Afrikanische Teufelskralle

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Afrikanische Teufelskralle
Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sesamgewächse (Pedaliaceae)
Gattung: Harpagophytum
Art: Afrikanische Teufelskralle
Wissenschaftlicher Name
Harpagophytum procumbens
DC. ex Meisn.

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), auch kurz Teufelskralle oder Trampelklette genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae). Die Art ist in den Steppen Namibias und Südafrikas beheimatet und als Heilpflanze bekannt.

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten]

Getrocknete Früchte der Teufelskralle

Die krautige Pflanze entwickelt bis 1,5 Meter lange am Boden liegende Triebe. Die Farbe der auffallend großen Blüten reicht von hellrosa bis purpurrot. Den Namen verdankt die Pflanze ihren verholzenden Früchten und armartigen Auswüchsen, die ankerartige Haken tragen. Durch diese Haken an den Früchten bleiben diese an vorbeiziehenden Tieren hängen und stellen so die Verbreitung der Pflanzenart über die Epizoochorie sicher.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Hauptinhaltsstoffe sind Iridoid-glykoside, darunter Harpagosid, Harpagid und Procumbid, ein Phytosteringemisch, Phenylpropanoide wie Acteosid, Triterpene, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Zimtsäure und Chlorogensäure.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Teufelskralle wird für medizinische Zwecke genutzt.[1] Insbesondere kann sie für eine unterstützende Therapie bei Arthrose und anderweitiger Mobilitätseinschränkung eingesetzt werden. Daneben ist die Afrikanische Teufelskralle durch die enthaltenen Bitterstoffe appetit- und verdauungsanregend.

Die 1978 gegründete Kommission E hat die bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungswerte zusammengetragen und überprüft. Beim Ergebnis wird zwischen gesicherter Wirkung (Wissenschaftliche Nachweisbarkeit) und aus volksmedizinischen Erfahrungen hergeleiteten Wirkungshinweisen unterschieden. Klinische Studien zeigten einen deutlichen Nutzen bei der Behandlung von Schmerzen durch Erkrankungen des Bewegungsapparates.[2]

Die Anwendungen, bei denen eine gesicherte Wirkung festgestellt wurden, sind:

  • degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates, unterstützende Therapie
  • Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
  • Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit

Gemäß der Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Afrikanische Teufelskralle bei

  • Geburtsschmerzen
  • Gelenkschmerzen bei Patienten mit Morbus Crohn
  • Hexenschuss
  • Kopfschmerzen
  • Kreuzschmerzen bei Spondylose
  • Neuralgien
  • Polyarthritis, chronisch entzündliche, chronisch-rheumatische Erkrankungen
  • Sehnenentzündung
  • Weichteilrheumatismus
  • Wunden, Geschwüre und Furunkel

Hinweis: Nicht einnehmen bei Geschwüren im Magen-Darmtrakt.

Medizinisch verwendet werden die unterirdischen bis zu 600 Gramm schweren weit verzweigten Speicherwurzeln (Sekundärwurzeln). Die Pflanze mit Hauptwurzel (Primärwurzel) bleibt erhalten und kann somit neue Seitentriebe ausbilden. Die Speicherwurzeln werden getrocknet und zerkleinert. Über die Inhaltsstoffe der oberirdischen Teile ist wenig bekannt. Mittlerweile wird Teufelskralle auch bei Tieren wie Pferden und Hunden eingesetzt.

Die wildwachsende Teufelskralle ist stark bedroht. Um den Bestand zu erhalten, ist ein schonender Umgang mit den Wildbeständen sowie die Kultur der Pflanze dringend nötig. Dafür wird dazu übergegangen, die Hauptwurzel in der Erde zu belassen und nur die weit verzweigten Nebenwurzeln zu ernten. Die Kultivierung außerhalb Afrikas scheint sehr schwierig zu sein.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Systematisch abzugrenzen ist die Afrikanische Teufelskralle von der Gattung Teufelskrallen innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volker Fintelmann Rudolf Fritz Weiss: Lehrbuch der Phytotherapie. 11. Auflage. Hippokrates, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-5345-0, S. 276–277.
  2. phytodoc.de
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