Afghanische Küche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Afghanische Küche
Afghanisches Fladenbrot

Die Afghanische Küche ist die Landesküche Afghanistans. Die Küche des Landes wurde im Laufe der Geschichte auf Grund seiner geografischen Lage an der Seidenstraße von den Küchen anderer Regionen beeinflusst, unter anderem von der persischen und der indischen Küche. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Küchen der verschiedenen ethnischen Gruppen in Afghanistan.

Das wichtigste Grundnahrungsmittel ist Brot, hergestellt vor allem aus Weizenmehl als Nan oder als Chapati. Häufig bildet es zusammen mit Tee bereits eine komplette Mahlzeit. Es ist jedoch auch eine häufige Beilage zu Hauptgerichten, vor allem zu Suppen. Ebenfalls sehr große Bedeutung hat Reis. Aus langkörnigem Reis werden verschiedene Pilaws zubereitet. Der Beilagenreis heißt chalau, kurzkörniger klebriger Reis bata. Es gibt auch verschiedene Reisdesserts wie Shola. Außerdem werden Nudelgerichte zubereitet. Als Zwischenmahlzeit werden häufig gefüllte Gebäckstücke gegessen und auch von Straßenverkäufern angeboten.

Die bevorzugte Fleischsorte ist Lammfleisch, ansonsten werden Ziege, Rindfleisch, Kamelfleisch, Geflügel und Wildbret häufig gegessen. Schweinefleisch ist im Islam tabu. Lamm wird häufig zu Kebab verarbeitet. Eine Spezialität ist dopyasa, eine Kebabvariante, für die das Fett von Fettschwanzschafen verwendet wird. Fisch spielt als Nahrungsquelle eine untergeordnete Rolle.

Das wichtigste Milchprodukt ist Joghurt, der in der Küche oft verwendet wird. Eine daraus zubereitete cremige Masse heißt chaka, die mitunter zu Kugeln geformt und getrocknet wird, welche dann quroot genannt werden. Panir ist ein heller Käse. Ein typisches Frühlingsgericht ist kishmish panir; es besteht aus Panir und roten Weintrauben. Ein anderes Milchprodukt ist Kaymak (qymak). Es kann zusammen mit Nan das Frühstück bilden.

Desserts, Süßspeisen und Kuchen sind in Afghanistan ein seltener Luxus und besonderen Gelegenheiten vorbehalten. Am häufigsten zubereitet werden Puddings auf Milchbasis und süße Reisspeisen. Auch Halva ist bekannt wie in anderen Ländern der Region. Ein spezielles Gebäck in Form von Elefantenohren heißt goash-e-feel. Eine besondere afghanische Süßigkeit wird abrayshum kebeb (Seidenkebab) genannt und besteht aus roher Eimasse, die zu Fäden gezogen und um einen Stab gewickelt und anschließend mit Sirup und Pistazien bedeckt wird. Zum Fest des islamischen Neujahrs wird eine Süßspeise aus Trockenfrüchten und Nüssen (haft mewa) gegessen.

Den Abschluss einer Mahlzeit bildet oft Obst, am häufigsten Trauben und Melonen. Das wichtigste Getränk ist Tee, entweder Grüner Tee oder Schwarzer Tee. Oft wird er mit Kardamom gewürzt, dazu werden gezuckerte Mandeln (noql) gegessen. Es gibt zahlreiche öffentliche Teehäuser, in denen Tee im Samowar zubereitet wird. Oft gibt es dazu auch kleine Mahlzeiten. Zu besonderen Anlässen gibt es qymaq chai; hierfür wird grünem Tee Natron und Milch zugesetzt, so dass er eine leuchtend rote Farbe erhält. Zum Schluss kommt kaymak hinzu.

Als bekannte Autorin afghanischer Kochbücher gilt Breshna Orya.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food, 2nd ed. Oxford 2006, Artikel Afghanistan, S. 5 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Afghanische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien