African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
UNAMID
Einsatzgebiet Sudan/Darfur
Deutsche Bezeichnung Hybrider Einsatz der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen in Darfur
Englische Bezeichnung African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur
Französische Bezeichnung Opération hybride Union africaine-Nations Unies au Darfour
Spanische Bezeichnung Operación Híbrida de la Unión Africana y las Naciones Unidas en Darfur
Basierend auf UN-Resolution 1769 (2007)
Weitere UN-Resolutionen 1935 (2010), 2063 (2012), 2113 (2013)
Art der Mission Friedensmission
Beginn ab Oktober 2007; spätestens 31. Dezember 2007
Ende geplant 31. August 2014
Leitung Ziviler Einsatzleiter: Rodolphe Adada (Republik Kongo)
Kommandeur: Patrick Nyamvumba (Ruanda)
Einsatzstärke (max.) 19.555 Soldaten, 6.432 Polizisten (Resolution 1769)
16.200 Soldaten, 4.690 Polizisten (seit 31. Juli 2012 (Resolution 2063))[1]
Militär aus AgyptenÄgypten AthiopienÄthiopien BangladeschBangladesch BolivienBolivien Burkina FasoBurkina Faso BurundiBurundi China VolksrepublikChina DeutschlandDeutschland GambiaGambia GhanaGhana IndonesienIndonesien IranIran JordanienJordanien KambodschaKambodscha KeniaKenia Korea SudSüdkorea KirgisistanKirgisistan LesothoLesotho MalaysiaMalaysia MaliMali MongoleiMongolei NamibiaNamibia NepalNepal NigeriaNigeria PakistanPakistan PalauPalau PeruPeru RuandaRuanda SambiaSambia SenegalSenegal Sierra LeoneSierra Leone SimbabweSimbabwe SudafrikaSüdafrika TansaniaTansania ThailandThailand TogoTogo JemenJemen[1]
Polizei aus AgyptenÄgypten AthiopienÄthiopien BangladeschBangladesch BeninBenin Burkina FasoBurkina Faso BurundiBurundi DeutschlandDeutschland DschibutiDschibuti ElfenbeinküsteElfenbeinküste GambiaGambia GhanaGhana IndonesienIndonesien JemenJemen JordanienJordanien KamerunKamerun KirgisistanKirgisistan MadagaskarMadagaskar MalawiMalawi MalaysiaMalaysia NamibiaNamibia NepalNepal NigeriaNigeria PakistanPakistan PalauPalau RuandaRuanda SenegalSenegal Sierra LeoneSierra Leone SudafrikaSüdafrika TadschikistanTadschikistan TogoTogo TunesienTunesien TurkeiTürkei TansaniaTansania [1]
Todesfälle 182 (Dezember 2013)[1]
Kosten ca. 1,33 Milliarden US-Dollar (1. Juli 2013–30. Juni 2014)
Lage des Einsatzgebietes

Der Hybride Einsatz der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen in Darfur, offizielle englische Bezeichnung African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur (UNAMID, ursprünglich von United Nations Mission in Darfur) ist der Name einer gemischten, von der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen gestellten Friedenstruppe für die sudanesische Region Darfur, deren Entsendung vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 31. Juli 2007 einstimmig mit der Resolution 1769 autorisiert wurde. Sie soll 26.000 Soldaten und Polizisten umfassen und die Arbeit der bisherigen 7.000 Mann starken AU-Truppe AMIS übernehmen, der es nicht gelungen war, die Zivilbevölkerung im Konflikt in Darfur wirksam zu schützen.

Das Mandat der UNAMID umfasste vorerst 12 Monate. Die Entsendung sollte im Oktober 2007 beginnen, bis zum 31. Dezember übernahm die Truppe das Kommando der AMIS. Die UNAMID-Angehörigen sind ermächtigt, zur Selbstverteidigung und zum Schutz von Zivilisten und humanitären Operationen auch Gewalt anzuwenden – nicht aber, illegale Waffen zu beschlagnahmen und Personen festzunehmen, die vom internationalen Strafgerichtshof gesucht werden. Mit maximal 19.555 Soldaten und 6.432 Polizisten sollte die UNAMID die größte Friedenstruppe der Welt werden. Am 31. Oktober 2007 wurde das UNAMID-Hauptquartier im norddarfurischen al-Faschir eingeweiht[2].

Dem Beschluss zur Entsendung der UNAMID war ein langes diplomatisches Ringen vorangegangen, da zuerst die Regierung Sudans ihre Zustimmung für die Truppe geben musste. Die sudanesische Regierung muss auch den Einheiten jedes einzelnen Landes zustimmen.

Im Mai 2008 waren 7.605 Soldaten, 154 Militärbeobachter und 1.804 Polizisten stationiert, zudem 446 ausländische und 741 lokale zivile Mitarbeiter und 148 United Nations Volunteers.

Im Juli 2008 kritisierte das Darfur Consortium, ein Bündnis aus 50 Menschenrechtsorganisationen, dass es der UNAMID in den ersten sechs Monaten ihres Bestehens nicht gelungen sei, die Zivilbevölkerung wirksam zu schützen. Sie sei personell unterdotiert und mangelhaft ausgerüstet, und die sudanesische Regierung betreibe trotz gegenteiliger Versprechen eine behindernde Politik gegenüber der Mission.[3]

Am 31. Juli 2008 verlängerte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Mission mit der Resolution 1828 bis zum 15. August 2010. Dieser Verlängerung folgten weitere. Die aktuelle Verlängerung der Mission erfolgte am 30. Juli 2013 durch die Resolution 2113 bis zum 31. August 2014.

Ratel-Schützenpanzer der UNAMID in der Nähe eines Flüchtlingslagers in West-Dafur

Im Februar 2009 waren weniger als die Hälfte der zugesagten 26.000 Einsatzkräfte vor Ort. Die ungenügende Durchsetzbarkeit der Friedensziele wurde weiterhin kritisiert. Das Unvermögen der UNAMID, die Zivilbevölkerung zu schützen, zeigte sich besonders deutlich Anfang 2009, als es der UNAMID nicht gelang, die Zivilisten im Ort Muhajeriya in Süd-Darfur vor den Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und der Rebellengruppe JEM zu schützen. UNAMID und Hilfsorganisationen mussten Muhajeriya verlassen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen, etwa 30.000 Menschen wurden zur Flucht gezwungen.[4]

Im Mai 2009 waren 13.286 Soldaten, 180 Militärbeobachter und 2.936 Polizisten stationiert, zudem 970 ausländische und 2.147 lokale zivile Mitarbeiter und 334 United Nations Volunteers.

Die Einsatzstärke der UNAMID umfasste am 31. Oktober 2013 14.480 Soldaten, 357 Militärbeobachter und 4.490 Polizisten sowie 1.061 ausländische und 2.955 lokale zivile Mitarbeiter und 416 United Nations Volunteers[1].

Deutsche Beteiligung[Bearbeiten]

Der Deutsche Bundestag stimmte am 15. November 2007 zu, dass deutsche Soldaten und Polizisten sich an der UNAMID-Mission beteiligen. Das Mandat zur Entsendung von bis zu 250 Soldaten wurde mehrmals verlängert. Die aktuelle Verlängerung erfolgte am 28. November 2013 und ist gültig bis zum 31. Dezember 2014[5].

Gegenwärtig sind 10 deutsche Soldaten und 4 Polizisten an der UNAMID beteiligt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Darfur – UNAMID – Facts and Figures. United Nations, 2013
  2. IRIN News: Hybrid force for Darfur sets up base
  3. Darfur Consortium: Putting People First: The Protection Challenge Facing UNAMID in Darfur (PDF; 194 kB)
  4. Sudan (Darfur): UNAMID must not desert civilians in Muhajeriya. Amnesty International, 2. Februar 2009
  5. Bundestag beschließt Verlängerung der Mandate für UNAMID und UNMISS. Abgerufen am 19. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UNAMID – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien