Affen-Knabenkraut

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Affen-Knabenkraut
Affen-Knabenkraut (Orchis simia)

Affen-Knabenkraut (Orchis simia)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Knabenkräuter (Orchis)
Art: Affen-Knabenkraut
Wissenschaftlicher Name
Orchis simia
Lam.

Das Affen-Knabenkraut (Orchis simia)[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Knabenkräuter (Orchis) innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Affen-Knabenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 45 Zentimetern erreicht. Die zwei bis fünf in einer Rosette angeordneten Laubblätter sind ungefleckt und bis zu 20 Zentimeter lang.

Die Blütezeit reicht von Mitte April bis Ende Mai. Der ovale Blütenstand ist dichtblütig. Typisch für diese Art ist das Aufblühen von oben nach unten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Kelch- und Kronblätter bilden einen Helm, außen weißlich-rosa, innen purpurfarben gepunktet. Die Lippe ist 15 bis 20 Millimeter lang, deutlich dreilappig, mittlerer Lappen tief zweigeteilt mit kurzem Anhängsel in der Mitte. Seitenlappen und Zipfel des Mittellappen sehr schmal, hell bis kräftig rosa gefärbt. Mitte der Lippe weißlich mit feinen Punkten. Sporn zylindrisch, abwärts gebogen. Es gibt rein weiße oder fast rein weiße Exemplare.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Das Affen-Knabenkraut kommt hauptsächlich im Mittelmeerraum vor, außerdem gibt es isolierte Vorkommen in West- und Mitteleuropa, Kleinasien, Iran, Kaukasusraum sowie Nordafrika.

Es kommt in Mitteleuropa nur im äußersten Südwesten bei der Burgundischen Pforte im Oberrheintal (am Kaiserstuhl), im Oberelsass und in der äußersten Südwestschweiz sehr selten vor. Es bildet an seinen Standorten zuweilen kleinere, sehr lockere und meist individuenarme Bestände.[2] In Deutschland ist es nur in den wärmeren Regionen hauptsächlich entlang des Rheins zu finden. In der Schweiz in den Kantonen Genf und Waadt. Die Tendenz zur Ausbreitung, wie sie bei der Bocks-Riemenzunge und verschiedenen heimischen Ragwurzen beobachtet wurde, ist bei dieser Art bisher nur im Ansatz zu erkennen.

Das Affen-Knabenkraut gedeiht am besten auf kalkreichen, trockenen, humushaltigen, tiefgründigen Lehm- oder Lößböden.[2] Es besiedelt in Gegenden mit dem wärmsten Klima Mitteleuropas, Trockenrasen, lichte Gebüsche und lichte Trockenwälder.[2]

Orchis simia ist durch ihre Seltenheit, vor allem in ihren nördlichen Verbreitungsgebieten, gefährdet.

Hybriden[Bearbeiten]

Orchis simia bildet mit nahe verwandten Arten wie dem Helm-Knabenkraut (Orchis militairs) Hybriden. Hybriden mit dieser Art sind schwer zu bestimmen. Die Blütenform ist stark dem Affen-Knabenkraut angenähert. Sicheres Zeichen für eine Hybride ist das Aufblühen von unten nach oben. Weiterhin hybridisiert es mit dem Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), dem Ohnsporn (Aceras anthropophorum) und anderen Arten aus dem Orchis militaris-Formenkreis (siehe Knabenkräuter (Orchis)).

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Orchis simia erfolgte 1779 durch Jean-Baptiste de Lamarck. Das Artepitheton simia ist lateinisch und bedeutet Affe bzw. Menschenaffe, nachdem die Blüten in der Tat aussehen wie kleine, aufrecht stehende Affen.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Affen-Knabenkraut. In: FloraWeb.de.
  2. a b c  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 5: Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

Verbreitungskarten