Agastya

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Agastya oder Agasti (Sanskrit: अगस्त्य Agastya m.; Tamil: Akattiyan) war ein mythischer Seher, bereits in den Veden erwähnt wird und in Südindien als Kulturheros verehrt wird. Ihm werden viele Wundertaten zugeschrieben, und er war ein Helfer der Götter und schlichtete auch den Streit zwischen Indra und den Marutas, die sich um Opfergaben stritten. Der Stern Canopus ist nach ihm benannt.

Agastya gibt Rama ein Schwert

Veden[Bearbeiten]

Agastya wird in einigen Hymnen des Rigveda erwähnt, eine der Hymnen ist ein Gespräch zwischen Agastya und seiner Frau Lopamudra, der Schwester des Sehers Pulastya. Er und sein Bruder Vasishtha kamen aus einem Wasserkrug hervor, in den sich das Sperma der Götter Mitra und Varuna ergoss, als diese Urvashi, die schönste aller Apsaras erblickten. Agastya soll dabei als strahlender Fisch hervorgekommen sein.

Ramayana[Bearbeiten]

Im indischen Epos Ramayana wird Agastya als Einsiedler im Vindhyagebirge beschrieben. Er war der Führer der südindischen Weisen und wachte über die Rakshasas. Als Rama ihn besuchte, unterstützte er diesen nicht nur durch Ratschläge, er gab ihm auch Vishnus Bogen. Nachdem Rama König wurde, folgte ihm Agastya nach Ayodhya.

Kulturbringer[Bearbeiten]

Bei den Dravida gilt Agastya als Kulturbringer. Er soll von Shiva das Tamil gelernt haben und dann an seinen Schüler Tolkappiyar weitergegeben haben, dem Verfasser der ältesten bekannten Grammatik des Tamil. Er soll von Dvaraka oder einem anderen Ort ins Vindhyagebirge gezogen sein, wo Agastya auch heute noch besondere Verehrung genießt. Von dort zog er weiter nach Südindien und ließ sich auf dem Berg Agastya Malai in Kerala nieder.

Verehrung und Ikonographie[Bearbeiten]

Agastya wird als bärtiger und untersetzter Mann mit dickem Bauch dargestellt, der in der Linken einen Wasserkrug hält. Nach südindischer Überlieferung soll der Fluss Kaveri aus seinem Wasserkrug fließen. Agastya wird nicht nur im Vindhyagebirge und in Südindien verehrt, sondern auch außerhalb Indiens. So ist sein Kult im mittelalterlichen Sri Lanka bezeugt, vermutlich beim Adam’s Peak.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Agasti, Agastya. In: John Dowson: A classical dictionary of Hindu mythology and religion, geography, history, and literature. London 1879, S. 4–6.
  • Hans-Wilhelm Haussig (Herausgeber): Götter und Mythen des indischen Subkontinents. Wörterbuch der Mythologie. Bd.5, ISBN 978-3129098509.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agastya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien