuer, das oft gleichzeitig mit einer bestehenden Partnerschaft stattfindet,[2] oder eine unangenehme, dunkle, peinliche oder skandalöse Angelegenheit.[3]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wortherkunft

Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem französischen affaire entlehnt, einer Zusammenrückung aus (avoir) à faire („zu tun (haben)“).[4] Daher stammt auch die heute im Deutschen seltene Schreibung Affaire. Die Redensart „sich aus der Affäre ziehen“ gibt das französische „se tirer d’affaire“ wieder.[4] Die Wortbedeutung war zunächst nur „Angelegenheit“, dann wurde Affäre ein Euphemismus für „Liebschaft“ oder Sexbeziehung, besonders für solche, die als skandalträchtig empfunden wurden.[4] Heute wird Affäre vorwiegend zur Benennung einer skandalösen Angelegenheit in Politik und/oder Wirtschaft gebraucht.[4]

Affäre findet sich − ebenso wie Skandal − als Wortbestandteil in zahlreichen Zusammensetzungen, die einzelne als unangebracht bis skandalös beurteilte Angelegenheiten kennzeichnen (vgl. Skandale und Affären oder Plagiatsaffäre).

[Bearbeiten] Einige bekannte Affären (in chronologischer Reihenfolge)

  • Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich: Alfred Dreyfus wurde wegen angeblichen Landesverrats zu lebenslanger Verbannung und Haft verurteilt. Seine Schuld oder Unschuld wurde jahrelang heftig debattiert.
  • Watergate-Affäre – eine Reihe von gravierenden „Missbräuchen von Regierungsvollmachten“ während der Amtszeit von US-Präsident Richard Nixon zwischen 1969 und 1974.
  • Guillaume-Affäre – am 24. April 1974 wurde mit Günter Guillaume ein enger Mitarbeiter des Bundeskanzlers Willy Brandt als DDR-Agent enttarnt. Brandt übernahm die politische Verantwortung und trat am 7. Mai 1974 von seinem Amt als Bundeskanzler zurück.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage, 2002, Lemma Affäre
  2. Lemma Affäre in: Der kleine Duden. Fremdwörterbuch. 2. Aufl. 1983, S. 19. Vgl. auch: Mackensen Deutsches Wörterbuch. 11. Auflage. Südwest Verlag, München 1986, Lemma Affäre, dort als „ironisch, hämisch gemeint“ markiert
  3. Nach Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG), online über Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. August 2009
  4. a b c d Satz nach Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, Lemma Affäre
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